Grundammer

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Grundammer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Ammern (Emberizidae)
Gattung: Pipilo
Art: Grundammer
Wissenschaftlicher Name
Pipilo maculatus
Swainson, 1827

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Grundammer (Pipilo maculatus) zählt innerhalb der Familie der Ammern (Emberizidae) zur Gattung Pipilo. Im Englischen wird die Grundammer Spotted Towhee genannt. Diese Art (Sibley und Monroe, 1990, 1993) wurde in Pipilo maculatus und Pipilo erythrophthalmus nachfolgend von AOU (1998) gesplittet.

Die Grundammer ist leicht mit der Rötelgrundammer (Pipilo erythrophthalmus) zu verwechseln. Die Rötelgrundammer verfügt jedoch über keine weißlichen Punkte und Flecken auf dem Rücken und den weißen Spiegel im Bereich der Flügel.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Grundammer ist ein mittelgroßer Singvogel und erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 17 bis 21 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 25 bis 28 Zentimeter sowie ein Gewicht von 35 bis 50 Gramm. Die Geschlechter weisen einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf. Der Kopf und die Brust sowie der Rücken und die Flügel sind beim Männchen schwarz gefärbt, beim Weibchen weisen diese Gefiederbereiche eine braune bis hellbraune Färbung auf. Die Flanken beider Geschlechter sind rostbraun gefärbt, die Bauchseite zeigt eine weißliche Färbung. Rücken und Flügel sind mit unregelmäßig geformten und unterschiedlich großen weißlichen Flecken und Punkten versehen. Der kräftige, finkenähnliche Schnabel ist konisch geformt, recht groß und dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Die Extremitäten weisen eine fleischfarbene bis leicht bräunliche Färbung auf. Von den vier Zehen zeigen drei Zehen nach vorne, eine Zehe nach hinten. Die Iris der Augen ist bei beiden Geschlechtern orangerot gefärbt, die Pupille ist schwarzbraun. Juvenile Vögel ähneln im wesentlichen den Weibchen. Die adulte Ausfärbung des Gefieders stellt sich etwa mit einem Jahr ein.

Lebensweise

Grundammern halten sich häufig auf dem Erdboden auf, daher auch das deutsche Synonym. Dabei scharren sie mit den Füßen auf dem Boden, meist im herabgefallenen Laub nach Nahrung. Fühlen sie sich bedroht, so suchen sie zumeist Schutz unter Büschen oder an ähnlich geschützten Stellen. Nur im Notfall ergreifen sie die Flucht, indem sie wegfliegen. Auf dem Boden bewegt sie sich leicht hüpfend fort. Grundammern gehören je nach Verbreitungsgebiet zu den Zugvögeln. Die Populationen in den nördlichen Regionen ziehen im Herbst in den Süden. Dies trifft insbesondere auf die kanadischen Unterarten zu. Die Winterquartiere liegen in den südlichen US-Bundesstaaten, in Mexiko und in Guatemala. Der Zug in die Winterquartiere erfolgt in kleineren Schwärmen. Die Populationen in den südlichen US-Bundesstaaten sowie in Mexiko und anderen Teilen Mittelamerikas gelten als Standvögel. Grundammern gehören zu den Singvögeln. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass vor allem die Männchen während der Paarungszeit durch ihren Gesang glänzen. Neben dem Gesang gehören zum Balzverhalten auch Balzflüge und das Darreichen von Nistmaterial.

Unterarten

vergrößern

Verbreitung

Die Grundammer brüten in den westlichen Teilen des nördlichen Nordamerikas. Die Brutgebiete liegen insbesondere in den südwestlichen kanadischen Provinzen Alberta und British Columbia sowie in den nördlichen und westlichen US-Bundesstaaten. Einige Unterarten leben auch in Mexiko und im nördlichen Mittelamerika. Die südlichsten Brutgebiete liegen in Guatemala in Mittelamerika. Hier gelten die Grundammern als Standvögel. In den nördlichen Verbreitungsgebieten erfolgt der Zug in die Winterquartiere. Als Lebensraum für die Grundammern kommen nur Waldränder, Gärten und Parks mit dichtem Unterholz und Gestrüpp in Frage. Hier brüten die Vögel und gehen hier auch auf Nahrungssuche. Grundammern kommen sowohl in der Ebene als auch im Hügelland vor. Offene Flächen werden strikt gemieden. In den Winterquartieren leben sie in ähnlichen Habitaten.

Ernährung

Die Grundammer gilt als Allesfresser. Neben Sämereien, Früchten, Beeren und Körner aller Art werden vor allem Spinnentiere (Arachnida), Schnecken (Gastropoda) und Insekten (Insecta) wie Wanzen (Heteroptera), Ameisen (Formicoidea), Insektenraupen und andere wirbellose Tiere gefressen. Der Anteil an tierischer Nahrung ist im Frühjahr und Sommer mit annähernd 90 Prozent deutlich höher als der pflanzliche Anteil. Im Winter nimmt die Grundammer tierische und pflanzliche Kost etwa zu gleichen Teilen zu sich. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten und ähnlichen Tieren versorgt. Die Nahrungssuche erfolgt zumeist scharrend auf dem Waldboden.

vergrößern

Fortpflanzung

Die Grundammer erreicht die Geschlechtsreife mit rund einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt je nach Verbreitungsgebiet im Frühjahr, meist ab Februar bis in den Mai hinein. In den nördlichen Regionen ihrer Verbreitungsgebiete kommt es zumeist zu einer Jahresbrut, wobei ein Nachgelege durchaus möglich ist, falls das erste Gelege verlorengeht. In südlichen Verbreitungsgebieten kann es gelegentlich auch zu zwei oder gar drei Bruten kommen. Die Geschlechter führen eine monogame Saisonehe und beanspruchen während der Brutzeit ein kleines Revier, das gegenüber Eindringlingen und Fleischfressern vehement verteidigt wird. Die napfartigen Nester werden in dichtem Buschwerk am Boden oder in niedriger Höhe in Büschen angelegt. Es wird vom Weibchen alleine in einer flachen Bodenmulde aus Pflanzenfasern, Halmen und anderen weichen Materialien errichtet und mit Federchen und Tierhaaren ausgepolstert. Der Nestbau nimmt meist kanpp eine Woche in Anspruch. Ein Gelege besteht meist aus zwei bis sechs gräuliche bis weißliche Eier. Das Weibchen brütet die Eier über einen Zeitraum von 12 bis 13 Tagen alleine aus. Beim Schlupf sind die Küken noch nackt und blind, sie werden in den ersten Tagen von der Mutter gehudert. Bereits im Alter von 11 bis 13 Tagen sind die Küken flugfähig, bleiben aber noch ein bis zwei Wochen bei den Eltern. Während der Nestlingszeit kümmern sich beide Elternteile um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung, die hauptsächlich aus Insekten und Larven wie Insektenraupen besteht. Die Lebenserwartung einer Grundammer liegt unter günstigen Umständen bei 10 bis 12 Jahren.

Gefährdung und Schutz

Grundammern spielen in ihrem Lebensraum eine wichtige Rolle, da sie die Populationen von Schadinsekten regulieren. Jedoch lassen sich Grundammern zum Ärgernis der Menschen auch Sämereien, Körner, Früchte und Beeren schmecken. Dies hat ihnen vor allem im Obstanbau einen schlechten Ruf eingebracht. Der angerichtete Schaden ist allerdings deutlich geringer als der Nutzen. In der Roten Liste der IUCN wird die Grundammer als nicht gefährdet geführt. Die Bestände sind jedoch seit Jahren rückläufig. Dies gilt vor allem für endemische Arten, die nur in einem kleinen Gebiet beheimatet sind. Mit ein Grund dafür ist der Verlust natürlicher Lebensräume und der massive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und im Obstanbau.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge