Goldstirnklammeraffe

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Goldstirnklammeraffe

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Kapuzinerartige (Cebidae)
Unterfamilie: Klammerschwanzaffen (Atelinae)
Gattung: Klammeraffen (Ateles)
Art: Goldstirnklammeraffe
Wissenschaftlicher Name
Ateles belzebuth
Geoffroy, 1806

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Goldstirnklammeraffe (Ateles belzebuth) zählt innerhalb der Familie der Kapuzinerartigen (Cebidae) zur Gattung der Klammeraffen (Ateles).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Goldstirnklammeraffe erreicht eine Körperlänge von 35 bis 60 Zentimeter sowie ein Gewicht von sechs bis zehn Kilogramm. Der Schwanz weist eine Länge von 60 bis 90 Zentimeter auf. Weibchen werden insgesamt etwas größer und schwerer als Männchen. Das Fell variiert zwischen goldbraun bis hellbraun. Der Rücken kann auch dunkelbraun bis fast schwarz gefärbt sein. Die Bauchseite ist cremefarben bis weißlich. Markantes Merkmal ist eine goldgelbe Zeichnung auf der Stirn der Tiere. Die Zeichnung hat die Form eines Dreiecks. Die Beine sind ausgesprochen lang und schlank. Hände und Füße sind überwiegend schwarz. Die Arme sind bei dieser Primatenart deutlich länger als die Beine. Sie sind ausgezeichnete Kletterer, die auch ihren langen Schwanz als fünftes Greiforgan einsetzen. Die Augenfarbe ist neben braun auch häufig blau oder sogar ein blaues und ein braunes Auge wird nicht selten beobachtet.

Goldstirnklammeraffen sind gesellige Tiere, die in losen Gruppen von bis zu 20 bis 40 Tiere leben. Auf der Nahrungssuche spalten sie sich zumeist in kleinere Untergruppen auf. Innerhalb der Geschlechter herrcht eine strikte Hierarchie. Die Tiere beanspruchen Streifterritorien von 150 bis 300 Hektar. Gegenüber Artgenossen, insbesondere gegenüber anderen Gruppen, sind sie nur wenig aggressiv. Goldstirnklammeraffen sind in ihren angestammten Lebensräumen akut bedroht, da durch die Abholzung der Primärwälder immer mehr Lebensraum verlorengeht. In der Roten Liste des IUCN sind diese Tiere als bedrohte Art geführt (VU, vulnerable). Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbedondere größere Greifvögel.

Verbreitung

Die Tiere finden ihre Verbreitung in den tropischen Regenwäldern des nördlichen Südamerikas. Ihre Hauptverbreitungsgebiete liegen in Brazilien, Kolombien, Ecuador, Peru und Venezuela. Sie halten sich fast ausschließlich in den Baumkronen auf und sind nur selten am Boden zu beobachten. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von gut 1.800 Metern anzutreffen.

Nahrung

Goldstirnklammeraffen leben ausschließlich von Blättern, Sämereien, jungen Trieben und reifen Früchten. Auf Nahrungssuche gehen sie in kleinen Gruppen meist in den frühen Morgen- und Abendstunden. Selten auch während der Nacht, wenn der Mond scheint.

Fortpflanzung

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Die Geschlechtsreife wird etwa mit vier bis fünf Jahren erreicht. Die Paarungszeit erstreckt sich über das ganze Jahr. Ein Weibchen hat keinen festen Partner, sondern paart sich durchaus mit verschiedenen Männchen einer Gruppe. Interessant ist, dass Weibchen eine penisartige Klitoris besitzen. Nach einer Tragezeit von rund 210 bis 240 Tagen bringt das Weibchen meist ein Jungtier zur Welt, das ein Geburtsgewicht von 330 bis 350 Gramm aufweist. Die Entwöhnung erfolgt gewöhnlich mit Beginn des 2. Lebensjahres. Die Selbständigkeit wird mit 1,5 Jahren erreicht. Insgesamt werden die Jungtiere nur von ihrer Mutter und anderen weiblichen Mitgliedern einer Gruppe betreut und großgezogen. In Gefangenschaft ist eine Lebenserwartung von 30 bis 35 Jahren keine Seltenheit. In Freiheit dürften die Tiere nicht älter als 20 Jahre werden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer Verlag, 2003, ISBN 3540436456
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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