Italienskorpion

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Italienskorpion

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Skorpione (Scorpiones)
Familie: Euscorpiidae
Unterfamilie: Euscorpiinae
Gattung: Euscorpius
Art: Italienskorpion
Wissenschaftlicher Name
Euscorpius italicus
(Herbst, 1800)

Der Italienskorpion (Euscorpius italicus) zählt innerhalb der Familie Euscorpiidae zur Gattung Euscorpius. Im Englischen wird der Italienskorpion italy scorpio genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Italienskorpion erreicht eine Körperlänge von bis zu 6,0 Zentimeter und ist der größte Skorpion aus der Gattung Euscorpius. Er weist zwei sehr große und robuste Pedipalpen und einen Schwanz auf, der eher in der Aftergegend (Telson) dünn endet. Die Farbe ist meist rötlichbraun bis schwarz, während die Beine und das Telson etwas heller wirken. Der Stich dieser Art stellt kaum eine Gefahr für den Menschen dar und der Effekt ist vergleichbar mit einem Wespenstich. Der Italienskorpion wird oft mit der Art Euscorpius flavicaudis verwechselt, jedoch weisen beide von der Form her unterschiedliche Pedipalpen auf.

Lebensweise

Wie die anderen Arten aus der Gattung Euscorpius führt der Italienskorpion ein einzelgängerisches Leben. Nur zur Paarungszeit wird er dann gesellig. Die Reproduktion erfolgt im Frühjahr und im Sommer und die Jungen können erst nach einem Jahr nach der Paarung geboren werden. Das Weibchen bringt 20 bis 40 Junge zur Welt. Diese setzen sich sofort auf den Rücken des Weibchens, wo sie bis zur ersten Häutung bleiben. Das Weibchen nimmt oft keine Nahrung in der postpartalen Phase zu sich, um somit Kannibalismus gegenüber den Nachwuchs zu vermeiden.

Verbreitung

Italienskorpion
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Italienskorpion

Der Italienskorpion kommt in folgenden Ländern vor: Algerien, Tunesien, Marokko, Georgien, Türkei, Albanien, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Mazedonien, Monaco, Rumänien, San Marino, Russland, Slowenien, Schweiz und Jugoslawien. Einige Individuen wurden sogar in Mähren gefunden, wahrscheinlich wurden sie eingeführt. Er bewohnt die Keller, die Ruinen und bevorzugt auch feuchte Stellen, insbesondere unter Steinen.

Ernährung

Der Italienskorpion ernährt sich vor allem von allerlei Insekten (Insecta), die er überwältigen kann. Dazu gehören Heuschrecken (Orthoptera), Käfer (Coleoptera) und Grillen (Gryllus). Auch Webspinnen (Araneae) werden verzehrt. Sie werden mit den Scheren gefasst und mit einem gezielten Stich des Stachels betäubt. Dann zieht er sich in unter Steinen zurück und beginnt erst dann mit der Mahlzeit. Jungtiere können bis zur letzten juvenilen Häutung kannibalistisch sein. Im Allgemeinen leben aber die Italienskorpion friedlich nebeneinander.

Fortpflanzung

Nach einer Winterruhe nimmt das Männchen mit den Pectines (Sinnesorgane) die Pheromone des Weibchens auf. Das Männchen deponiert auf einem flachen Stein einen Spermatropfen. Daraufhin nimmt das Männchen das Weibchen an den Scheren und vollzieht eine Art Tanz mit dem Weibchen. Dabei wird das Weibchen über den flachen Stein geführt, dort nimmt sie das Spermapaket auf. Die Reproduktion erfolgt im Frühjahr und im Sommer und die Jungen können erst nach einem Jahr nach der Paarung geboren werden. In Regel werden jedoch nach drei bis vier Monaten 20 bis 40 Jungtiere geboren, die sofort auf den Rücken der Mutter klettern. Dort häuten sie sich nach etwa einer Woche das erste Mal. Nach und nach verlassen sie den Rücken und bauen sich in kleinen Kolonien eigene Unterschlüpfe oder suchen sich geeignete Standorte.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Rainer F. Foelix, Biologie der Spinnen, Thieme, 1979 ISBN 313575801X
  • Prof. Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Otto Koehler, Prof. Dr. Otto Kraus, Prof. Dr. Bernhard Rensch, Prof. Dr. Peter Rietschel und Prof. Dr. Erich Thenius: Grzimeks Tierleben. Niedere Tiere. Erster Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
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