Incilius coniferus

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Incilius coniferus

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Kröten (Bufonidae)
Gattung: Incilius
Art: Incilius coniferus
Wissenschaftlicher Name
Incilius coniferus
(Cope, 1862)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Art Incilius coniferus, auch unter den Synonymen Bufo coniferus, Bufo auritus, Bufo ehlersi, Bufo gabbi und Cranopsis coniferus bekannt, zählt innerhalb de Familie der Kröten (Bufonidae) zur Gattung Incilius. Im Englischen wird die Art green climbing toad genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 53,0 bis 72,0 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 76,0 bis 94,0 Millimeter erreicht. Der Kopf ist breiter als lang und von oben gesehen erscheint der Kopf ein wenig eiförmig. Die Schnauze ist an der Spitze verbreitert und hat von oben gesehen einen kleinen vertikalen Wulst. Im Profil ist die Schnauze fast angeschnitten, und der Oberkiefer geht weit über den Unterkiefer hinaus. Die Nasenlöcher sind dorsolateral und stark vorspringend und befinden sich näher an der Schnauzenspitze als die Augen. Die Augen sind groß und der Durchmesser ist gleich dem Abstand zwischen der Augenhöhle und der Schnauzenspitze. Die Haut des Kopfes ist an dem oberen Schädelknochen verknöchert. Die Kröte besitzt gut entwickelte schwarze postorbiale, parietale, supratympanische sowie prätympanische Wülste. Im Gegensatz dazu ist der Labialwulst schlecht ausgeprägt und die präorbitalen Wülste sind variabel. Die Paratoid-Drüse ist in der Form ebenfalls variabel, sie kann länglich, oval oder dreieckförmig sein. Sie ist mit dornigen Warzen bedeckt, die nur wenig größer als die benachbarten Warzen sind. Das Trommelfell ist deutlich ausgeprägt. Der Körper insgesamt erscheint ziemlich dick und über der Brust zeigt sich eine leichte Hautfalte. Die dorsalen Flächen sind mit weit auseinander liegenden dunklen spitzförmigen Warzen bedeckt. Eine längliche Reihe von großen, dunklen, spitzförmigen dornigen Warzen bedecken die Flanken und an der Unterseite zeigen sich ebenfalls dornige Tuberkel mit Ausnahme des Bauches. <1>

Die Finger sind lang und leicht mit seitlichen Leisten-Schwimmhäuten versehen. Der Finger II ist länger als der Finger I und der Finger IV ist länger als die beiden Finger I und II. Die subarticularen Warzen unter den Fingern und Zehen sind gerundet und ziemlich abgeflacht. Ein kleines dreieckiges Daumenfeld und eine große quadratische Hornschwiele sind vorhanden. Die Tuberkel am Mittelhandknochen sind gut entwickelt. Die Zehen haben moderate Schwimmhäute und der Zeh III ist etwas länger als der Zeh V. Die Tuberkel der inneren Mittelfußknochen sind klein und die Tuberkel der äußeren Mittelfußknochen sind klein oder gar nicht vorhanden.
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Incilius coniferus
Des Weiteren zeigt sich eine Hautfalte an der Ferse und am Knie. Ausgewachsene Männchen haben ein oder zwei Vokalschlitze und ein voll dehnbarer einzelner interner subgularer Vokalsack, im aufgeblasenen Zustand nimmt dieser eine runde Form an. Ferner zeigen sich bei den erwachsenen Männchen dunkelbraune Brunstschwielen auf den oberen Flächen der Finger I und II. Die dorsale Färbung ist in der Regel gelb-grün bis oliv-grün, manchmal auch grau bis braun. Die Farbe ist einheitlich oder mit kontrastierenden dunklen oder weißen Flecken oder dunkle Flecken mit einem oder zwei Goldflecken. Die Jungkröten erreichen eine Körperlänge von etwa 30,0 Millimeter und sind in der Regel hellgrün gefärbt und weisen rote bis orange Warzen auf. Der Bauch ist schmtzig weiß gefärbt und die Iris ist grün und braun getönt. <2>

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Art Incilius coniferus von Nord-Zentral-Nicaragua, Costa Rica und Panama sowie an beiden atlantischen und pazifischen Küsten bis zur pazifischen Tieflandebene von Kolumbien und Ecuador im Norden verbreitet. Die Art tritt in Costa Rica in einer Höhe von etwa 1.500 Meter über dem Meeresspiegel auf. Incilius coniferus ist eine nachtaktive Art und hält sich bevorzugt in feuchten Niederungen und am Rand von tropischen Wäldern, einschließlich in Sekundärwäldern, an Waldrändern, auf Freiflächen in der Nähe des Waldes auf. Gelegentlich sieht man die Art auch auf offenen Flächen in der Nähe von Städten. Sie lebt sowohl auf dem Boden als auch auf Bäumen und laicht in Bächen, Flüssen, und in flachen Teichen.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Art in folgenden Ländern vor: Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Nicaragua und Panama. In Ecuador überschneidet sich das Verbreitungsgebiet mit der Reserva Ecológica Cotacachi-Cayapas und mit mehreren Schutzgebieten in Kolumbien sowie mit den Schutzgebieten in Zentralamerika. Die Art hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, Feuchtgebiete (Inland) wie permanente Flüsse, Bäche, schmale Buchten einschließlich Wasserfälle, permanente Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, ländliche Gärten, urbanisierte Flächen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Incilius coniferus
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Incilius coniferus

Incilius coniferus ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) wie Grillen, Käfer, Ameisen, Bienen und Motten. Gelegentlich verspeist die Kröte auch Schnecken und sogar Teile von Pflanzen nimmt die Kröte zu sich.

Fortpflanzung

Wie bei allen Kröten, so wird die Paarung auch bei dieser Kröte im Wasser vollzogen. Hat ein Männchen ein Weibchen erobert, so klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit seinen sehr langen Vorderbeinen am Körper des Weibchens fest. Nach wenigen Tagen kommt es im Wasser zur Eiablage. Das Weibchen stößt Stränge von Eiern durch Muskelkontraktion aus. Das Männchen bemerkt diese Muskelkontraktion und gibt gleichzeitig sein Sperma ab, um die Eier zu befruchten. Die Anzahl der Eier variiert stark mit dem Alter des Weibchens. Nach rund zehn bis vierzehn Tagen der Embryonalentwicklung schlüpfen die Kaulquappen. Die Kaulquappen leben gesellig und schwimmen meist in größeren Schwärmen umher. Dabei halten sie sich wegen der Wärme meist in den oberen Wasserschichten auf. Sie ernähren sich hauptsächlich von Kleinstlebewesen, Algen und totem organischem Material. Sie verschmähen dabei selbst Aas nicht. Auch gestorbene Artgenossen bleiben nicht verschont. Die Metamorphose zur Jungkröte ist nach rund 70 bis 90 Tagen abgeschlossen. Zu diesen Zeitpunkt begeben sich die Jungkröten dann an Land und geben ihr amphibisches Leben auf.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört Incilius coniferus heute noch nicht zu den bedrohten Kröten. Die Art ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt Incilius coniferus selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als least concern (nicht gefährdet) geführt. Auch wenn die Art noch nicht als gefährdet geführt wird, so geht doch die größte Bedrohung durch Abholzung der Wälder für die landwirtschaftliche Entwicklung sowie illegale Bepflanzungen, Bergbau, exotische Einführung von Arten und menschliche Besiedlung sowie durch Verschmutzung und durch Verteilung von illegaler Kulturen aus.

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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