Henri Milne Edwards

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Henri Milne Edwards
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Henri Milne Edwards

Prof. Dr. Henri Milne Edwards (* 23. Oktober 1800 in Brügge; ∞ Laura Trézel; † 29. Juli 1885 in Paris) war ein französischer Zoologe, Karzinologe (Lehre von den Krebstieren), Arzt und Naturforscher.

Leben

Henri Milne Edwards wurde als 27. Kind des Briten William Edwards und der Französin Elisabeth Vaux am 23. Oktober 1800 in Brügge geboren, verbrachte sein Leben aber hauptsächlich in Frankreich. Da er sehr viele Geschwister hatte, ließ er seinen zweiten Vornamen Milne zum Teil seines Nachnamens ändern, schrieb sich aber ohne Bindestrich (Milne Edwards). Erst sein Sohn Alphonse Milne-Edwards (1835–1900) fügte seinem Familiennamen dann einen Bindestrich hinzu.

Henri Milne Edwards schloss 1823 erfolgreich sein Medizinstudium in Paris ab, jedoch wandte er sich anschließend der Naturgeschichte niederer Tiere zu. Schon 1828 gab er in Paris sein erstes wissenschaftliches Werk heraus:

Recherches anatomiques sur les crustacés.

und stellte es an der Académie des sciences in Paris vor. Dort diente es ein Jahr darauf Georges Cuvier (1769–1832) als Grundlage für einen sehr sorgfältig recherchierten und vielerseits gelobten Bericht. Dieses Werk verkörperte die Resultate zweier Ausgrabungsexpeditionen zusammen mit Jean Victoire Audouin (1797–1841) nahe Granville in den Jahren 1826 bis 1828 und wurde unter den Fachleuten wegen seiner klaren Einteilung der marinen Fauna in vier Küstenzonen Frankreichs schnell berühmt.

Milne Edwards wurde 1832 Professor für Hygiene und Naturgeschichte am Lycée der École Centrale des Arts et Manufactures in Paris. Im Jahre 1841 wurde er Professor für Entomologie am Muséum national d'Histoire naturelle in Paris und 1843 Professor für Entomologie und Vergleichende Physiologie an der Faculté des Sciences der Sorbonne. Er übernahm 1862 die Leitung der Zoologischen Abteilung als Professor für Zoologie von Isidore Geoffroy Saint-Hilaire (1805–1861) und wurde 1864 Direktor des Museums. Im Jahre 1856 bekam er von der Royal Society in London die Copley Medal als Anerkennung seiner zoologischen Forschungsergebnisse. Sein wichtigstes Werk ist:

Leçons sur la physiologie et l'anatomie comparée de l'homme et des animaux faites à la faculté des sciences de Paris.
Masson, Paris 1857–81.

Am 29. Juli 1885 verstarb Milne Edwards in Paris. Er hinterließ mit seiner Ehefrau Laura Trézel neun Kinder, darunter Alphonse Milne-Edwards, der 1876 am Museum national d'Histoire naturelle Professor für Ornithologie wurde und sich insbesondere mit Vogelfossilien und der Meeresforschung beschäftigte.

Weitere Werke

  • A manual of surgical anatomy ... Desilver, Philadelphia 1828.
  • A manual of materia medica and pharmacy. Careys & Lea, Philadelphia 1829.
  • Cahiers d'histoire naturelle. Crochard & Masson, Paris 1833–53.
  • Annales des sciences naturelles, zoologie et biologie animale. Masson, Paris 1834–85.
  • Élémens de zoologie. Crochard & Dumont, Paris, Brüssel 1834–37.
  • Histoire naturelle des crustacés. Roret, Paris 1834–40.
  • Outlines of anatomy and physiology. Little & Brown, Boston 1841.
  • Die Zoologie. Scheible, Rieger & Sattler, Stuttgart 1848–58.
  • Quelques remarques sur l'emploi du sel en agriculture ... Paris 1849.
  • A monograph of the British fossil corals. London, 1850–72.
  • Zoologie. Langlois, Leclercq & Masson, Paris 1850–58.
  • Mélanges carcinologiques. Martinet, Paris 1851–54.
  • Beiträge zur allgemeinen Zoologie. Müller, Stuttgart 1853.
  • Histoire naturelle des coralliaires ou polypes proprement dits. Roret, Paris 1857–60.
  • A manual of zoology. Renshaw, London 1863.

Literatur

  • Marcelin Berthelot: Notice historique sur Henri Milne Edwards. Didot, Paris 1891.
  • Trevor Norton: Stars beneath the sea. Carroll & Graf, New York 2000. ISBN 0-786-70750-X
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