Italienischer Laubfrosch

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Italienischer Laubfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Laubfrösche (Hyla)
Art: Italienischer Laubfrosch
Wissenschaftlicher Name
Hyla intermedia
Boulenger, 1882

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Italienische Laubfrosch (Hyla intermedia), auch unter den Synonymen Hylaria variegata und Hyla italica bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung der Laubfrösche (Hyla). Der generische Name leitet sich aus dem Griechischen hyla (zum Holz gehörend) ab. Im Englischen wird der Italienische Laubfrosch italian tree frog genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Italienische Laubfrosch ist ein kleiner bis mittelgroßer Frosch und kann eine Körperlänge von etwa 4,0 bis 5,0 Zentimeter erreichen. In vielerlei Hinsicht ist er dem Europäischen Laubfrosch (Hyla arborea) sehr ähnlich. Die Farbe des Rückens ist hellgrün und der Bauch weist eine weißliche Färbung auf, die deutlich durch einen farblichen Streifen von grau bis beige abgegrenzt ist. Im Bereich der Augen erkennt man deutlich einen seitlichen schwarzen Streifen, der sich bis zu den unteren Schenkeln erstreckt. Das Männchen weist einen Kehlsack auf, der beim Rufen fast die Größe des Körpers erreichen kann. Die Finger sind mit klebrigen Haftscheiben versehen.

Lebensweise

Wie der Trivialname schon andeutet, ist der Italienische Laubfrosch vor allem in Italien, einschließlich Sizilien und Sardinien beheimatet. Kleine Populationen sind auch im Süden der Schweiz und im westlichen Slowenien präsent. Zum Laichen versammeln sich Ende des Frühlings die Frösche im Wasser wie temporäre Teiche, Seen, Kanäle und langsam fließende Flüsse. Die Rufe der Männchen sind laut hörbar und locken so die Weibchen an. Diese Art legt viel weniger Eier, etwa nur ein paar hundert.

Verbreitung

Der Italienische Laubfrosch ist in Italien, Slowenien, in der Schweiz und möglicherweise auch in San Marino verbreitet. Seine natürliche Lebensräume sind gemäßigte Wälder, Flüsse, intermittierende Flüsse, Süßwasser-Sümpfe, intermittierende Süßwassersümpfe, Ackerland und städtische Gebiete. Der Italienische Laubfrosch ist durch den Verlust von Lebensraum bedroht.

Ernährung

Der Italienische Laubfrosch ernährt sich von verschiedenen Arthropoden wie Spinnentiere, Wanzen, Käfer, Schmetterlinge, Fliegen und Ameisen, die aus dem Hinterhalt bei Tag und bei Nacht erbeutet werden.

Fortpflanzung

Die Laich- und Larvalentwicklung erfolgen Ende des Frühlings im Wasser wie temporäre Teiche, Seen, Kanäle und langsam fließende Flüsse mit dichter Vegetation. Nach erfolreicher Paarung legt das Weibchen die Eier in einer kleinen Anzahl von Laichklumpen ab. Nach der Reifung der Eier schlüpfen die Larven. Dies geschieht in der Regel in zwei bis drei Tagen. Kurz nach dem Schlupf ernähren sie sich vom Dottersack ihres Eies. Kurz danach machen sie bereits Jagd auf Mikroorganismen und Plankton und zelluläre Abfallstoffe. Dabei sind sie keineswegs wählerisch. Erbeutet wird alles, was sich überwältigen läßt. Das Gebiss beteht aus hornartigen Kiefern, die mit feinen Raspelzähnen besetzt sind. Der Körper ist langgestreckt und setzt sich letztlich aus einem Kopf und Magen sowie kräftigem Schwanz zusammen. Der Schwanz dient den Kaulquappen zur Fortbewegung und Steuerung. Der Schwanz ist mit einem Saum versehen, der sich bis zum Kopf erstreckt. Die Augen liegen seitlich am Kopf. Die Atmung erfolgt über innere Kiemen, dem sognannten Spritzloch (Spiraculum). Gegen Ende der larvalen Entwicklung erfolgt die Ausbildung der Extremitäten. In der Übergangsphase hält sich der Jungfrosch meist noch in der Nähe des Laichgewässers auf, ehe er vollständig das aquatile Leben aufgibt. Während der Anfangsphase lebt der Jungfrosch noch von seinen Reserven, wobei der Schwanz vollständig resorbiert wird. Erst danach geht der Jungfrosch aktiv auf die Jagd und verläßt sein Heimatgewässer. Dabei stellt er seine Ernährungsgewohnheiten vollständig um.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Italienische Laubfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Italienische Laubfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Die größte Bedrohung geht wahrscheinlich von der Abholzung der Wälder für die landwirtschaftliche Entwicklung sowie durch illegale Bepflanzungen, menschliche Besiedlungen und Verschmutzung infolge des Besprühens von illegalen Kulturen mit Pestiziden aus.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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