Indische Sternschildkröte

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Indische Sternschildkröte

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
Gattung: Geochelone
Art: Indische Sternschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Geochelone elegans
Schoepff, 1794

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Indische Sternschildkröte (Geochelone elegans) gehört innerhalb der Familie der Landschildkröten (Testudinidae) zur Gattung der Geochelone.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Indische Sternschildkröte erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 20 bis 38 Zentimeter sowie ein Gewicht von durchschnittlich 3.500 bis 5.000 Gramm. Das größte bisher gefundene Exemplar wog um die 7.000 Gramm. Weibchen werden beträchtlich größer als Männchen. Die nördlichen Populationen erreichen eine größere Carapaxlänge als die südlichen Populationen. Neben dem Größenunterschied zeigen sich noch weitere Geschlechtsdimorphismen. Weibchen haben eine deutlich rundlichere Form. Der Schwanz des Männchens ist größer und an der Wurzel breiter und sein Plastron ist konkav geformt.

Markantes Merkmal dieser Art sind die höckerartigen Strukturen auf dem Carapax. Der Panzer ist oberseits gelblichbraun gefärbt. Von jedem der Höcker laufen von der Spitze sternförmige Muster zu den Seiten der Höcker aus. Diese Strahlen sind hellbraun bis ocker gefärbt. Die Muster verblassen mit zunehmendem Alter allerdings. Die vorderen Extremitäten weisen glatte Schuppen auf. Diese Schuppen fehlen an den hinteren Extremitäten. Beine und Kopf sind bräunlich gefärbt. Die Füße enden in jeweils fünf Zehen, die mit Krallen bewehrt sind. Die Krallen der Weibchen sind an den Hinterbeinen kräftiger ausgeprägt. Die Weibchen graben damit die Erdmulden für die Eiablage. Die Unterseite und die Weichteile sind überwiegend cremefarben und weisen unregelmäßige dunkelbraune und schwarze Flecken auf. Der Kopf ist schwärzlich gesprenkelt.

Verbreitung

Vorkommen

Die Indische Sternschildkröte ist in weiten Teilen von Indien verbreitet. Darüber hinaus leben kleinere Populationen im Südosten Pakistans und auf Sri Lanka. Ob es sich bei den drei Verbreitungsgebieten um unterschiedliche Unterarten handelt, ist abschließend noch nicht geklärt. Selbst die Populationen auf dem Indischen Subkontinent unterscheiden sich zum Teil in Färbung und Größe erheblich. Tiere in nördlichen Verbreitungsgebieten sind dunkler gefärbt und der Carapax ist etwas länger. Die Populationen auf Sri Lanka ähneln denen, die im südlichen Indien vorkommen.

Lebensraum

Der Lebensraum kann sich je nach Verbreitungsgebiet deutlich unterscheiden. Es werden sowohl mäßig feuchte Sekundärwälder als auch halbtrockene Savannen, Steppen und Halbwüsten. Während der heißen Tageszeit sucht die Indische Sternschildkröte Schutz unter Steinen, in Felsspalten oder unter Bäumen und Büschen.

Gefährdung, Schutz

Die Indische Sternschildkröte ist zwar noch nicht akut vom Aussterben bedroht, jedoch sind die Bestände seit Jahrzehnten rückläufig. Die Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere der Sekundärwälder, stellt in Indien die größte Gefahr dar. Weitflächig werden Wälder für Ackerland gerodet, um die ständig steigende Zahl der Einwohner zu ernähren. Auch die Umweltverschmutzung wirkt sich negativ auf die Bestände aus. Und drittens landen viele Indische Sternschildkröten auf der Speisekarte der Bevölkerung, insbesondere auf der Speisekarte der ärmsten Bevölkerung. Ein weiterer Gefährdungsfaktor ist der Wildfang für den illegalen Haustierhandel. Der Fang ist gesetzlich verboten. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Indische Sternschildkröte unter weltweitem Schutz. Der Schutzstatus gilt seit 1972.

Ernährung

Die Indische Sternschildkröte ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Zur bevorzugten Nahrung gehören Gräser und Kräuter. Nur selten frisst sie auch Insekten, Larven und Aas. Fleischliche Nahrung bildet allerdings nur einen kleinen Teil an der Gesamtnahrung. In der kalten Jahreszeit, in der Nahrung knapp ist, fährt die Indische Sternschildkröte ihren Stoffwechsel deutlich herunter. So kann sie über Wochen ohne Nahrung auskommen.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Indischen Sternschildkröte erreichen die Geschlechtsreife mit acht bis zwölf Jahren, Männchen bereits mit etwa sechs bis acht Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Lebensräumen über die Regenzeit. In den nördlichen Verbreitungsgebieten erstreckt sich die Regenzeit meist von Juni bis September. Die Paarungszeit geht recht ruhig von statten. Es kommt auch zu keinen Kommentkämpfen zwischen rivalisierenden Männchen. Ist ein Weibchen paarungsbereit, so zieht sie ihren Kopf ein und entblößt so ihre Kloake. Jetzt kann das Männchen aufreiten. Etwa neun bis zwölf Wochen nach der Paarung kommt es zur Eiablage. Sie gräbt an geschützter Stelle eine Mulde in den lockeren Sand. Dabei achtet das Weibchen darauf, dass der Erdboden nicht zu feucht ist. Dies würde den Bruterfolg gefährden. Eine Grube weist in der Regel eine Tiefe von bis zu 15 Zentimeter auf. Hier hinein legt sie zwischen zwei und sechs Eier, die eine Größe von 45 mal 35 Millimeter sowie ein Gewicht von 20 bis 40 Gramm aufweisen.

Nach erfolgter Eiablage verschließt sie die Grube sorgsam. Je nach Umgebungstemperatur erstreckt sich die Brutzeit über 80 bis 120 Tage. Dabei beträgt die Bruttemperatur zwischen 29 und 30, selten bis 31 Grad. Die Schlüpflinge weisen eine Länge von etwa 35 bis 45 Millimeter auf. Die Geschlechter richten sich wie bei allen Schildkröten nach der Bruttemperatur. Bis 30 Grad entwickeln sich überwiegend Männchen, darüber fast ausschließlich Weibchen. Der Grenzwert liegt bei etwa 30,5 Grad. Die Schlüpflinge sind von Anfang an auf sich alleine gestellt, da seitens der Mutter keine Brutpflege betrieben wird.

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