Graufuß-Chipmunk

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Graufuß-Chipmunk
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Streifenhörnchen (Tamiini)
Gattung: Chipmunks (Tamias)
Species: Graufuß-Chipmunk
Wissenschaftlicher Name
Tamias canipes
(V. Bailey, 1902)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Graufuß-Chipmunk (Tamias canipes) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Chipmunks (Tamias). Im Englischen wird dieses Hörnchen Gray-footed Chipmunk genannt. Es sind 2 Unterarten bekannt (Best et al., 1992).

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die Gattung der Chipmunks (Tamias) entwickelte sich im frühen Miozän. Fossile Funde des Graufuß-Chipmunk wurden unter anderem in den Guadalupe Mountains gefunden und stammt aus dem späten Pleistozän (Best et al., 1992).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Graufuß-Chipmunk ist eine kleine Art der Chipmunks. Markantes Merkmal sind 4 weiße und 6 bräunliche dorsale Streifen. Im Sommer ist das Fell graubraun gefärbt, lateral zeigt sich je ein dunkler Streifen, der bräunlich abgesetzt ist. Ventral zeigt sich eine weißliche bis cremefarbene Färbung. Die Hinterfüße sind gräulich gefärbt. Das Winterfell ist ähnlich gezeichnet, jedoch etwas mehr gräulich und blasser. Der Graufuß-Chipmunk erreicht eine Gesamtlänge von 210 bis 264 (245) mm, eine Schwanzlänge von 91 bis 115 (102) mm, eine Hinterfußlänge von 32 bis 36 (34,6) mm, eine Ohrlänge von 14 bis 17 mm, eine Schädellänge von 36,1 bis 38,4 (36,9) mm, eine Schädelbreite von 14,7 bis 17,1 (15,5) mm, eine Jochbeinbreite von 19,3 bis 21 (19,8) mm sowie ein durchschnittliches Gewicht von 70 g. Männchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Weibchen. Das Gebiss besteht aus 22 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 2/1, 3/3 (Best et al., 1992).

Lebensweise

Der Graufuß-Chipmunk ist in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag am Aktivisten. In der Regel ist der Graufuß-Chipmunk ein Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit treffen die Geschlechter aufeinander. Die Reviere zwischen den Individuen überlappen sich oft und die Reviere der Erwachsenen sind größer als die der Jugendlichen. Die Reviere der Weibchen sind in der Regel kleiner als die der Männchen. Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit hält der Graufuß-Chipmunk im späten Herbst oder im frühen Winter einen unruhigen Winterschlaf und ist während der Wintermonate relativ inaktiv. Die Nester der Weibchen entstehen in Felsspalten, unter Wurzeln oder auch unter umgestürzten Bäumen. Nester in Baumen wurden nicht dokumentiert (Best et al., 1992).

Unterarten

  • Tamias canipes canipes - V. Bailey, 1902
  • Tamias canipes sacramentoensis - Flaherty, 1960

Verbreitung und Lebensraum

Der Graufuß-Chipmunk ist in den US-Bundesstaaten New Mexico und Texas endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich im Wesentlichen über die Guadalupe Mountains und andere Geburgsmassive. Die Art besiedelt semi-aride Höhenlagen zwischen 1.600 und 3.600 m über NN. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere zählen Fichten, Tannen, Douglasien und Kiefer. Zu den typischen Bodenpflanzen zählen unter anderem Greiskräuter (Senecio), Opuntien (Opuntia), Palmlilien (Yucca), Melden (Atriplex), Sumachgewächse (Anacardiaceae), Salbei (Salvia), Berufkräuter (Erigeron) und Verbenen (Verbena). Schutz finden die Tiere in Baumhöhlen, Felsspalten oder -nischen (Best et al., 1992).

Biozönose

Sympatrie

Der Der Graufuß-Chipmunk teilt sich seinen Lebensraum mit zahlreichen anderen kleinen Tieren wie der Felsen-Taschenmaus (Chaetodipus intermedius), der Kaktusmaus (Peromyscus eremicus), der Weißfußmaus (Peromyscus leucopus), der Pinyon-Hirschmaus (Peromyscus truei), Reithrodontomys megalotis, Neotoma albigula, Neotoma micropus, Neotoma mexicana, dem Felsenziesel (Spermophilus variegatus), dem Texas-Antilopenziesel (Ammospermophilus interpres), dem Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii), dem Eselhase (Lepus californicus), der Ord-Kängururatte (Dipodomys ordii), der Fahnenschwanz-Kängururatte (Dipodomys spectabilis), der Seiden-Taschenmaus (Perognathus flavus), der Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae), der Mexikanischen Wühlmaus (Microtus mexicanus), der Merriams Kängururatte (Dipodomys merriami) und Peromyscus boylii (Best et al., 1992).

Ernährung

Der Graufuß-Chipmunk ernährt sich im Wesentlichen von Sämereien, die auch in größerem Umfang für den Winter gespeichert werden. Aber auch Nüsse, Eicheln und Beeren werden gerne gefressen. Hier sind beispielsweise Johannisbeeren (Ribes) zu nennen. Hin und wieder nimmt die Art auch Insekten, Würmer und Aas in kleinen Mengen zu sich (Best et al., 1992).

Fortpflanzung

Der Graufuß-Chipmunk produziert pro Saison nur einmal Nachwuchs. Die Paarungszeit erstreckt sich über das zeitige Frühjahr, zu den Geburten kommt es zwischen den späten Frühjahr ab Mitte Mai und dem Sommer bis in den August hinein. Die Jungtiere erreichen die adulte Größe zischen Spätsommer und frühen Herbst. Die Jungtiere haben somit nur wenig Zeit, um Fett anzusetzen und Nahrung für den Winter zu sammeln (Best et al., 1992).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Graufuß-Chipmunk heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. In Wäldern können die Tiere gelegentlich durch Waldbrände bedroht sein (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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