Greifschwanz-Lanzenotter

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Greifschwanz-Lanzenotter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Colubroidea
Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Grubenottern
Gattung: Palmlanzenottern
Art: Greifschwanz-Lanzenotter
Wissenschaftlicher Name
Bothriechis schlegelii
Berthold, 1846

Die Greifschwanz-Lanzenotter (Bothriechis schlegelii) zählt innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae) zur Gattung der Palmlanzenottern (Bothriechis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Greifschwanz-Lanzenotter erreicht eine Länge von 65 bis 85 Zentimeter. Ihr schlanker Körper ist mit einer kräftigen Muskulatur ausgestattet. Männchen bleiben ein wenig kleiner als Weibchen. Die Färbung ist sehr variable und reicht von grün und olivgrün bis rötlich, gelb und cremefarben. Je nach Grundfärbung ist eine Zickzack-Musterung oder eine dunkle Fleckung auf dem Rücken zu erkennen. Die Bauchseite ist deutlich heller. Die Schuppen sind spitz zulaufend und stark gekielt. Der dreieckige Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Oberhalb der Augen sind vergrößerte, hornartige Schuppen erkennbar. Oberhalb der Schnauze ist ein lanzenähnlicher Fortsatz zu erkennen, der für die Art namensgebend war.

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Die Pupillen der Augen sind senkrecht geschlitzt, was auf ihre Nachaktivität schliessen läßt. Der längliche Schwanz dient der Greifschwanz-Lanzenotter als Greiforgan. Die nachtaktive Schlange lebt fast ausschließlich in den Bäumen. Mit einem Biss verabreicht sie ein hochwirksames Gift, das hämotoxisch und neurotoxisch wirkt. Das Gift greift daher Blut, Gewebe und Nerven gleichermaßen an. Ein Biss beim Menschen sollte als lebensbedrohlich angesehen werden, wenngleich ein tödlicher Ausgang auch äußerst selten ist. Die Zähne sind außergewöhnlich lang.
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Verbreitung

Diese Art ist in weiten Teilen Mittelamerikas verbreitet. Die Hauptverbreitungsgebiete erstrecken sich über den Süden Mexikos, Belize, Guatemala, Nicaragua, Costa Ricas und Panama. Auch im nördlichen Südamerika ist die Greifschwanz-Lanzenotter in Venezuela, Kolumbien und Ecuador verbreitet. Sie leben überwiegend in tropischen und subtropischen Regenwäldern und halten sich auf Bäumen oder Sträuchern auf. Die Verbreitungsgebiete liegen sowohl im Flach- als auch im Hügelland. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von 2.500 Metern anzutreffen.

Nahrung

Als Lauerjägerin erjagt die Greifschwanz-Lanzenotter hauptsächlich Kleinsäuger wie Mäuse und ähnliches, kleinere Reptilien, Amphibien und Vögel sowie deren Brut. Sie jagen in der Nacht oder in der Dämmerung vornehmlich auf Bäumen.
Jungtier im Alter von 3 Monaten
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Jungtier im Alter von 3 Monaten

Fortpflanzung

Die Greifschwanz-Lanzenotter gehört zu den lebendgebärenden Schlangen. Die Paarungszeit ist an keine bestimmte Jahreszeit gebunden und kann ganzjährig erfolgen. Nach einer Trächtigkeit von 120 bis 150 Tagen bringt das Weibchen zwischen zwölf und zwanzig Jungtiere zur Welt. Je nach Alter des Weibchens weisen die Jungtiere eine Länge von 18 bis 24 Zentimeter auf. Die Greifschwanz-Lanzenotter kann ein Alter von 19 bis 21 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536
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