Grevyzebra

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Grevyzebra

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)
Familie: Pferde (Equidae)
Gattung: Equus
Art: Grevyzebra
Wissenschaftlicher Name
Equus grevyi
Oustalet, 1882

IUCN-Status
Endangered (EN)

Das Grevyzebra (Equus grevyi) gehört innerhalb der Familie der Pferde (Equidae) zur Gattung der Equus. Im Englischen wird die Art Grevy's Zebra genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Das Grevyzebra ist die größte rezente Art der Gattung Equus. Die Streifen sind schmal und verlaufen an den Seiten parallel, unterbrochen durch schmalere weiße Bänder. Der Kopf und der Nacken sind ausgesprochen robust gebaut. Der Schädel weist ein relativ lange Rostrum auf. Die Schnauze ist im Profil sachlank und konkav geformt. Die oberen Backenzähne sind größer als beim Bergzebra (Equus zebra) oder dem Steppenzebra (Equus quagga) (Churcher, 1993).

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde der Art bzw. ähnlicher Arten stammen aus dem frühen Pleistozän und wurden im nördöstlichen, östlichen und südlichen Afrika gefunden. Als erster afrikanischer Vorfahre des Grevyzebra zählt heute die fossile Art Equus numidicus, die im Pliozän vor 2,5 bis 5,0 Millionen Jahren. Aufgrund fossile Funde lässt sich darauf schließen, dass Equus numidicus vom nördlichen Afrika (Maghreb-Staaten Tunesien, Algerien, Marokko, Libyen und Mauretanien) bis zum Südan lebte. Aus dieser Art entwickelte sich im folgenden Equus capensis und Equus oldowayensis (Churcher, 1993).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Grevyzebra - Zoo Frankfurt
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Grevyzebra - Zoo Frankfurt

Das Grevyzebra ist die größte Zebra-Art und erreicht eine Körperlänge von 300 cm, eine Schulterhöhe von gut 160 cm sowie ein Gewicht von 400 bis 450 Kg. Der Schwanz weist eine Länge von 50 cm auf. Das Fell ist weiß bis cremeweiß und ist mit feinen schwarzen Linien durchzogen, die der Tarnung dienen. Die Bauchseite weist keine Zeichnung auf. Die Ohren sind sehr groß, von rundlicher Form und für diese Art markant. Die Mähne reicht vom Kopf bis zum Schwanzansatz.

Eine soziale Bindung gibt es nur zwischen Stute und Fohlen. Die alten Hengste leben einzelgängerisch und beanspruchen Territorien, die eine Größe von 10 qkm haben können. Die Territorien werden energisch gegenüber männlichen Artgenossen verteidigt. Zebras stellen vor allem für große Räuber wie Löwen und Hyänen eine leichte Beute dar. Auch Leoparden und Wildhunde können ihnen gefährlich werden. In der Vergangenheit wurden gerade die Grevyzebras aufgrund ihres Felles gejagt.

Lebensweise

Grevyzebra - Zoo Frankfurt
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Grevyzebra - Zoo Frankfurt

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Verbreitung und Lebensraum

Grevyzebras leben in den ariden Zonen im südlichen Äthiopiens und nördlichen Kenia. Die östliche Ausdehnung der Vorkommen reichen bis nördlich des Tana River, im Westen bis zum Mount-Kenya-Massiv. Während starker Dürre kann es örtlich in den Populationen zu Wanderungen kommen. Grevyzebras besiedeln hauptsächlich aride Habitate wie trockenes Buschland und Halbwüsten mit niedriger oder halbhoher Vegetation in Form von Gräsern, Kräutern und Akazien (Acacia). Die Lebensräume liegen lokal bis in Höhen von gut 1.700 m über NN. Grevyzebras bevorzugen unebenen, felsige Ebenen und Hügelland (Churcher, 1993).

Biozönose

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Ernährung

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Zebras fressen vorwiegend Gras und Kräuter, die sie in ihren Verbreitungsgebieten weiden. Während der Trockenheit ernähren sie sich auch von vertrocknetem Gras und Baumrinde. Zum Trinken suchen sie Wasserlöcher auf.

Fortpflanzung

Die Paarung ist an keine feste Jahreszeit gebunden. Die Geschlechtsreife wird nach 3 (Stute) bis 4 (Hengst) Jahren erreicht. Der Fruchtbarkeitszyklus der Stuten beträgt 8 Wochen. Die Tragezeit beträgt rund 390 Tage. Es wird ein Fohlen zur Welt gebracht, das eine Geburtsgewicht von 30 bis 40 Kg aufweist. Die Stute bringt das Fohlen seitlich liegend zur Welt. Kurz nach der Geburt ist das Fohlen bereits in der Lage der Mutter zu folgen und bleibt für etwa 2 Jahre bei ihr. Grevyzebras können ein Alter von 40 Jahren erreichen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Art ist mittlerweile stark bedroht und wird in der Roten Liste des IUCN als solche in der Kategorie EN, Endangered, geführt. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) sind diese Tiere streng geschützt. Gegenwärtig werden die frei lebenden Bestände auf rund 6.000 Tiere geschätzt (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Pferde (Equidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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