Haubenhäher

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Haubenhäher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Haubenhäher (Platylophus)
Art: Haubenhäher
Wissenschaftlicher Name
Platylophus galericulatus
(Cuvier, 1817)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Haubenhäher (Platylophus galericulatus) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögeln (Corvidae) zur Gattung der Haubenhäher (Platylophus). Im Englischen wird der Haubenhäher crested jay genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Haubenhäher erreicht eine Körperlänge von etwa 27,9 bis 33,0 Zentimeter. Der Bereich des Oberschnabels von der Schnabelspitze bis zum Federansatz (Culmen) mißt etwa 2,3 Zentimeter, die Flügellänge etwa 14,2 Zentimeter, die Schwanzlänge etwa 13,4 Zentimeter und die Tarsuslänge etwa 3,3 Zentimeter. Die Oberseite und Unterseite dieser Art weisen eine schwarze Färbung auf. Die Flügel sind etwas brauner und der Schwanz ist ebenfalls schwarz gefärbt. Bei bestimmtem Lichteinfall zeigen sich am Schwanz wellenförmige kreuzartige Markierungen. Der Kopf ist mit einem riesigen Kamm ausgestattet, fast 7,6 Zentimeter lang. Oberhalb und unterhalb des hinteren Teil des Auges erkennt man kleine weiße Stellen. Die Halsseiten sind mit einem breiten weißen Fleck versehen, woduch das halbförmige Band durch die schwarze Färbung des Halses unterbrochen wird. Die Unterflügeldecken sind von einer schwarzen Tönung und einige Federn sind mit weißen Einschüssen besetzt. Der Schnabel und die Beine weisen ebenfalls eine schwarze Färbung.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Haubenhäher in den Gebieten von Sundaland vor, im Süden Tenasserim, Myanmar, auf der Halbinsel Thailand, Sabah, Sarawak und auf der Halbinsel Malaysia, Kalimantan, Sumatra sowie auf Java, Indonesien und Brunei, wo der Haubenhäher in den immergrünen Wäldern in einer Höhe von 1.500 Meter jedoch selten anzutreffen ist. Die Waldzerstörung in den Gebieten von Sundaland in Teilen Indonesiens wurden so umfangreich, dass alle primären Formationen bis 2010 verschwunden waren. In Thailand und Malayasia ist die Situation etwas anders. Dort bestehen noch submontane Wälder, wo sich die Art überwiegend aufhält und nicht unmittelbar bedroht ist. Die Haubenhäher sind sind sehr soziale und gesellige Vögel. Sie leben in Familienverbänden oder in Gruppen, die aus acht bis zehn Trupps bestehen können. Die meiste Zeit des Tages verbringen die Trupps auf schattigen Ästen oder Zweigen. Gelegentlich sieht man sie auch auf dem Boden nach Nahrung suchen.

Unterarten

Mount Kinabalu, Sabah, Borneo
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Mount Kinabalu, Sabah, Borneo

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Haubenhäher in folgenden Ländern verbreitet: Brunei Darussalam, Indonesien, Malaysia, Myanmar und Thailand. Der Haubenhäher bewohnt die subtropischen und tropischen feuchten Tieflandwälder sowie die subtropischen und tropischen feuchten Montanwälder.

Ernährung

Haubenhäher
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Haubenhäher

Haubenhäher gehören wie alle Rabenvögel zu den Allesfressern. Gefressen wird alles, was auch nur annähernd als fressbar erscheint. Es werden hauptsächlich kleinere Vögel (Aves), deren Eier, Schnecken (Gastropoda), Lurche (Amphibia), Kriechtiere (Reptilia), Insekten (Insecta) und andere Gliederfüßer (Arthropoda) verspeist. An pflanzlicher Nahrung werden beispielsweise Sämereien, Körner aller Art, Nüsse, Früchte und Beeren verzehrt. In Zeiten reichhaltiger Nahrung legt der Haubenhäher einen Vorrat an Nahrung für Mangelzeiten an. Vorräte werden in Baumhöhlen oder in Ritzen von Baumrinde versteckt. Haubenhäher gehen hauptsächlich am frühen Morgen und am frühen Abend auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Der Haubenhäher erreicht die Geschlechtsreife etwa mit drei Jahren. Diese Art brütet ebenfalls in lockeren Kolonien. Die Gruppe besteht aus einem Pärchen und aus mehreren Mitgliedern. Nach einer erfolgreichen Paarung werden von dem Weibchen drei bis fünf Eier in das Nest gelegt, gelegentlich können es aber auch sechs Eier sein. Das Nest ist ein tassenförmiges Gebilde, das mit Ästen und Zweigen zusammengehalten wird. Das Innere des Nestes wird mit dünnen Zweigen und mit faserigem Pflanzenmaterial ausgepolstert. Die Inkubationszeit beträgt etwa 18 bis 20 Tage. Dabei wärmt ausschließlich das Weibchen die Eier. Das Männchen sorgt während dieser Zeit für Nahrung und Schutz. Der Schlupf der Küken erfolgt in der Regel innerhalb eines Tages. Die geschlüpften Küken werden in den ersten Tagen von der Mutter gehudert, da die Küken noch nackt und blind sind. Um die Nahrungsbeschaffung kümmern sich beide Altvögel. Flügge sind die Jungvögel nach etwa 24 Tagen. Allerdings werden die Jungvögel etwa noch vier Monate von den Altvögeln und den Familienmitgliedern mit Nahrung versorgt. Die Jungvögel bleiben meist bis zur nächsten Paarungszeit im Familienverband, einige Jungvögel verdingen sich bei der nächsten Brut auch als Helfer.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN ist diese Art relativ klein und ist nur auf den Lebensraum Wald beschränkt. Sie ist wahrscheinlich in vielen Bereichen bis mäßig schnell rückläufig als Folge von Lebensraum-Verlust. Die Art wird daher derzeit auf der Vorwarnliste geführt und sollte sorgfältig überwacht werden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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