Großohr-Gleitbilch

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Großohr-Gleitbilch
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Dornschwanzhörnchenartige (Anomaluromorpha)
Überfamilie: Dornschwanzhörnchenartige (Anomaluroidea)
Familie: Dornschwanzhörnchen (Anomaluridae)
Unterfamilie: Dornschwanzbilche (Zenkerellinae)
Gattung: Idiurus
Art: Großohr-Gleitbilch
Wissenschaftlicher Name
Idiurus macrotis
Miller, 1898

IUCN-Status

Der Großohr-Gleitbilch (Idiurus macrotis) gehört innerhalb der Familie der Dornschwanzhörnchen (Anomaluridae) zur Gattung Idiurus. Im Englischen wird die Art Long-eared Flying Squirrel oder Long-eared Scaly-tailed Flying Squirrel genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Großohr-Gleitbilch erreicht eine Körperlänge von 21 bis 22 cm und ein Gewicht von 25 bis 25 (30) g. Der Schwanz ist etwas länger als der Körper. Namensgebendes Merkmal der Dornschwanzbilche ist der geschuppte Schwanzansatz. Die Beschuppung ist nur auf der ventralen Seite des Schwanzansatzes zu finden und besteht aus gekielten Schuppen, deren Kiel vom Körper wegweisen. Die Beschuppung an dieser Stelle des Körpers ist als eine Art "Antirutscheinrichtung" beim Klettern zu deuten. Das kurze und dichte Fell Die einzelnen Haare sind an der Basis dunkelgrau und an der Spitze deutlich blasser. Die Vibrissen im Gesichtsfeld sind lang und schwarz. Die Flughaut sitzt auf einem knorpeligen Stab, der an einer verbreiterten Elle anliegt und erstreckt sich zwischen den Vorderbeinen und den Hinterbeinen. Die Flugmenbran ist spärlich behaart. Die KRallen an den Füßen sind nur mäßig entwickelt (Novak, 1999).

Lebensweise

Großohr-Gleitbilche sind nachtaktiv und leben in kleinen geselligen Kolonien. Während des Tages ruhen die Tiere meist in kleinen Gruppen in Baumhöhlen. Die Gruppenstärke kann einige Dutzend Individuen umfassen. Eine Höhle wird mitunter mehrere Jahre genutzt. Während der Nahrungssuche sind die Tiere jedoch einzelgängerisch unterwegs. Zu sozialer Interaktion kommt es bei der Nahrungssuche daher nicht. Die Reviergröße liegt je nach Lebensraumqualität bei bis zu 7 ha (Novak, 1999).

Verbreitung

Die Verbreitung der Art erstreckt sich über das westliche und zentrale Afrika. Die Vorkommen erstrecken sich dabei über Kamerun, Kongo, Demokratische Republik Kongo, über die Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Gabun, Ghana, Liberia, Sierra Leone und Tanzania. die nachtaktiven Tiere leben in tropischen Regenwäldern und andere Wälder mit entsprechender Vegetation (IUCN, 2012).

Ernährung

Die Erkenntnisse über die Ernährungsweise der Großohr-Gleitbilche stammen aus wenigen Magenanalysen. Daraus geht hervor, dass sich die Art rein pflanzlich von Früchten, Rinde, Pflanzensäften und jungen Trieben ernährt. Die Nahrungssuche erfolgt in der Nacht in der Regel im Geäst der Bäume (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Großohr-Gleitbilch gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen listet die Art in Anhang II des Abkommens. Über die Gefährdungsfaktoren ist nichts bekannt, jedoch dürfte sich die Abholzung der Wälder im Verbreitungsgebiet der Tiere langfristig negativ auf die Populationen auswirken (IUCN, 2012).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) ist die Art unter einigen veralteten Synonymen bekannt. Dies sind Idiurus cansdalei Hayman, 1946, Idiurus langi J. A. Allen, 1922 und Idiurus panga J. A. Allen, 1922.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

Rote Liste der IUCN – Großohr-Gleitbilch (Idiurus macrotis)
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