Humboldt-Pinguin

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Humboldt-Pinguin

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
Familie: Pinguine (Spheniscidae)
Gattung: Brillenpinguine (Spheniscus)
Art: Humboldt-Pinguin
Wissenschaftlicher Name
Spheniscus humboldti
Meyen, 1834

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Der Humboldt-Pinguin (Sphenisus humboldti) gehört innerhalb der Familie der Pinguine (Spheniscidae) zur Gattung der Brillenpinguine (Spheniscus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Humboldt-Pinguin wurde nach dem deutschen Forscher Alexander von Humboldt benannt. Er erreicht eine Größe von bis zu 70 Zentimeter und ein Gewicht von 3.500 bis 5.000 Kilogramm. Die geselligen Tiere leben in zum Teil großen Kolonien und werden 20 bis 25 Jahre alt. Gut zu erkennen sind sie an dem schwarzem Band unterhalb des weißen Kehlbandes. Der weiße Bauch ist mit vielen schwarzen Flecken gekennzeichnet. Die Augen und der Schnabelansatz sind rosa gefärbt. In freier Wildbahn leben nur noch wenige tausend Tiere, die Art ist akut vom Aussterben bedroht. In Zoos werden diese pflegeleichten Vögel sehr oft gehalten.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst die Küstengebiete und küstennahen Inseln an der Pazifikküste von Chile und Peru. Sie bevorzugen kalte und fischreiche Gewässer. Im Juni 2007 tauchte erstmals ein Humboldt-Pinguin vor der Küste Alaskas auf. Der Pinguin hatte sich in einem Fischernetz verfangen. Es handelte sich um ein einzelnes Tier, dass sich wahrscheinlich verirrt hatte. Forscher halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass ein Humboldt-Pinguin eine Strecke von mehreren Tausend Kilometern zurücklegen konnte. Man vermutet, dass der Pinguin per Schiff in die Region verbracht wurde. <1>

Nahrung

Neben Fisch frisst der Humboldt-Pinguin auch Tintenfische, die er in Tiefen von bis zu 20 Metern erjagt. Seine Tauchzeit beträgt dabei über zwei Minuten. Mit seinen Flügeln, die er zum Vortrieb unter Wasser einsetzt, kann er Geschwindigkeiten von 40 km/h erreichen.

Fortpflanzung

Humboldt-Pinguine sind Höhlenbrüter und leben in einer monogamen Einehe. Sie graben diese Höhlen selbst, nutzen aber auch verlassene Höhlen anderer Tiere. Das Weibchen legt zwei Eier in ihre Bruthöhle, die etwa 35 bis 40 Tage gewärmt werden. Die Jungvögel werden von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt und erreichen die Geschlechtsreife mit knapp vier Jahren. Die Lebenserwartung in Gefangenschaft liegt bei über 20 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Boris M. Culik & Rory P. Wilson: Die Welt der Pinguine. Überlebenskünstler in Eis und Meer. Blv Buchverlag; 1993 ISBN 3405144760
  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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