Gold-Wespenspinne

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Gold-Wespenspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Argiope
Art: Gold-Wespenspinne
Wissenschaftlicher Name
Argiope aurantia
Lucas, 1833

Die Gold-Wespenspinne (Argiope aurantia) zählt innerhalb der Familie der Echte Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Argiope. Im Englischen wird diese Spinne Black and Yellow Garden Spider, American Garden Spider oder Writer Spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gold-Wespenspinne erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 0,5 bis 2,8 Zentimeter, Männchen bleiben mit 0,5 bis 1,0 Zentimeter deutlich kleiner als Weibchen. Die Beinspannweite kann bei einem ausgewachsenen Weibchen durchaus bis zu 7 Zentimeter betragen. In der Färbung und der Zeichnung des Opisthosoma (Hinterleib) weisen die Geschlechter keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Der Cephalothorax (Kopfbrustteil) ist gräulich gefärbt und ist dicht mit silbrigen Härchen besetzt. Der Opisthosoma weist eine schwarze bis schwarzbraune Grundfärbung auf. Die Seiten des Opisthosoma sind durch unregelmäßig große und weißlich bis gelblich gefärbte Flecken gekennzeichnet. Zentral auf dem Opisthosoma zeigen sich vier, meist weißlich gefärbte Flecken. Der Hinterleib weist insgesamt eine ei-ovale Form auf. Er ist nicht weiter segmentiert und ist über ein beweglich angebrachtes Verbindungsstück, dem sogenannten Petiolus, an den Vorderleib, dem Cephalothorax, angeschlossen. Der Cephalothorax trägt die vier Beinpaare. Sie weisen bis auf den gelblich roten Femur eine überwiegend schwärzliche Färbung auf. Die Taster (Pedipalpen) sind gelblichbraun gefärbt. Das Gift, das die Gold-Wespenspinne ihrer Beute verabreicht, ist zwar giftig, kann einem gesunden Menschen jedoch nicht gefährlich werden.

Lebensweise

Je nach Jahreszeit und den klimatischen Bedingungen sind Gold-Wespenspinnen sowohl am Tage als auch in der Nacht aktiv. Als Lauerjäger reagieren sie dabei auf Erschütterungen ihres Netzes. Auch der Bau des umfangreichen Netzes kann bei Tage und in der Nacht erfolgen. Meist erfolgt die Reparatur eines Netzes in der Nacht. Die Weibchen der Gold-Wespenspinne gelten als standorttreu und verbleiben meist ein Leben lang an einem Ort. Grundvoraussetzung ist jedoch, dass genügend Nahrung vorhanden ist.
vergrößern
Männchen gehen zur Paarungszeit auf der Suche nach einer Partnerin auf Wanderschaft. Nicht selten bleibt es bei einer Wanderung, da Männchen einem Weibchen nach der Paarung meist zum Opfer fallen. Die Orientierung erfolgt überwiegend über den Tastsinn. Gold-Wespenspinnen können selbst feinste Erschütterungen in ihren Netzen wahrnehmen. Der Sehsinn ist hingegen eher schlecht bis mäßig ausgeprägt.

Verbreitung

Die Gold-Wespenspinne ist in weiten Teilen Nord- und Mittelamerikas verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Kanada über alle Bundesstaaten der USA, Mexiko bis nach Costa Rica in Mittelamerika. Die Gold-Wespenspinne bewohnt in diesem sehr großen Verbreitungsgebiet eine Vielzahl an Lebensräumen. Dazu gehören beispielsweise Sumpfgebiete, Savannen, die offene Prärie, lichte Wälder und deren Ränder sowie in der Nähe des Menschen auch auf landwirtschaftlichen Flächen und in Dörfern und Städten. Sie fühlt sich überall dort heimisch, wo reichlich Büsche und Sträucher vorhanden sind, in denen sie ihre Netze spannt und auf die Jagd geht. Sie ist vor allem in der Ebene, seltener in Höhenlagen anzutreffen. Hochgebirge werden nicht besiedelt.

Prädatoren

Gold-Wespenspinnen stehen auf der Speisekarte zahlreicher Fleischfresser. Zu den natürlichen Feinden gehören beispielsweise Grabwespen (Sphecidae) wie die Chalybion californicum. Aber auch zahlreiche Vögel (Aves), Spitzmäuse (Soricidae) wie die Südliche Kurzschwanzspitzmaus (Blarina carolinensis) sowie kleinere Eidechsen (Lacertidae) stellen den Spinnen regelmäßig nach. Fühlt sich die Gold-Wespenspinne bedroht, so nimmt sie eine Abwehrhaltung ein und lässt sich zu Boden fallen, wenn sich ein Fleischfresser nicht abschrecken läßt. Am Boden sucht sie Schutz in dichter Bodenvegetation. Eine drohende Gefahr nimmt die Gold-Wespenspinne bereits frühzeitig über Vibrationen in ihrem Netz wahr.

Ernährung

Gold-Wespenspinnen gehören zu den reinen Fleischfressern. Die Jagd auf Beutetiere erfolgt passiv mit Hilfe eines Kugelnetzes, mit dem überwiegend kleine Geflügelte Insekten (Pterygota) und andere Insekten (Insecta) gefangen werden. Weit oben auf der Speisekarte stehen beispielsweise Blattläuse (Aphidoidea), Mücken (Nematocera), Fliegen (Brachycera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) sowie verschiedenste Hautflügler (Hymenoptera). Die Beutetiere können durchaus die doppelte Größe wie eine Gold-Wespenspinne aufweisen. Sobald sich ein Beutetier im Nest verfangen hat, reagiert die Gold-Wespenspinne auf die ausgelöste Erschütterung. Sie wartet als Lauerjägerin in der Regel in der Mitte, unterhalb des Netzes in hängender Position. Dem Beutetier wird ein hoch wirksames Gift injiziert. Gold-Wespenspinnen neigen zum Kannibalismus. Die Männchen stehen bei den Weibchen unmittelbar nach dem Paarungsakt auf der Speisekarte. Der Körper des Männchens wird in Spinnenseide eingehüllt und später verzehrt.

Fortpflanzung

Männchen erreichen die Geschlechtsreife im Sommer, Weibchen meist im Spätsommer oder im Herbst. Die Paarungszeit beginnt in der Regel im Spätsommer, es kommt dabei einmal in einer Saison zur Eiablage. Zu Beginn der Paarungszeit begibt sich ein Männchen auf Wanderschaft und durchstreift auf der Suche nach einem Weibchen seinen Lebensraum. Hat er ein Weibchen gefunden, so errichtet es in deren Nähe ein eigenes kleines Netz. Das Männchen prüft die Paarungsbereitschaft, indem es am Netz der Auserwählten zupft. Das Weibchen, das sich bei der Paarung passiv verhält, überlässt dem Männchen die Paarungsaktivität. Nach erfolgter Paarung endet das Männchen gewöhnlich als Nahrung für das Weibchen. Sie legt etwa 400 bis 800, selten auch über 1.000 Eier in einen kugelförmigen Kokon. Der Kokon kann einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimeter aufweisen. Die Jungspinnen schlüpfen schon sehr bald, verbleiben aber den Winter über in ihrem Gemeinschaftskokon. Im Frühjahr verlassen sie den Kokon und entwickeln sich rasch zu erwachsenen Spinnen. Die Spiderlinge ähneln im wesentlichen den adulten Spinnen. Die Lebenserwartung einer Gold-Wespenspinne liegt bei rund einem Jahr. In südlichen Regionen mit gemäßigtem oder mediterranem Klima erreichen die Tiere auch ein deutlich höheres Alter.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
'Persönliche Werkzeuge