Großer Gabelschwanz

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Großer Gabelschwanz

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Zahnspinner (Notodontidae)
Gattung: Cerura
Art: Großer Gabelschwanz
Wissenschaftlicher Name
Cerura vinula
(Stephens, 1829)

Der Große Gabelschwanz (Cerura vinula) zählt innerhalb der Familie der Zahnspinner (Notodontidae) zur Gattung Cerura. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Große Gabelschwanz erreicht eine Flügelspannweite von 58 Millimeter bis zu 75 Millimeter. Die Vorderflügel haben eine weiße oder graue Farbe, die mit schwarzen Bogen- und Zickzacklinien gezeichnet ist. Oft, besonders bei den Männchen, können auch noch gold-braune Linien am Ansatz des Flügels bis etwa in die Mitte verlaufen. Der Körper ist ebenfalls weiß-grau und sein Hinterleib besitzt schwarze Querlinien. Die Männchen haben gefächerte Fühler, die größeren Weibchen haben einfache Fühler. Die imposante Raupe kann bis zu 80 Millimeter werden. Die Grundfärbung ist ein leuchtendes hellgrün, mit schwarzbrauner und weißer Rückenzeichnung, die an beiden Seiten, dreieckig erweitert ist. Die Brustbeine sind schwarz und sind hellgrün geringelt. Am Ende des Körpers sitzt eine lange Schwanzgabel, mit der sich die Raupe verteidigen kann.

Verbreitung

Die Falter gibt es in ganz Mitteleuropa und das auch ziemlich häufig, doch findet man die imposanten Raupen des öfteren als die überaus scheuen Falter. Oft fliegen sie an feuchten und sonnigen Stellen mit Pappel- und Weidenbeständen, wie z.B. in Kiesgruben, Ufern und Gärten.

Ernährung

Raupe mit Drohverhalten
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Raupe mit Drohverhalten

Der Falter besitzt keine Mundwerkzeuge, d.h. er lebt nur um Nachwuchs zu zeugen. Die Lebenserwartung ist dann auch nicht sehr hoch, meist zehren sie noch von den Vorräten als Raupe. Die Raupen findet man an Pappel- und Weidenarten, besonders an kleinen Büschen von Salweide und Zitterpappel, die am Tag gut sichtbar sind.

Fortpflanzung

Die jährlich in einer ersten Generation auftretenden Falter legen ihre kleinen Eier meist paarweise an die Futterpflanzen der Raupen. Die Raupen haben in ihrem letzten Stadium ein sehr imposantes Drohverhalten, d.h., wenn ein Feind sie bedroht, dann können sie am Gabelende einen roten Faden produzieren, der wie ein Widerhaken wirkt und der Fressfeind daran hängenbleibt. Ferner können die Raupen auch ihren Kopf einstülpen, dabei zeigt sich ein knallroter "Hals", der mit zwei schwarzen Flecken versehen ist. Die Raupen verpuppen sich in einem harten Kokon aus Rinde und Erde. Nach dem Schlüpfen produzieren die Raupen eine Flüssigkeit, mit der sie den Kokon aufweichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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