Indischer Gelbnasenalbatros

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Indischer Gelbnasenalbatros

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Albatrosse (Diomedeidae)
Gattung: Thalassarche
Art: Indischer Gelbnasenalbatros
Wissenschaftlicher Name
Thalassarche carteri
(Rothschild, 1903)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Indische Gelbnasenalbatros (Thalassarche carteri) gehört innerhalb der Familie der Albatrosse (Diomedeidae) zur Gattung Thalassarche. Im Englischen wird der Indische Gelbnasenalbatros indian yellow-nosed albatross genannt. Dieses Taxon wurde in zwei Spezies gesplittet: Thalassarche carteri und Thalassarche chlororhynchos. Ferner wird dieses Taxon von einigen Autoren als Unterart von Thalassarche chlororhynchos im weiteren Sinne (sensu-lato) betrachtet. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Indische Gelbnasenalbatros erreicht eine Körperlänge von etwa 76,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 2,0 Meter. Das Gewicht beträgt etwa 2,55 Kilogramm. Die Erwachsenen weisen einen hellgrauen oder weißen Kopf auf. Der Nacken ist ebenfalls von einer hellgraune oder weißen Tönung. Der Mantel, die Flügeldecken sowie der Schwanz weisen eine dunklegraue Färbung auf. Die Unterseite und der Rumpf sind weiß getönt und die Flügelunterseite ist von einer weißen Färbung und ist mit schwarzen Spitzen sowie mit einem schmalen schwarzen Rand an der Vorderkante versehen. Der Schnabel weist eine schwarze Färbung mit einem gelben Schnabelrücken und einer rot gefärbten Spitze auf. Die Jugendlichen haben einen weißen Kopf und einen schwarzen Schnabel. Es ist schwierig den Indischen Gelbnasenalbatros von dem eng verwandten Graukopfalbatros (Thalassarche chrysostoma) und dem Atlantischen Gelbnasenalbatros (Thalassarche chlororhynchos) zu unterscheiden.

Lebensweise

Indischer Gelbnasenalbatros - Gefiederpflege
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Indischer Gelbnasenalbatros - Gefiederpflege

Der der Roten Liste der IUCN ist der Indische Gelbnasenalbatros ein Jahres- und Koloniebrüter. Das Brüten erfolgt entweder einzeln oder in lockeren Kolonien. Die Brutzeit findet von September bis Oktober statt, von November bis Dezember schlüpft das Küken und von März bis April ist der Jugendliche flügge. Der Fang der Beutetiere erfolgt meist in unmittelbarer Nähe zur Wasseroberfläche. Der Indische Gelbnasenalbatros kann jedoch auch leicht eine Tauchtiefe von bis zu sieben Meter erreichen. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Tage. Der Indische Gelbnasenalbatros ernährt sich von Fischen und von Tintenfischen und weniger häufig von Krebstieren. Er brütet an Hängen oder auf Felsen. In der Regel befindet sich das Nest auf kahlen, felsigen Flächen, aber manchmal auch im Tussock-Gras und in Farnen. Satelliten-Aufzeichnungen haben gezeigt, dass sich die brütenden Vögel von der Insel Amsterdam bis zu 1.500 Kolometer von der Kolonie entfernen.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Indische Gelbnasenalbatros auf den Inseln Amsterdam, Crozet, Kerguelen und St. Paul (Französische Süd- und Antarktisgebiete) und auf Prince Edward (Südafrika). In den Kolonien auf der Insel Amsterdam brüten etwa 27.000 Paare pro Jahr. Auf der Insel Prince Edward brüten etwa 7.500 Paare (allerdings war die Zählung zwischen den Jahren 2001 und 2007).
Indischer Gelbnasenalbatros - Kolonie
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Indischer Gelbnasenalbatros - Kolonie
Auf Crozent Island brüten 7.030 Paare pro Jahr, auf der Insel Kerguelen 50 Paare und auf der Insel St. Paul 3 Paare, was eine Gesamtzahl von 41.580 Paaren pro Jahr ergibt, das entspricht 83.160 geschlechtsreife Individuen und vielleicht mehr als 160.000 Individuen aller Altersklassen. Der Bestand auf der Insel Amsterdam sank zwischen den Jahren 1982 und 1995 im Durchschnitt um 58%. Die niedrigsten Zahlen wurden im Jahre 1995 aufgenommen und zwischen den Jahren 1996 und 2005 stabilisierte sich Population in einigen Kolonien und eine leichte Steigerung konnte verzeichnet werden. Der allgemeine Trend auf der Insel Amsterdam ist ein Rückgang von über über 30% zwischen den Jahren 1982 und 2006. Die Population auf Prince Edward Island scheint stabil zu sein. In den Jahren von 2001 bis 2002 wurden 4.170 Paare gezählt. Der Rückgang in drei Generationen wird auf 55% geschätzt, ausgehend vom anhaltenden Rückgang auf der Insel Amsterdam. Auf den anderen Inseln bleiben die Populationen einigermaßen stabil. Außerhalb der Brutzeit verteilen sich die Vögel im gesamten südlichen Indischen Ozean zwischen 30 und 50 Grad Süd. Die Vögel aus dem südlichen Afrika und Süd-West-Australien mirgieren bis nach Osten zur Tasmanischen See und bis nordöstlich von Neuseeland.

Ernährung

Der Indische Gelbnasenalbatros ist ein reiner Fleischfresser. Seine Nahrung besteht dabei zu 90 Prozent aus Fischen (Actinopterygii) und 10 Prozent aus Weichtieren (Mollusca) sowie aus Kopffüßern (Cephalopoda). Jedoch verzehrt diese Art weniger häufig Krebstiere (Crustacea). Der Fang der Beutetiere erfolgt meist in unmittelbarer Nähe zur Wasseroberfläche. Aus geringer Höhe läßt sich der Indische Gelbnasenalbatros pfeilartig ins Wasser fallen. Unter Wasser dienen die Flügel als Vortriebsorgan. Eine andere Methode ist das Abtauchen von der Wasseroberfläche. Die durchschnittliche Tauchtiefe liegt bei etwa drei Meter. Der Indische Gelbnasenalbatros kann jedoch auch leicht eine Tauchtiefe von bis zu sieben Meter erreichen. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend am Tage.

Indischer Gelbnasenalbatros - Nahrungsaufnahme
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Indischer Gelbnasenalbatros - Nahrungsaufnahme

Fortpflanzung

Der Indische Gelbnasenalbatros erreicht die Geschlechtsreife erst sehr spät mit fünf bis sechs Jahren. Die Paarbindung erfolgt meist schon mit drei bis vier Jahren. Die Geschlechter leben in einer monogamen Einehe, die ein Leben lang hält. Außerhalb der Paarungszeit leben die Geschlechter allerdings getrennt voneinander auf dem Meer. Haben sich die Paare nach der langen Pause wieder vereinigt, so kommt es zur Balz. Die Balz fördert die dauerhafte Paarbindung und endet in der eigentlichen Kopulation. Der Indische Gelbnasenalbatros ist ein Jahres- und Koloniebrüter. Das Brüten erfolgt entweder einzeln oder in lockeren Kolonien. Die Brutzeit findet von September bis Oktober statt, von November bis Dezember schlüpft das Küken und von März bis April ist der Jugendliche flügge. Der Indische Gelbnasenalbatros brütet an Hängen oder auf Felsen. In der Regel befindet sich das Nest auf kahlen, felsigen Flächen, aber manchmal auch im Tussock-Gras und in Farnen. Das Gelege besteht nur aus einem Ei. Jahr für Jahr kehrt der Indische Gelbnasenalbatros immer wieder zu seiner angestammten Brutkolonie zurück. Bis auf kleinere Streitigkeiten geht es in der Kolonie ausgesprochen friedlich zu. Um die Verteidigung des Geleges kümmern sich beide Elternteile. Das Wärmen des Eies nimmt zwischen 70 und 72 Tage in Anspruch und wird durch beide Geschlechter gewährleistet. Das Küken schlüpft mit bereits geöffneten Augen, ist ansonsten aber nur wenig weit entwickelt und vollständig von den Eltern abhängig. Die ersten Wochen bleibt immer ein Elternteil bei dem Küken und sorgt für Schutz, während der zweite Elternteil sich um die Nahrungsbeschaffung kümmert. Später gehen beide Elternteile gleichzeitig auf Nahrungssuche, da der Nahrungsbedarf ab dem zweiten und dritten Lebensmonat durch ein Elternteil nicht mehr zu decken ist. Die volle Flugfähigkeit wird im Alter von 110 bis 120 Tagen erreicht. Die sehr lange Nestlings- und Betreuungszeit erstreckt sich über gut vier, nicht selten sogar fünf Monate. Erst danach ist der Jungvogel selbständig und löst sich von den Eltern.

Gefährdung und Schutz

Indischer Gelbnasenalbatros im Flug
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Indischer Gelbnasenalbatros im Flug

Laut der Roten Liste der IUCN wird die Art als stark gefährdet eingestuft auf der Grundlage eines geschätzten sehr schnellen anhaltenden Rückgangs über drei Generationen (71 Jahre) basierend auf Daten der Population auf der Insel Amsterdam. Dieser Rückgang ist das Ergebnis der hohen Sterblichkeitsrate der Erwachsenen aufgrund der Langleinenfischerei und der Krankheiten. Der Indische Gelbnasenalbatros wird ebenfalls in ACAP Anhang 1 geführt. Auf der Insel Amsterdam wurden Überwachungen und Studien der Nahrungssuche durchgeführt. Die Insel Prince Edward ist ein Naturschutzreservat. Des Weiteren wurden Impfungen getestet, diese können aber nicht in großem Maßstab durchgeführt werden. Im Jahre 2006 erließ die Indian Ocean Tuna Commission eine Maßnahme, dass beim Fischfang mit Langleinen eine Scheuchvorrichtung für die Vögel anzubringen ist. Südafrika hat seine Langleinenfänger dazu verpflichtet, eine Reihe von Abhilfemaßnahmen einzuführen. Die Überwachungen auf den Inseln Amsterdam, Prince Edward und Crozet sollten konsequenter durchgeführt werden. Ferner sollte weitere Forschungen zur Ursache und Entstehung der Krankheiten erfolgen. Eine Durchführung weiterer Studien zur Nahrungssuche und Interaktion mit der Fischerei sind ebenfalls erforderlich. Des Weiteren Überwachung der Beifänge mit Langleinen und die damit verbundenen Best Practice-Methoden in allen Fischereien, auch über zwischenstaatliche Mechanismen unter der Schirmherrschaft des ACAP, FAO, CMS und Regional Fisheries Management Organisations wie CCAMLR.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)
  • Die Familie der Albatrosse (Diomedeidae)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

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