Hornissenschwebfliege

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Hornissenschwebfliege

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Infraordnung: Deckelschlüpfer (Cyclorrhapha)
Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)
Gattung: Volucella
Art: Hornissenschwebfliege
Wissenschaftlicher Name
Volucella zonaria
Poda 1761

Die Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria), die auch Große Waldschwebfliege oder Riesen-Hummelschwebfliege genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Schwebfliegen (Syrphidae) zur Gattung Volucella

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Hornissenschwebfliege erreicht eine stattliche Körperlänge von 18 bis 22 Millimeter. Der Halsschild, also das Mesoscutum, ist charakteristisch rotbraun gefärbt und wirkt glänzend. Der Hinterleib ist rotgelblich und weist zwei schwarze Querbinden auf. Zum Ende des Abdomens geht die rotgelbe Grundfärbung in ein leuchtendes Gold über. Die großen Komplexaugen liegen seitlich am Kopf und berühren sich an der Stirn nicht. Die Stirn und der vordere Teil des Kopfes weisen eine gelbliche Färbung auf. Die Extremitäten und die Flügel sind rotbraun gefärbt.

Lebensweise

Insgesamt ähnelt die Hornissenschwebfliege einer Hornisse. Ein solches Nachahmen wird in der Biologie als Mimikry bezeichnet. Das Aussehen schützt die Hornissenschwebfliege vor den meisten Fressfeinden. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von Mai bis September.

Verbreitung

Die Hornissenschwebfliege hat ein weites Verbreitungsgebiet. In Europa ist diese Schwebfliege insbesondere in Mittel- und Südeuropa verbreitet. In Asien ist die Hornissenschwebfliege vom westlichen Sibirien bis nach Ostasien verbreitet. Auch im nördlichen Afrika und dem Nahen Osten ist sie häufig anzutreffen. Die Hornissenschwebfliegen bevorzugen meist offenes Gelände wie Grasland, Feuchtwiesen und Äcker mit blütentragenden Pflanzen. Auch in Gärten und an Waldrändern sind sie oft anzutreffen. Geschlossene Wälder hingegen werden gemieden. In Mittelgebirgen kann man Hornissenschwebfliegen bis in Höhen von rund 1.800 Meter über NN. beobachten.

Ernährung

Wilde Möhre (Daucus carota)
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Wilde Möhre (Daucus carota)

Die Imagines der Hornissenschwebfliege sind meistens auf verschiedenen Doldenblütlern anzutreffen, wo sie sich von deren Nektar ernähren. Die Aufnahme des Nektars erfolgt über einen Rüssel. Zu den beliebtesten Pflanzen gehören unter anderem Wilde Möhre (Daucus carota), Kerbel- und Selleriegewächse, Brenndolde (Cnidium), Steckenkräuter (Ferula) und ähnliche Pflanzen. Die Larven ernähren sich von Detritus, der zumeist unter den Wespen- und Hornissennester gefunden wird.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit und Fortpflanzungszeit der Hornissenschwebfliege erstreckt sich über den Sommer und geht zeitgleich einher mit der Paarungszeit von Wespen und Hornisse. Selten erfolgt die Eiablage auch in Hummelnestern. Das Weibchen legt ihre Eier zumeist an die Innenseite einer Wand eines Wespen- oder Hornissennestes ab. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven ernähren sich von totem organischen Material. Sie fressen dabei ausschließlich tierisches Detritus. Dieses Material finden die Larven in der Regel unterhalb der Wirtsnester in den Abfallhaufen der Wespen und Hornissen. Unter Detritus versteht man in der Biologie jedes tote organische Material. Im Grunde genommen säubern sie so die Nester ihrer Wirtstiere. Mit einer Endlänge von gut 18 bis 20 Millimeter erreichen die Larven eine beachtliche Größe. Sie weisen eine gelbliche bis weißliche Färbung auf. Nach mehreren Häutungsstadien erfolgt die Verpuppung im Erdboden. Hier überwintern sie im Puppenstadium, bevor sie im nächsten Frühjahr schlüpfen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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