Hainschwebfliege

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Hainschwebfliege

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)
Gattung: Episyrphus
Art: Hainschwebfliege
Wissenschaftlicher Name
Episyrphus balteatus
De Geer, 1776

Die Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus), auch Gemeine Winter-Schwebfliege genannt, zählt innerhalb der Familie der Schwebfliegen (Syrphidae) zur Gattung Episyrphus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Hainschwebfliege erreicht eine Körperlänge von acht bis zwölf Millimeter. Der Körper ist ausgesprochen schlank gebaut. Die Geschlechter weisen insbesondere im Kopfbereich einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Bei den Männchen sind die Augen deutlich größer und berühren sich im Stirnbereich. Der Stirnbereich der Weibchen ist frei, das heisst, die Augen berühren sich hier nicht. Mit ihrer Mimikry ahmen die Hainschwebfliegen eine Wespe nach. Der Thorax glänzt auffallend grünlich. Das Gesicht ist gelblich und mit dunklen Muster durchzogen. Auch die Extremitäten weisen eine gelbliche Färbung auf. Der Brustbereich (Mesonotum) ist mit drei hellen Längsstreifen gekennzeichnet. Auf dem hinteren Abdomen, etwa ab dem dritten Segment, sind dunkle, fast schwarze Querstreifen zu erkennen. Der Vorderteil des Abdomens weist eine gelbe Fleckung auf. Die Antennen der Hainschwebfliege hängen charakteristisch herab.

Lebensweise

Die Weibchen der Hainschwebfliege überwintern. Die Flugzeit erstreckt sich in den gemäßigten Verbreitungsgebieten von März bis Oktober. In warmen Wintern fliegen die Weibchen auch ganzjährig. Im Jahr 2004 wurde die Hainschwebfliege zum Insekt des Jahres gewählt.

Verbreitung

Schwebfliege auf Basilikum
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Schwebfliege auf Basilikum

Die Hainschwebfliege ist sehr weit verbreitet. Sie kommt in ganz Europa, in Asien und in Nordamerika vor. Sie bevorzugen meist offenes Gelände mit blütentragenden Pflanzen. Aber auch andere Habitate wie Parks, Gärten und Waldränder werden gerne besiedelt. In Mittelgebirgen kann man sie bis in Höhen von rund 1.800 Meter über NN. beobachten.

Ernährung

Die Imagines der Hainschwebfliege ernähren sich ausschließlich vom Nektar und vom Pollen blühender Pflanzen. Hier spielen sie auch bei der Bestäubung eine wichtige Rolle. Insbesondere die Weibchen fressen viele eiweißreiche Pollen, da diese für die Eiproduktion unerläßlich sind. Die Larven bzw. die Maden der Hainschwebfliege ernähren sich zoophag von Blattläusen, Blutläusen, Spinnmilben und anderen Kleinstinsekten. Sie stechen diese Insekten an und saugen sie aus. Die Art wird kommerziell als Nützling gehandelt.

Fortpflanzung

Hainschwebfliege -Ansicht der Rückenzeichnung
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Hainschwebfliege -Ansicht der Rückenzeichnung

Die Paarung der Hainschwebfliege erfolgt im Herbst. Die Männchen sterben nach der Paarung. Nach der Überwinterung des Weibchen legt es im Sommer seine Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an mit Blattläusen befallenen Blättern ab. Insgesamt werden so über einhundert Eier abgelegt. Die weißlichen Eier sind länglich-oval und weisen eine Länge von gut einem Millimeter auf. Bereits nach rund drei Tagen erfolgt der Schlupf der Larven, die bei der Hainschwebfliege Made genannt wird. Sie haben weder Beine noch einen Kopf. Sie beginnen fortan, Blattläuse und andere Kleinstinsekten anzustechen und auszusaugen. Dabei scheiden sie keinen Kot aus und wachsen ausgesprochen schnell heran. Als ausgewachsene Maden, kurz vor der Verpuppung, können sie 70 bis 100 Blattläuse an einem Tag fressen. Sie gelten daher als ausgesprochener und geschätzter Nützling. Bis zur Verpuppung durchlaufen sie zwei Häutungsstadien. Aus der Puppe schlüpft am Ende die fertige Hainschwebfliege.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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