Indischer Leopard

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Indischer Leopard

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
Gattung: Panthera
Art: Leopard (Panthera pardus)
Unterart: Indischer Leopard
Wissenschaftlicher Name
Panthera pardus fusca
Meyer, 1794

Der Indische Leopard (Panthera pardus fusca) ist eine Unterart des Leoparden (Panthera pardus) und gehört innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Panthera.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Indische Leopard erreicht eine Körperlänge von 110 zu 150 Zentimeter, eine Schulterhöhe von bis zu 75 Zentimeter sowie ein Gewicht von 30 bis 70 Kilogramm. Der Schwanz weist eine Länge von gut 50 Zentimeter auf. Der Körper ist langgestreckt und muskulös. Das Fell ist ockerfarben bis kastanienbraun und mit schwarz-braunen rosettenförmigen Mustern versehen. Kehle, Brust und Bauch sind weißlich bis cremefarben mit vereinzelten dunklen Flecken versehen. Das Fell ist deutlich kürzer als das der Chinesischen Leoparden. Neben der Nominalfärbung kann es zu Schwärzlingen kommen, die komplett schwarz gefärbt sind und Panther genannt werden. Diese Fellfärbung ist vererblich. Die Ohren sind ausgesprochen kurz, die Tatzen sind recht breit ausgeprägt.

Der Indische Leopard verfügt wie alle Leoparden über sehr gut entwickelte Sinne. Gehör-, Seh- und Geruchssinn sind optimal an sein Verbreitungsgebiet und sein Jagdverhalten angepasst. Er lebt strikt einzelgängerisch, der vorzugsweise nachts aktiv ist und tagsüber auf Bäumen zu finden ist. In Freiheit sind sie wegen ihrer Seltenheit kaum zu sehen. Sie sind vor allem aufgrund ihrer Lebensweise nur schlecht aufzufinden. Natürliche Feinde haben sie kaum, allenfalls der Tiger kann ihnen gefährlich werden. Allerdings überschneiden sich die Lebensräume dieser beiden Arten in Indien nicht oder nur streckenweise. Aufgrund der starken Bejagung, insbesondere wegen der Felle für die Pelzindustrie, ist der Indische Leopard in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in seiner Art zwar bedroht, steht aber nicht akut vor der Ausrottung.

Verbreitung

Der Indische Leopard ist in weiten Teilen des Indischen Subkontinentes verbreitet. Sein Lebensraum ist vielschichtig gestaltet. Da er nur wenige Ansprüche an seinen Lebensraum stellt, ist er sowohl in tropischen und subtropischen Regendwäldern als auch in Savannen und Steppen anzutreffen. Vor allem in den großen Indischen Nationalparks leben sehr viele Leoparden. Dazu gehören unter anderem der Sanjay Gandhi National Park, der Bandhavgarh National Park, der Corbett National Park, der Kanha National Park, der Ranthambore National Park, der Kaziranga National Park und das Gir Wildlife Sanctuary.

Nahrung

Der Indische Leopard ist in Bezug auf seine Nahrung nicht wählerisch. Er frisst neben Nagetieren auch größere Säuger wie Hirsche und Primaten sowie Reptilien und Vögel. Seine Art des Beutezuges ist sehr energiesparend. Als Anschleich- und Lauerjäger kommt es bei der Jagd nur zu kurzen Verfolgungen der Beute. Meist wird ein Beutetier mit einem gezielten Hechtsprung erlegt. Die Tötung der Beute erfolgt in der Regel durch einen Biss in die Kehle oder den Nacken. Seine erlegte Beute zerrt der Indische Leopard üblicherweise auf Bäume, um sie vor Fressfeinden zu schützen. Er ist ein ausgezeichneter Kletterer und kann Beutetiere einen Baum hinauf zerren, die schwerer ist als er selbst. Als Einzelgänger beansprucht er je nach Nahrungsangebot ein Revier von durchschnittlich 50 qkm, das durch Urin und Kratzspuren markiert wird.

Fortpflanzung

Der Indische Leopard erreicht die Geschlechtsreife mit 24 bis 30 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in Indien über das Frühjahr. Da Indische Leoparden strikt einzelgängerisch leben, kommen die Geschlechter nur zur Paarung zusammen. Die Aufzucht der Jungen erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Nach einer Tragezeit von 90 bis 110 Tagen bringt das Weibchen an einem geschützten Platz zwei bis drei, selten mehr, Junge zur Welt. Die Jungtiere sind anfangs noch blind und weisen eine Länge von 25 bis 35 Zentimeter sowie ein Gewicht von 400 bis 550 Gramm auf. Nach etwa zehn Tagen öffnen die Jungtiere ihre Augen. Das Weibchen säugt ihren Nachwuchs für etwa drei Monate. Die Jungtiere bleiben insgesamt für 18 bis 24 Monate bei der Mutter und erlernen von ihr alles was sie für ihr späteres, einzelgängerisches Leben brauchen. Indische Leoparden erreichen ein Alter von 15 bis 22 Jahren. Ein hohes Alter von über 20 Jahren wird in Freiheit allerdings selten erreicht. Hier erreichen sie meist ein Alter von zehn bis zwölf Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
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