Herbstspinne

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Herbstspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Dickkieferspinnen (Tetragnathidae)
Gattung: Herbstspinnen (Metellina)
Art: Herbstspinne
Wissenschaftlicher Name
Metellina segmentata
Blackwall, 1870

Die Herbstspinne (Metellina segmentata), auch unter dem Synonym Meta segmentata bekannt, zählt innerhalb der Familie der Dickkieferspinnen (Tetragnathidae) zur Gattung der Herbstspinnen (Metellina).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Weibchen der Herbstspinne erreicht eine Körperlänge von sechs Millimeter, das Männchen bleibt mit vier Millimeter deutlich kleiner. Der längliche Körper ist im vorderen Bereich hellbraun bis dunkelbraun gefärbt, der Abdomen weist vor allem beim Weibchen eine gelblich bis rötliche Zeichnung auf, die weiß abgesetzt ist. Ansonsten ist der Absomen bräunlich gefärbt. Die vier Beinpaare teilen sich optisch in zwei Größenbereiche. Die hinteren beiden Beinpaare sind relativ kurz und dienen der Spinne zum Festhalten, die vorderen Beinpaare sind stark verlängert. Aufgrund dieser Eigenschaft wurde die Herbstspinne lange Zeit zu den Streckerspinnen gezählt, mit denen sie viele Gemeinsamkeiten haben. Bei Gefahr sieht man die Spinne in langgestreckter Haltung. Die Herbstspinne baut kleine Radnetze, im Innern mit einer offenen Nabe. Mit dem Netz fängt sie ihre Beutetiere. Die Herbstspinne ist in freier Natur von April bis in den Sommer zu beobachten.

Verbreitung

Die Herbstspinne kommt in weiten Teilen der Palärarktis vor. Sie ist insbesondere in Europa von den britischen Inseln bis weit nach Rußland hin verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Osten bis ins westliche Sibirien. Sie bewohnt meist die Ränder von Flußufern, Teichen, Seen und Tümpeln. In diesen Biotopen kann man sie meist an Halmen oder an Stengeln der unteren Kraut- und Strauchschicht beobachten. Auch reine Fichtenwälder werden gerne besiedelt. Insgesamt bevorzugt die Herbstspinne feuchte bis mäßig feuchte Habitate. Man trifft sie nur im Flachland an, Höhenlagen werden gemieden.

Nahrung

Als Lauerjägerin wartet die Herbstspinne in der Mitte ihres kleinen Netzes auf Beute. Gefangene Beutetiere, in der Regel kleinere Insekten, werden in Vorratspaketen abseits des Netzes gelagert. Das verabreichte Gift enthält Enzyme und Eiweiße, die die Beutetiere vorverdauen. Ist die Spinne hungrig, so öffnet sie ein Paket und saugt das Opfer aus. Das Netz wird nach jedem Beutefang sorgsam repariert.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Herbstspinne beginnt meist im zeitigen Mai. Das Männchen nähert sich dabei dem wesentlich größeren Weibchen und bewegt dabei seine Taster auf und ab. Paarungsbereite Weibchen verhalten sich passiv und abwartend. Das Männchen kann nun das Weibchen besteigen. Er bringt mit seinen Pedipalpen die Samenpakete an das Begattungsorgan des Weibchens. Dieser Vorgang kann durchaus einige Stunden dauern. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. Das Weibchen der Herbstspinne legt die Eier in einen Kokon ab, den sie mit ihrer Seide webt und an Pflanzenteilen befestigt. Bis zum Schlupf der Spiderlinge wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen beschützt. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Spiderlinge nach rund 100 Tagen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Platnick, Norman I. (2008): The world spider catalog, version 8.5. American Museum of Natural History.
'Persönliche Werkzeuge