Inland-Taipan

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Inland-Taipan

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Unterfamilie: Seeschlangen (Hydrophiinae)
Gattung: Taipane (Oxyuranus)
Art: Inland-Taipan
Wissenschaftlicher Name
Oxyuranus microlepidotus
McCoy, 1879

Der Inland-Taipan (Oxyuranus microlepidotus), der auch Westlicher Taipan genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Giftnattern (Elapidae) zur Gattung der Taipane (Oxyuranus). Ursprünglich wurde der Inland-Taipan unter dem wissenschaftlichen Namen Parademansia microlepidota geführt. Im Englischen wird die Art als Inland taipan, Western taipan oder Fierce snake bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Inland-Taipan ist die giftigste Schlange der Welt. Er erreicht eine durchschnittliche Körperlänge (gerechnet von der Schnauze bis zur Kloake) von 132 bis 145 Zentimeter. Daraus ergibt sich eine Gesamtlänge (incl. Schwanz) von 200 bis 250 Zentimeter. Männchen bleiben ein wenig kleiner als Weibchen. Die Oberseite des Inland-Taipans ist beige bis braun gefärbt und zeigt ein schwarzes Muster. Lateral zeigt sich ein gelbliches Band, das die dorsale und ventrale Seite optisch voneinander trennt. Die Unterseite ist heller, beige bis gelb gefärbt. Der spitzzulaufende Kopf ist bei einigen Exemplaren ebenso gefärbt wie die Oberseite des Körpers, bei anderen Exemplaren hebt er sich in einem Tiefschwarz deutlich vom Körper ab. Der Inland-Taipan ist je nach Jahreszeit tag- oder nachtaktiv und im Verhalten deutlich ruhiger als der Taipan. Er ist eher scheu und greift nur dann an, wenn er sich in die Enge getrieben und bedroht fühlt. Normalerweise sucht er sein Heil in der Flucht. Die Hauptaktivität entfalten Inland-Taipane in den frühen Morgenstunden. Während der kühlen Jahreszeit auch am Nachmittag. Im Hochsommer sind die Tiere ausschließlich in der Nacht aktiv.

Es gibt viele unterschiedliche Bezeichnungen für den Inland-Taipan. So wird er auch Small Scaled Snake bzw. Kleingeschuppter Taipan, Schreckensotter oder einfach Western Taipan (westlicher Taipan) genannt. Australische Farmer nannten ihn Fierce Snake (Wilde Schlange), da sie dachten der Inland-Taipen stelle ihrem Vieh nach. Die einzige eindeutige Bezeichung ist wohl der lateinische Name Oxyuranus microlepidotus.

Verbreitung

Der Inland-Taipan ist ausschließlich in Australien heimisch. Sein Verbreitungsgebiet ist das östliche Zentralaustralien, genauer gesagt Südwest Queensland, Nordwest New South Wales sowie der südliche Teil des Northern Territory und der Norden Südaustraliens. Der Lebensraum des Inland-Taipans sind die Steppen und Wüsten Zentralaustraliens. Er lebt dort größtenteils in ausgetrockneten Flussbetten, die locker mit Büschen oder Bäumen bewachsen sind. Man findet diese Art nur selten in Gärten oder Siedlungen, da sein Verbreitungsgebiet weitgehend unbewohnt ist. Die Bauten von Nagetieren (Rodentia), Felsspalten oder andere natürliche Spalten im Boden dienen dem Inland-Taipan als Unterschlupf.

Ernährung

Inland-Taipan
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Inland-Taipan

Inland-Taipane ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren. In ihrem Verbreitungsgebiet in Australien sind das größtenteils Nagetiere wie Ratten und kleinere Beuteltiere. Dazu gehören beispielsweise die Hausmaus (Mus musculus) und die Springbeutelmaus (Antechinomys laniger). Beutetieren wird über die Giftzähne ein hochwirksames Gift injiziert. Die Giftdrüsen liegen hinter den Augen, das Gift wird durch Muskelkontraktion in die Beute gepumpt. Die Giftzähne weisen eine Länge von 3.5 - 6.2 Millimeter auf. Taipans nutzen bei der Jagd die sogenannte "Beiss-und-Loslass-Technik" ("strike and release technique"), damit ihre Beutetiere sie nicht verletzen können. <2>

Fortpflanzung

Der Inland-Taipan zählt zu den eierlegenden Schlangen. Ein Gelege umfasst etwa 9 bis 12, selten auch bis 20 Eier. Die Jungen schlüpfen nach einer Entwicklungszeit von etwa 66 Tagen.

Gift

Der Inland-Taipan gilt als die giftigste Landschlange der Welt. Die Giftmenge eines Bisses würde ausreichen, um damit 250.000 Mäuse zu töten. Das Gift dieser Art ist zum größten Teil neurotoxisch, das heißt es wirkt speziell auf Nervenzellen und Nervengewebe. Symptome nach einem Biss sind unter anderem Schmerzen und Schwellungen an der Bissstelle, Blutgerinnungsstörungen, Übelkeit und Bewusstlosigkeit. Es kann aber auch zur Rhabdomyolyse (Auflösung quergestreifter Muskelfasern) oder zu akutem Nierenversagen kommen. Ein Antiserum muss schnell verabreicht werden. Hauptbestandteile des Giftes sind insbesondere Paradoxin und Taipoxin. Der LD-50-Wert des Giftes beträgt rund 0,025 mg/kg. <1>

Es gab bereits mehrere Bissunfälle mit dieser Schlange, aber bisher noch keinen nachgewiesenen Todesfall. <3>

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Schlangen (Serpentes) mit weiterführenden Informationen

Literatur und Quellen

Links

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