Gewöhnliche Schmuckschildkröte

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Gewöhnliche Schmuckschildkröte
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Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)
Gattung: Echte Schmuckschildkröten (Pseudemys)
Art: Gewöhnliche Schmuckschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Pseudemys concinna
LeConte, 1830

Die Gewöhnliche Schmuckschildkröte (Pseudemys concinna) zählt innerhalb der Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae) zur Gattung der Echten Schmuckschildkröten (Pseudemys). Die Unterart Hieroglyphen-Schmuckschildkröte (Pseudemys concinna concinna) lief bislang unter dem wissenschaftlichen Namen Pseudemys concinna hieroglyphica.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Gewöhnliche Schmuckschildkröte erreicht je nach Geschlecht eine Größe von 26 bis 37 cm. Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Der breite und flache Carapax weist eine bräunliche bis olivbraune Grundfärbung auf. Cremefarbene bis gelbliche Linien zieren den Carapax. Der hintere Rand des Carapax ist leicht gesägt. Zudem weist der Rückenpanzer einen leichten Mittelkiel auf. Neben der Größe kann man Geschlechter auch anhand anderer Merkmale unterscheiden. Das Männchen verfügt über deutlich längere Krallen an den Vorderfüßen, über einen längeren Schwanz und über eine dickere Schwanzwurzel. Der Oberkieferrand ist bei beiden Geschlechtern eingeschnitten.

Die Haut ist olivgrün und mit gelblichen Streifen versehen. Der Plastron ist gelb und weist eine dunkle Musterung auf. Tagsüber halten sich die Schildkröten auf erhöhten Plätzen über dem Wasser beim Sonnenbaden auf. Während des Winters halten sie eine mehrmonatige Winterruhe, die sie im Schlamm ihrer Heimatgewässer verbringen. Ihr Stoffwechsel ist dabei auf ein Minimum reduziert, so daß sie nicht einmal atmen müssen. Den nötigen Sauerstoff nehmen sie dabei über die Kloakengegend auf.

Lebensraumverlust und der Wildfang haben die Art in vielen Teilen ihrer Verbreitungsgebiete selten werden lassen. Auch bei der Überquerung von Strassen sterben regelmäßig viele Schildkröten. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen Alligatoren und Bisamratten. Jungtieren können auch diverse Vögel zu Leibe rücken.

Unterarten

Verbreitung

Hieroglyphen-Schmuckschildkröte
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Hieroglyphen-Schmuckschildkröte

Die Gewöhnliche Schmuckschildkröte ist in weiten Teilen des Südostens der USA und Teilen Mexikos verbreitet. Häufig ist sie in Florida, Texas, Virginia, Nebraska, Kentucky und Tennessee anzutreffen. Sie lebt in Flüssen, Teichen, Seen und Sümpfen mit reichhaltiger Vegetation.

Nahrung

Als Allesfresser nehmen sie sowohl pflanzliche Nahrung wie Wasserpflanzen als auch tierische Nahrung zu sich. Dazu gehören Schnecken, kleine Fische und Insekten. Auch Aas wird von der Gewöhnlichen Schmuckschildkröte nicht verschmäht.

Fortpflanzung

Männchen erreichen die Geschlechtsreife mit einer Carapax-Länge von gut 10 cm, Weibchen mit 18 cm. Die Paarungszeit beginnt im Januar oder Februar. Ein Männchen schwimmt während der Balz um ein Weibchen herum und versucht es durch Vibrieren seiner langen Fußnägel an den Vorderfüßen oder durch Streicheln zu imponieren. Das Weibchen sucht kurz vor der Eiablage nach einem geeigneten Platz für die Ablage ihrer Eier. In einer maximalen Entfernung von 30 Meter vom Wasser gräbt sie in sandigen bis lehmigen Boden eine Grube. Die Grube scharrt sie mit ihren Hinterbeinen aus.

Für gewöhnlich erfolgt die Eiablage im Mai oder Juni. Sie legt zwischen zehn und fünfunzwanzig, selten mehr, rosafarbene Eier. Die Grube wird nach erfolgter Eiablage sorgsam verschlossen. Nach einer temperaturabhängigen Inkubationszeit von gut 90 bis 100 Tagen schlüpfen die Jungtiere, die ein Gewicht von zehn bis vierzehn Gramm aufweisen. Die Jungtiere sind grünlich bis bräunlich gefärbt und weisen ein Muster aus gelben Linien und Ringen auf dem Carapax auf. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 40 Jahren, in Gefangenschaft auch darüber.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ignaz A. Basile: Faszinierende Schildkröten. Sumpfschildkröten. Naglschmid, 1995 ISBN 3927913812
  • Andreas S. Hennig: Haltung von Wasserschildkröten. Natur und Tier-Verlag; Auflage 1, Dez. 2004. ISBN 3931587959
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