Goldgelbes Löwenäffchen

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Goldgelbes Löwenäffchen

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
Gattung: Löwenäffchen (Leontopithecus)
Art: Goldgelbes Löwenäffchen
Wissenschaftlicher Name
Leontopithecus rosalia
Linnaeus, 1766

IUCN-Status
Endangered (EN)

Das Goldgelbe Löwenäffchen (Leontopithecus rosalia) zählt innerhalb der Familie der Krallenaffen (Callitrichidae) zur Gattung der Löwenäffchen (Leontopithecus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Goldgelbe Löwenäffchen erreicht eine Körperlänge von 25 bis 30 cm. Hinzu kommt der sehr lange Schwanz von 30 bis 40 cm Länge. Das Gewicht beträgt zwischen 450 und 600 Gramm. Das Fell weist eine goldgelbe Färbung auf. Je nach Lichteinfall glänzt es golden. Der kleine und rundliche Kopf ist mit einer Mähne umgeben, die sich bis zu den Schultern fortsetzt. Das Gesichtsfeld ist unbehaart und gräulich gefärbt. Seine langen und dünnen Finger enden in kleinen aber kräftigen Krallen. Die Geschlechter weisen keinen Geschlechtsdismorphismus auf.

Wie alle Löwenäffchen, so leben auch die Goldgelben Löwenäffchen in kleinen Familiengruppen von bis zu zehn Tieren. Innerhalb einer Gruppe herrscht eine starke soziale Bindung. Diese wird insbesondere durch gegenseitige Fellpflege gefestigt. Sie sind tagaktiv und ziehen sich in der Nacht in Baumhöhlen oder ähnlichen Plätzen zur Nachtruhe zurück. Goldgelbe Löwenäffchen sind ausgesprochene territoriale Tiere, die ihr Revier erbittert gegenüber Artgenossen verteidigen. Die Größe des Revieres kann bis zu 60 Hektar betragen.

Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Greifvögel, Katzen und Schlangen. Goldgelbe Löwenäffchen gehören heute zu den am stärksten bedrohten Primatenarten. Insbesondere die weitflächige Vernichtung ihrer Lebensräume hat sie an den Rand der Ausrottung gebracht. In der Roten Liste des IUCN wird die Art seit 1982 geführt. Aktuell wird die Art als gefährdet (endangered) eingestuft. Die Bestandsschätzungen schwanken sehr stark. Es soll in freier Wildbahn heute nur noch zwischen 500 und 1.000 Tiere geben.

Verbreitung

Das Goldgelbe Löwenäffchen findet seine Verbreitung in einem relativ kleinen Gebiet im Südosten Brasiliens. Da die Art in freier Wildbahn nahezu ausgestorben war, sind umfassende Wiederansiedlungsprojekte gestartet worden. Aus Zoobeständen wurden Tiere in die Freiheit entlassen. Nach intensiven Schutzmaßnahmen stieg der Bestand und betrug 1998 wieder 800 freilebende Tiere in Brasilien. Sie bewohnen das Tiefland des Küstenregenwaldes. Das Klima ist hier zumeist sehr feucht. Sie sind in den Baumkronen in Höhen von bis zu 20 Meter anzutreffen.

Nahrung

Als Allesfresser hat das Goldgelbe Löwenäffchen ein weites Nahrungsspektrum. Sie fressen vor allem Insekten aller Art und deren Larven, Spinnentiere, kleinere Reptilien und Schnecken. Auch Blüten, reife Früchte und sogar Vogeleier werden gerne gefressen. Nahrung nehmen sie beim Fressen zwischen ihre Hände. Als tagaktive Primaten gehen sie ausschließlich tagsüber auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

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Das Goldgelbe Löwenäffchen erreicht die Geschlechtsreife mit 18 bis 24 Monaten. Männchen brauchen mit 24 Monaten etwas länger als Weibchen. Innerhalb einer Gruppe paart sich nur das dominante Pärchen. Die Paarungszeit liegt in der warmen Jahreszeit zwischen September und März. In dieser Zeit kommt es oft zu zwei Geburten. Nach einer Tragezeit von 135 bis 140 Tagen bringt das Weibchen meist zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind bereits weit entwickelt. Sie sind behaart und ihre Augen sind geöffnet. In den ersten Lebenswochen klammern sich die Jungtiere am Bauch der Mutter. Später werden sie vor allem vom Vater getragen, der eine tragende Rolle bei der Aufzucht spielt. Auch andere Gruppenmitglieder umsorgt den Nachwuchs. Ab dem 35. Lebenstag beginnt die Phase der beginnenden Selbständigkeit. Die Jungen spielen viel und nehmen bereits feste Nahrung zu sich. Mit rund 90 Tagen sind sie vollständig selbständig. Die Lebenserwartung liegt bei zehn bis fünfzehn Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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