Große Zitterspinne

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Große Zitterspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Unterklasse: Micrura
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Teilordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Zitterspinnen (Pholcidae)
Gattung: Pholcus
Art: Große Zitterspinne
Wissenschaftlicher Name
Pholcus phalangioides
Füssli, 1775

Die Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides) oder in der Regel einfach Zitterspinne, zählt innerhalb der Familie der Zitterspinnen (Pholcidae) zur Gattung Pholcus. Im Englischen wird sie house spider genannt. Erstmals beschrieben wurde wurde die Art von Johann Caspar Füssli im Jahre 1775.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Große Zitterspinne erreicht eine Körperlänge von sieben bis zehn Millimeter. Ihr Körper ist länglich oval, wobei der Hinterleib eine leicht zylindrische Form aufweist. Der Cephalothorax ist gelblich-braun, der Abdomen ist überwiegend graubraun gefärbt. Dunkle Muster prägen vor allem den Abdomen. Ventral ist eine hellgraue Färbung zu beobachten. Die dünnen Beine sind mit bis zu fünf Zentimetern sehr lang. Sie bestehen aus drei Gliedern und weisen eine hellbraune Färbung auf. Aufgrund der langen Beine kann eine Verwandschaft mit den Weberknechten vermutet werden. Mit ihnen sind sie aber nicht weiter verwandt, da der Körper der Weberknechte aus einem Teil besteht, der Körper der Großen Zitterspinnen hingegen aus zwei Elemente. An dem länglichen Abdomen schließt sich der Cephalothorax an, der auch Prosoma genannt wird. Hier sitzen neben den Augen auch die paarigen Mundwerkzeuge (die Cheliceren und Pedipalpen) sowie die vier Beinpaare. Männchen und Weibchen kann man leicht an den beim Männchen keulenartig verdickten Pedipalpen unterscheiden. Bei Weibchen fehlen diese. An Stelle dessen hat sie nur schmale Taster. Fühlt sich die Große Zitterspinne bedroht, so beginnt sie in ihrem Netz zu vibrieren. Dadurch verschwimmt ihr Körper regelrecht vor dem Hintergrund. So werden sie für Fressfeinde fast unsichtbar. Im Jahre 2003 wurde die Große Zitterspinne von der deutschen Arachnologischen Gesellschaft zur Spinne des Jahres gewählt.

Verbreitung

Ursprünglich war die Große Zitterspinne nur in subtropischen Regionen der Erde verbreitet. Mit der Zeit hat sich die Spinne auch in den gemäßigten Regionen ausgebreitet. In Europa ist die vor allem in Südeuropa zu Hause, in Mitteleuropa wanderte sie erst später ein und ist mittlerweile häufig anzutreffen. Die Große Zitterspinne fehlt nur in ausgesprochen kalten Regionen. Sie kommt in vielen Habitaten vor und hält sich meist in dunklen Bahumhöhlen oder Felshöhlen auf. Als Kulturfolgerin ist sie auch in Häusern regelmäßig zu beobachten. Hier werden vor allem warme und feuchte Kellerräume bevorzugt.

Nahrung

Große Zitterspinne im Gras
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Große Zitterspinne im Gras

Als Lauerjäger baut die Große Zitterspinne an exponierter Stelle ein unstrukturiertes Netz. Das Netz ist relativ groß und zum Teil dreidimensional. Es enthält keine klebrigen Fäden. Aufgrund von wellig verwebten Fäden, den sogenannten Schraubfäden, hat das Netz eine hohe Elastizität. Meist erbeutet die Spinne Fliegen, Mücken und andere Insekten und Spinnentiere. Die Spinne selbst hängt dabei mit dem Bauch nach unten im Netz und wartet geduldig. Hat sich ein Beutetier in den Fäden verfangen, so merkt die Zitterspinne das an den Vibrationen. Sofort nähert sie sich der Beute und spinnt sie mit einem dünnen Faden ein. Dabei wird der Faden mit den Hinterbeinen aufgenommen und am Beutetier angebracht. Wird das Netz beschädigt, so wird es binnen kuzer Zeit repariert.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Großen Zitterspinne betreibt eine fürsorgliche Brutpflege. Sie legt zwischen 20 und 25 Eier, die sie in einen Kokon aus dünnen Fäden wickelt. Dieser Kokon wird bis zum Schlupf der jungen Spiderlinge mit den Kieferklauen, den Cheliceren herumgetragen. Nach dem Schlupf verbleiben die Jungspinnen noch einige Tage im Kokon und stehen unter der Bewachung der Mutter. Danach verlassen sie ihr Nest und sind selbständig. Ein Große Zitterspinne kann ein Alter von zwei bis drei Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
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