Hawaii-Ohrwurm

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Hawaii-Ohrwurm
Bild:Copyright.jpg Aufnahme von Danilo Matzke (Entomologe)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Ohrwürmer (Dermaptera)
Familie: Labiidae
Überfamilie: Forficuloidea
Unterfamilie: Labiinae
Gattung: Spingolabis
Art: Hawaii-Ohrwurm
Wissenschaftlicher Name
Spingolabis hawaiiensis
(De Bormans, 1882)

Der Hawaii-Ohrwurm (Spingolabis hawaiiensis), auch unter den Synonymen Forficula hawaiiensis und Apterygida hawaiiensis bekannt, zählt innerhalb der Familie Labiidae zur Gattung Spingolabis. genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Eine Besonderheit bei dieser Art ist die vivipare (lebend gebährend) Fortpflanzung, die sonst eigentlich nur von den ektoparasitären Ohrwurm-Arten der Gattung Hemimerus und Arixenia bekannt ist.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Grundfärbung ist sehr dunkel bräunlich-schwarz, mit Ausnahme der Zange, diese ist dunkel rötlich. Die Oberfläche ist fein punktiert und behaart. Die Flügeldecken und Flügel sind gut entwickelt. Das Abdomen ist sehr lang und nach hinten verbreitert. Das letzte Tergit ist quer, mit mittigen und seitlichen Tuberkeln in der Nähe des hinteren Randes besetzt. Das Pygidium ist vergleichsweise klein, quadratisch und am Hinterrand konkav geformt. Die Zange ist recht stark und groß und variabel in der Größe. Die Zangenarme sind trigonal und die inneren Ränder sind mit einem großen scharfen Zahn versehen. Das Weibchen ähnlich dem Männchen, aber das letzte Tergit ist einfach, das Pygidium ist quer und die Zange gerade, elliptisch in der Mitte und zylindrisch an den Spitzen, die inneren Ränder sind gekerbt. Mit 13 bis 18 mm (Köper + Zange) Männchen wie Weibchen.

Verbreitung

Der Hawaii-Ohrwurm ist von Indonesien über Neuguinea bis Australien weit verbreitet. Er bewohnt vorzugsweise alte faulende Bananen-Stauden, kann aber auch unter Rinde vorkommen.

Ernährung

Die Ernährung des Hawaii-Ohrwurmes ist sehr vielseitig, ältere Apfelstücke und Kartoffeln werden genauso gern wie Fliegenmaden angenommen.

Weibchen m. Embryonen
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Weibchen m. Embryonen

Einer Studie von (Maruccp, 1955) zufolge, tritt der Hawaii-Ohrwurm als natürlicher Feind der Taufliege (Dacus dorsalis) in Hawaii besonders auffällig auf.

Fortpflanzung

Der Hawaii-Ohrwurm führt im Gegensatz zu den meisten Ohrwürmern eine vivipare Fortpflanzung durch. Dieses wurde erstmalig von (Maruccp, 1955) beschrieben hierbei handelt es sich um die erste Endeckung einer solcher Fortpflanzung bei Ohrwürmern überhaupt. Nach der Paarung sucht das Weibchen nach einiger Zeit ein Versteck auf, um dort die erste Larve zu gebären. Die Tragezeit beträgt nach (Maruccp, 1955) 30-40 Tage in meinen Zuchten variierte sich die Zeit zu 17-29 Tage bis die erste Larve geboren wurde. Der Zwischenraum von der ersten zur zweiten Larve beträgt 2 bis 5 Tage. Die Brutpflege besteht, außer dass die Weibchen lebende Larven zur Welt bringen, wohl auch darin, zu warten bis die frisch gehäuteten Larven ausgefärbt sind. Danach löst sich der Verband weitgehend wieder auf und die Larven gehen ihre eigenen Wege. Ein Weibchen kann bis zu 37 Larven über einen Zeitraum von 72 Tagen produzieren. Bei einem Weibchen meiner Zucht häutete sich die erstgeborene Larve zum Imago, da wurde die letzte Larve gerade erst geboren.

Entwicklungstabelle (L.) - letzte Larve
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Entwicklungstabelle (L.) - letzte Larve

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Matzke, D. (2011): Zur Entwicklungsbiologie des lebendgebärenden Hawaii-Ohrwurmes Sphingolabis hawaiiensis (De Bormans, 1882).- ZAG-Phoenix Jg.2(2) Heft4. Maruccp, (1955) : Notes on the Predatory Habits and Life Cycle of Two Hawaiian Earwigs. Proceedings, Hawaiian Entomological Society 15 (3): 565-569

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