Jemenchamäleon

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Jemenchamäleon

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Infraordnung: Leguanartige(Iguania)
Familie: Chamäleons (Chamaeleonidae)
Unterfamilie: Echte Chamäleons (Chamaeleoninae)
Gattung: Chamaeleo
Art: Jemenchamäleon
Wissenschaftlicher Name
Chamaeleo calyptratus
Duméril, 1851

Das Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) gehört innerhalb der Familie der Chamäleons (Chamaeleonidae) zur Gattung Chamaeleo.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Tiere erreichen eine Länge von rund 65 cm, wobei Weibchen etwa 30% kleiner bleiben. Sie sind Meister der Tarnung und des Ausdrückens von Stimmungen über die Schuppenfarbe. Sie können ihre Färbung jedem Lebensraun anpassen und kommunizieren laut wissentschaftlichen Untersuchungen mittels verschiedener Farben. Weiteres auffälliges Merkmal ist ihr Helm, der sich auf dem Haupt erhebt. Dieser erreicht beim Männchen ein Höhe von 8 cm. Der Helm des Weibchens bleibt deutlich kleiner. Sie leben fast ausschließlich im Geäst von Sträuchern und Bäumen. Dementsprechend ist auch ihr Körperbau an dieses Leben angepasst. Ihre sehr dünnen Beine enden in greifzangenartigen Füßen, ihr langer dünner Schwanz dient ihnen als 5. Hand. Da der Schwanz bis in die Spitze mit der Wirbelsäule verbunden ist, können sie ihn nicht, wie bei vielen Echsenarten üblich, abwerfen. Im Geäst bewegen sie sich mit langsamen und wippenden Bewegungen.

Ein weiteres markantes Merkmal sind ihre Augen, die eine 360 Grad Rundumsicht ermöglichen. Dabei ist es ihnen möglich, die Augen einzeln in unterschiedliche Richtungen zu bewegen. Überdies verfügen sie über eine sehr hohe Sehkraft. Mit ihrer Zunge, die eine Länge von über 20 cm haben kann, gehen sie auf Beutejagd. Dabei visieren sie die Beute mit den Augen an, und schnellen dann die Zunge heraus, um das Tier zu fangen. Männliche Chamäleons leben als Einzelgänger, die nur zur Paarungszeit zu den Weibchen stoßen. Sie sind sehr territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Rivalen und Feinden. Neben der Größe kann man die Geschlechter am Fersensporn unterscheiden, der beim Weibchen fehlt. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht und werden im Washingtoner Artenschutzabkommen II Anhang B als bedroht geführt. Die Lebenserwartung liegt bei rund 5 bis 6 Jahren.

Verbreitung

Jemenchamäleons sind in Saudiarabien und im Jemen verbreitet. Sie besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume, sind aber immer in Bäumen und Sträuchern zu finden.

Nahrung

Sie ernähren sich von Insekten wie Heuschrecken, Schmetterlingen, Spinnen und Tieren ähnlicher Größe. Sie lauern als Ansitzjäger auf ihre Beute, die sie dann mit ihrer herausschnellenden Zunge fangen. Zur verwunderung frisst das Jemenchamäleon auch Blattwerk und Früchte. In Gefangenschaft ernähren sie sich nachweislich sogar, bis zu 50 % von Pflanzlicher Nahrung.

Fortpflanzung

Mit rund 1 Jahr sind die Jemenchamäleons ausgewachsen. Während der Paarungszeit zeigen sich die Männchen in einer besonderen Farbenpracht. 30 Tage nach der Paarung kommt es zur Eiablage. Es kann dabei zu mehreren Gelegen im Jahr kommen, die im Schnitt 20 bis 80 Eier umfassen. In Abhängigkeit der Inkubationstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach etwa 150 bis 210 Tagen. DIe Jungtiere wachsen sehr schnell.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Familie der Chamäleons (Chamaeleonidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534

Links

'Persönliche Werkzeuge