Hoatzin

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Hoatzin

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
Familie: Hoatzine (Opisthocomidae)
Gattung: Hoatzine (Opisthocomus)
Art: Hoatzin
Wissenschaftlicher Name
Opisthocomus hoazin
Müller, 1776

Verbreitungsgebiet

Der Hoatzin (Opisthocomus hoazin) zählt innerhalb der Familie der Hoatzine (Opisthocomidae) zur Gattung der Hoatzine (Opisthocomus). Die Art wird gelegentlich auch Schopfhuhn oder Zigeunerhuhn genannt. Der Hoatzin ist eine sehr alte Vogelart. Die ältesten fossilen Funde weisen ein Alter von gut 50 Millionen Jahren auf.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Hoatzin erreicht eine Körperlänge von 60 bis 65 Zentimeter sowie ein Gewicht von rund 800 Gramm. Das Gefieder weist eine bräunliche Grundfärbung auf. Der Schwanz ist grünlich und ist durch eine weißliche Binde gekennzeichnet. Das Gesicht ist überwiegend unbefiedert, die Haut weist eine bläuliche Färbung auf. Die Augen sind rot gefärbt. Der Hals ist relativ lang. Hier liegt auch der Kropf, wo Nahrung zwischengespeichert wird. Am Hinterkopf befindet sich eine aufstellbare Federhaube. Diese Federhaube bildet sich bei Jungvögeln erst mit Erreichen der Geschlechtsreife. Die Jungvögel haben an den Flügelenden kleine Krallen, die sich im Laufe des ersten Lebensjahres wieder zurückbilden. Auf der Flucht vor Fressfeinden können sie mit den Flügelkrallen an einen Baumstamm hinaufklettern. Aufgrund dieser Flügelkrallen wurde dem Hoatzin lange Zeit eine Verwandtschaft mit dem Archaeopteryx nachgesagt. Neuste Untersuchungen haben allerdings ergeben, dass dies nicht der Fall ist.

Während der Paarungszeit ist der Hoatzin ausgesprochen territorial. Ihr Revier markiert ein Pärchen durch lautstarke Ausrufe. Hoatzine leben paarweise oder in kleinen Familiengruppen. Der Nachwuchs aus dem Vorjahr hilft zumeist bei der Aufzucht der Küken. Der Hoatzin kann zwar fliegen, er ist aber ein schlechter und nur wenig ausdauernder Flieger. Er gilt allerdings als guter Schwimmer und Taucher.

Verbreitung

Der Hoatzin lebt in den nördlichen und zentralen Teilen Südamerikas. Sie sind insbesondere im Amazonasbecken zu finden. Der Hoatzin lebt entlang von Flussläufen, an Seen und Teichen sowie in Sümpfen. Bevorzugter Lebensraum sind dabei lichte Galeriewälder.

Ernährung

Der Hoatzin ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Sie ernähren sich von Blüten, Früchten, und den Blättern bestimmter Pflanzen. Nur gelegentlich ernährt er sich auch von kleinen Fischen und anderen Wassertieren. Nahrung wird, bevor sie verschlungen wird, im Kropf zwischengespeichert. Hier wird die Nahrung mit Hilfe von Bakterien aufgeschlossen. Aus dem Kropf wird auch der Nachwuchs mit Nahrung versorgt.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Hoatzin mit knapp einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt während der Regenzeit. Die Nester werden in Bäumen am Ufer eines Gewässers angelegt. In der Regel befinden sich die Nester in niedriger Höhe zwischen den Astgabeln über dem Wasser. Ein Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern, die über einen Zeitraum von gut 24 bis 26 Tagen von beiden Elternteilen ausgebrütet werden. Die Nestlingszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Wochen. Droht den Jungvögeln Gefahr, so lassen sie sich aus dem Nest ins Wasser fallen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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