Indischer Mungo

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Indischer Mungo

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Mangusten (Herpestidae)
Unterfamilie: Afroasiatische Mangusten (Herpestinae)
Gattung: Herpestes
Art: Indischer Mungo
Wissenschaftlicher Name
Herpestes edwardsii
Geoffroy, 1818

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Indische Mungo (Herpestes edwardsii) zählt innerhalb der Familie der Mangusten (Herpestidae) zur Gattung Herpestes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Indische Mungo erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 36 bis 46 cm, eine Schwanzlänge von durchschnittlich 35 cm sowie ein Gewicht von 1.000 bis 2.000 Gramm. Der Körperbau ist schlank und recht langgestreckt. Das grobe und dichte Fell weist eine silbergraue bis graubraune Färbung auf. Die Schwanzspitze und der längliche Schädel weisen oft eine leicht rötliche Färbung auf. Die Beine sind im Verhältnis zum Körper relativ kurz und enden in jeweils fünf Zehen, die mit kräftigen Krallen bewehrt sind. Das Gebiss verfügt über 40 Zähne.

Indische Mungos besitzen im Analbereich Geruchsdrüsen, die einerseits zum Markieren von markanten Stellen dienen und andererseits bei der Kommunikation, insbesondere während der Paarungszeit eingesetzt werden. Die Tiere sind tagaktiv und leben überwiegend einzelgängerisch. Selten sieht man sie auch in kleinen Familiengruppen. Während der Nacht und der heißen Mittagszeit halten sich die Indischen Mungos hauptsächlich in ihrem Bau auf. Ansonsten sind sie während ihrer aktiven Phase meist auf Nahrungssuche. Die Tiere zählen heute noch nicht zu den bedrohten Tieren, wenngleich in einigen Verbreitungsgebieten die Bestandszahlen rückläufig sind.

Verbreitung

Der Indische Mungo ist vom südöstlichen Saudi Arabien über Indien bis nach Indonesien verbreitet. Sie sind insbesondere in Afghanistan, Bhutan, Indien, Indonesien, Iran, Japan, Kuwait, Malaysia, Mauritius, Nepal, Pakistan, Réunion, Saudi Arabien und Sri Lanka anzutreffen. Sie bewohnen meist trockene Steppengebiete mit Buschvegetation und Grasland. In vielen Teilen der Welt wurden sie als Schädlingsbekämpfer eingeführt. Dazu gehören Hawaii, Jamaika, Kuba und Puerto Rico. Allerdings machen sie nicht nur Jagd auf lästige Ratten und Schlangen, sondern auch auf andere einheimische Tiere.

Nahrung

Als Allesfresser nehmen sie fast alles zu sich was sich von der Größe her überwältigen läßt. Zu der bevorzugsten Beute gehören Mäuse und Ratten, Eidechsen und Schlangen, Skorpione und Insekten wie Käfer und Hundertfüsser sowie Vögel und deren Brut und Eier. Auch Amphibien, Krabben und Fische werden erbeutet. Hier und da bessern sie ihren Speiseplan auch mit reifen Früchten, Beeren und Wurzeln auf. Meist gehen sie am frühen Morgen und am frühen Abend auf der Suche nach Nahrung. Gelegentlich ist auch zu beobachten, daß sie Giftschlangen angreifen. Sie sind zwar gegen deren Gift nicht immun, aber durch ihre Schnelligkeit können sie diese Schlangen leicht überwältigen.

Fortpflanzung

Meist mehrmals im Jahr bringen Indische Mungos ihre Jungtiere zur Welt. Meist kommt es in den Monaten März, August und Oktober vermehrt zu Paarungen. Nach einer Tragezeit von rund 65 Tagen bringt das Weibchen zwischen zwei und vier Jungtiere in einem geschützten Bau zur Welt. Die Säugezeit beträgt etwa 30 bis 35 Tage. Das Männchen kümmert sich nicht um die Aufzucht der Jungen, das obliegt einig und allein dem Weibchen. Die Lebenserwartung liegt bei sieben bis zwölf Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Mangusten (Herpestidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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