Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter

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Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Colubrinae
Gattung: Kutscherpeitschennattern (Masticophis)
Art: Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter
Wissenschaftlicher Name
Masticophis flagellum
Shaw, 1802

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter (Masticophis flagellum) zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Kutscherpeitschennattern (Masticophis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter gehört mit einer durchschnittlichen Länge von 130 bis 180 Zentimeter zu den größten Schlangenart in Nordamerika. Extremlängen von über 200 Zentimeter sind verbürgt. Der Körperbau ist ausgesprochen schlank, der Kopf setzt sich nur wenig vom Hals ab. Die glatten Schuppen sind leicht gekielt. Die Grundfärbung variiert von hellbraun über gräulich bis hin zu einem hellen rötlichbraun. Undeutliche helle Muster ziehen über die gesamte dorsale Oberfläche. Viele Schuppen gehen von einem dunklen Braun in ein helles Braun über. Die Augen liegen weit vorne am leicht abgerundeten Kopf. Die Pupillen weisen eine runde Form auf und sind dunkel gefärbt, die Iris ist gelblich.

Verhalten

Gewöhnliche Kutscherpeitschennattern sind tagaktive Schlangen, die trotz ihre enormen Länge sehr schnell unterwegs sind. In ihrem Lebensraum orientieren sie sich hauptsächlich über den Geruchs- und Sehsinn. Dies gilt auf für die Nahrungssuche. Gegenüber dem Menschen verhält sich die Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter eher scheu und sucht ihr Heil in der Flucht. Abwehrreaktionen manifestieren sich in der Regel in zischende Laute, Vibrieren des Schwanzes und in letzter Konsequenz auch Abwehrbisse. Die Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter gehört allerdings nicht zu den Giftschlangen, ihre Bisse fügen lediglich schmerzhafte Wunden zu.

Unterarten

Verbreitung

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Die Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter ist mit ihren Unterarten in der südlichen Hälfte der USA sowie im nördlichen und im zentralen Mexiko weit verbreitet. Bewaldete Hügellandschaften, lichte Laub-, Nadel- oder Mischwälder, die Randbereiche von Halbwüsten, Gras- und Baumsteppen gehören zu den natürlichen Lebensräumen. In Höhenlagen kommt sie in Mittelgebirgen bis in Höhen von gut 2.000 Metern vor.

Ernährung

Gewöhnliche Kutscherpeitschennattern ernähren sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Vögeln, kleinen Säugern wie Nagetiere sowie von Reptilien, insbesondere Echsen, kleinere Schildkröten und andere Schlangen. Sie macht dabei auch vor Giftschlangen wie Klapperschlangen keinen Halt. Auf der Suche nach Beutetieren bewegt sich die Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter mit erhobenem Kopf durch ihren Lebensraum. Beute wird durch den ausgezeichneten Seh- und Geruchssinn aufgespürt. Mit einem Biss wird ein Tier gepackt, erdrosselt und dann im Ganzen mit dem Kopf voran verschlungen.

Fortpflanzung

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Die Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter gehört zu den eierlegenden Arten. Die Paarungszeit beginnt in der Regel kurz nach der Winterruhe. In einer Saison kommt es lediglich zu einer Eiablage. Das Weibchen legt kurz nach erfolgreicher Paarung zwischen 8 und 16, selten auch mehr Eier an geschützter Stelle in eine flache Erdmulde. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungschlangen nach 50 bis 80 Tagen. Sie weisen eine Schlupflänge von 30 bis 35 Zentimeter auf und sind gleich nach dem Schlupf auf sich alleine gestellt. Eine Brutpflege seitens des Weibchens wird nicht betrieben. Die Jungschlangen ernähren sich anfangs hauptsächlich von Insekten, kleinen Eidechsen und anderem Kleingetier. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen und in Abhängigkeit der Unterart bei 12 bis 18 Jahren.

Gefährdung und Schutz

Die Art an sich ist noch nicht gefährdet. Allerdings sind die Populationen der Unterart der San Joaquin Kutscherpeitschennatter (Masticophis flagellum ruddocki) gefährdet und stehen insbesondere in Kalifornien unter Schutz. In der Roten Liste der IUCN wird die Gewöhnliche Kutscherpeitschennatter nicht geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475

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