Heller Tigerpython

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Heller Tigerpython

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Pythons (Pythonidae)
Gattung: Eigentliche Pythons (Python)
Art: Tigerpython (Python molurus)
Unterart: Heller Tigerpython
Wissenschaftlicher Name
Python molurus molurus
Linnaeus, 1758

Der Helle Tigerpython (Python molurus molurus) ist eine Unterart des Tigerpython (Python molurus) und zählt innerhalb der Familie der Pythons (Pythonidae) zur Gattung der Eigentlichen Pythons (Python).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Mit einer Länge von bis zu fünf Meter bleibt der Helle Tigerpython deutlich kleiner als der Dunkle Tigerpython. Der Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Der Körper ist sehr muskulös und massig gebaut. Das durchschnittliche Gewicht eines ausgewachsenen Tieres liegt zwischen 30 und 50 kg. Das Höchstalter liegt zwischen 20 bis 30 Jahren. Vom Auge aus verlaufen drei keilförmige Streifen nach vorne, hinten und nach unten. Auf der Kopfoberseite zeigt ein pfeilförmigers Gebilde in Richtung Maul. Diese Bereiche sind braun mit einem grünen Schimmer und schwarz umrandet. In den Zwischenbereichen sind die Schuppen orangerot gefärbt. Der ganze Körperrücken ist mit unregelmäßigen braunen Flecken bedeckt, die cremefarben umrandet sind. An den Flanken setzen sich die Flecken vom Rücken fort, sind aber grünlicher und kleiner. Die Grundfarbe der Flanken ist silbergrau.

Lebensweise

Als nachtaktives Tier hat der Helle Tigerpython geschlitzte Pupillen. Die Männchen unterscheiden sich von den weiblichen Tieren durch ihre kleinere Größe, den ausgeprägten Aftersporen und die dickere Schwanzwurzel. Der Helle Tigerpython ist durch die Waldrodung und die immer dichter werdende Besiedelung, dem Fang für die Herstellung von Schlangenhaut- und Souvenierartikeln stark vom Aussterben bedroht.
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Aus diesem Grund ist er im Washingtoner Artenschutzübereinkommen im Anhang I eingeordnet. Dies hat zur Folge das diese Tiere nur mit gültigen CITES-Papieren gehandelt und nicht der Natur entnommen werden dürfen.

Verbreitung

Der Helle Tigerpython kommt in Westpakistan, Nepal, Indien und Sri Lanka vor. Sie leben in stark bewaldeten Gegenden, jedoch immer in Wassernähe.

Ernährung

Der Tigerpython frisst alles was er überwältigen kann, bevorzugt aber Säugetiere und Vögel. Er jagt selten, sondern wartet lieber energiesparend ab, bis ein Tier in die unmittelbare Nähe kommt. Durch schwingungswahrnehmende Rezeptoren auf der Bauchseite kann die Schlange beurteilen, ob es sich um ein in Größe und Art passendes Beutetier handelt oder nicht. Durch die Temperaturunterschiede wahrnehmenden Sinnesorgane und die gespaltene Zunge, mit der die Schlange kleinste Duftpartikel in der Luft wahrnehmen kann, ortet sie die Beute. Sie legt ihren Hals in eine S-Form. Sobald das Beutetier in Reichweite des blitzschnell ausstrecktbaren Halses ist, schlägt sie zu. Sie beisst in das Beutetier und umschlingt es mit ihrem Körper. Bei jedem Ausatmen des Beutetieres zieht die Schlange die Schlinge weiter zu, bis das Tier erstickt ist. Die Schlange frißt das Tier mit dem Kopf voran und ränkt dafür den Unterkiefer aus. Dadurch kann sie Beutetiere, die einen viel größeren Umfang als die Schlange haben, verschlingen. Je nach Größe des Beutetieres kann die Schlange mehrere Tage bis mehrere Monate ohne weitere Nahrung auskommen.

Fortpflanzung

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Mit etwa drei Jahren ist der Helle Tigerpython geschlechtsreif. Beim Zusammentreffen zweier geschlechtsreifer Tiere wird das Männchen das Weibchen verfolgen, und mit den Aftersporen kratzen, was stimulierend auf das Weibchen wirkt. Daraufhin schlingt er sein Schwanzende um das des Weibchen und führt seinen Penis in die Analspalte zu dem Geschlechtsorgan des Weibchens. Nach drei bis vier Monaten legt das Weibchen an einem geschützten Ort 20 bis 100 Eier. Fast einzigartig unter den Reptilien ist die Brutpflege, die sie dann betreibt. Sie umschlingt das Gelege und kontrolliert die Bruttemperatur, indem sie durch rhythmische Muskelkontraktionen die Bruttemperatur um bis zu 7°C erhöhen kann. In der Zeit der Brutpflege verlässt sie das Nest nicht und nimmt auch keine Nahrung zu sich. Nach einer Brutzeit von 60 bis 70 Tagen schlüpfen die Jungschlangen mit einer Länge von 50 bis 60 cm und einem Gewicht von 100 bis 150 Gramm.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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