Grüne Krabbenspinne

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Grüne Krabbenspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Aranea)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Krabbenspinnen (Thomisidae)
Gattung: Diaea
Art: Grüne Krabbenspinne
Wissenschaftlicher Name
Diaea dorsata
Fabricius, 1777

Die Grüne Krabbenspinne (Diaea dorsata), die auch Grünbraune Krabbenspinne genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae) zur Gattung Diaea. Die Grüne Krabbenspinne ist eine von rund 40 Arten der Krabbenspinnen, die in Mitteleuropa verbreitet sind.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die eher kleine Grüne Krabbenspinne erreicht je nach Geschlecht eine unterschiedliche Körperlänge. Das Weibchen weist eine Körperlänge von 5 bis 6 Millimeter auf, das Männchen erreicht hingegen nur eine Körperlänge von 3 bis 4 Millimeter. Der Vorderteil des Körpers sowie die Extremitäten weisen eine überwiegend hellgrüne Färbung auf. Die Augen sind mit feinen weißen Ringen markiert. Beim Männchen zeigt sich rund um die Augen und an den Vorderbeinen eine bräunliche Fleckung. Die acht Augen befinden sich in zwei Reihen im Bereich der Stirn. Der Hinterleib weist eine leicht gelbliche bis weißliche Grundfärbung und eine feine und spärliche Behaarung auf. An den Extremitäten zeigt sich ebenfalls eine spärliche Behaarung. Diese Tasthaare dienen im wesentlichen der Orientierung. Dorsal ist der Hinterleib durch ein bräunliches, blattartiges Muster gekennzeichnet. Die Zeichnung in diesem bräunlichen Muster ist gelblichweiß gefärbt.

Lebensweise

Für gewöhnlich trifft man die Grünen Krabbenspinne in der niedrigen Vegetation in Bäumen und Sträuchern an. Aber auch blühende Kräuter werden gerne als Ansitz genutzt. Aufgrund ihrer Färbung ist die Grüne Krabbenspinne in ihrem Lebensraum kaum auszumachen. Imagines sind meist von Mai bis Juni oder Juli zu beobachten. Die juvenilen Tiere verbringen die kalte Jahreszeit an frostsicheren Orten. Beliebte Rückzugsorte sind beispielsweise die lose Rinde von Bäumen. Unmittelbar nach der Überwinterung kommt es zur Imaginalhäutung. Mit dieser letzten Häutung haben sie auch die Geschlechtsreife erreicht.

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Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Grünen Krabbenspinne erstreckt sich über weite Teile Mitteleuropas. Die Spinnen kommen dabei ausschließlich in der Ebene vor, Höhenlagen werden nicht besiedelt. Lichte Laubwälder gehören zu den natürlichen Lebensräumen. Hier sind die Grünen Krabbenspinnen vorzugsweise auf dem Laub von Bäumen oder Sträuchern anzutreffen. Gelegentlich trifft man die Tiere auch an Waldrändern und auf Trockenrasen an.

Ernährung

Die Grüne Krabbenspinne ernährt sich als Lauerjäger räuberisch von anderen Insekten (Insecta), gelegentlich auch von kleineren Spinnentieren (Arachnida). Sie bauen kein Netz, sondern überwältigen ihre Beute, die sie bereits über eine beachtliche Entfernung ausmachen können. Die Beute wird durch einen Biss mit einhergehender Injizierung von Gift getötet und später ausgesaugt.

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Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt meist gegen Ende Mai oder im Juni. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits die Imaginalhäutung erfolgt. Unter den Männchen kommt es während der Paarungszeit zu interessanten Kommentkämpfen. Mit gespreizten Vorderbeinen stehen sich die Männchen gegenüber und vollführen tänzelnde Kämpfe, bei denen sie immer wieder mit den Köpfen zusammenstoßen und zurückweichen. Ein paarungsbereites Weibchen seilt sich an einem Faden herab. Anders als bei vielen anderen Spinnenarten, lebt das Männchen der Grünen Krabbenspinne nicht ganz so gefährlich. Das Männchen begibt sich unter den Opisthosoma (Hinterleib) des Weibchens. Das Männchen führt nun seine Begattungsorgane, den sogenannten die Bulben, in die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein. Es erfolgt somit eine innere Befruchtung. Unmittelbar nach der Kopulation sucht das Männchen das Weite. Nach der erfolgreichen Begattung legt das Weibchen ihre Eier in eine Art linsenförmigen Kokon an geschützter Stelle ab. Bis zum Schlupf der Spiderlinge bewacht das Weibchen den Kokon. Während dieser Zeit nimmt sie auch keine Nahrung zu sich. Ist die Schlupfzeit erreicht, so öffnet sie den Kokon und entlässt die Jungspinnen der mütterlichen Fürsorge. Kurz danach stirbt das Weibchen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
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