Gemeiner Weberknecht

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Gemeiner Weberknecht
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Weberknechte (Opiliones)
Unterordnung: Eupnoi
Überfamilie: Phalangioidea
Familie: Schneider (Phalangiidae)
Unterfamilie: Phalangiinae
Gattung: Phalangium
Art: Gemeiner Weberknecht
Wissenschaftlicher Name
Phalangium opilio
Linnaeus, 1761

Der Gemeine Weberknecht (Phalangium opilio) zählt innerhalb der Familie der Schneider (Phalangiidae) und gehört zur Gattung der Phalangium.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Gemeine Weberknecht erreicht eine Körperlänge von sechs bis sieben Millimeter sowie eine Beinlänge von drei bis vier Zentimeter. Der ovale Körper weist eine bräunliche Färbung auf. Der Rücken ist durch ein aufwendiges graubraunes bis braunes Muster gekennzeichnet, das in Querstreifen über den gesamten Hinterleib verläuft. Wie alle Spinnentiere, so verfügen auch Gemeine Weberknechte über acht Beine. Ihre Beine weisen die vielfache Länge des Körpers auf und wirken durch ihre Dünne sehr zerbrechlich. Die Beine verfügen über mehrere Sollbruchstellen. Dadurch sind sie zur Autotomie in der Lage. Bei Gefahr können sie Beine oder Teile davon abwerfen. Im Verlaufe von mehreren Häutungen wachsen die Beine meist nach.

Anders als bei anderen Spinnenarten, so ist der Körper des Gemeinen Weberknechtes nicht zweigeteilt. Zudem verfügen sie über keine Gift- und Spinndrüsen. Die Pedipalpen sind zu Fangapparaten umgebildet. Werden sie gerade nicht gebraucht, so können sie eingeklappt werden. Die Kieferklauen sind durchaus kräftig ausgebildet und verfügen über drei Glieder. Der Gemeine Weberknecht verfügt über zwei kleine Augen, die weit vorne am Körper liegen. Gemeine Weberknechte können in Mitteleuropa in den Monaten Juni bis November beobachtet werden. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Aufgrund der Zerstörung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch intensive Landwirtschaft ist der Gemeine Weberknecht heute selten geworden. In einigen Verbreitungsgebieten ist er bereits vom Aussterben bedroht.

Gemeiner Weberknecht - Weibchen
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Gemeiner Weberknecht - Weibchen

Verbreitung

Der Gemeine Weberknecht ist in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet. Er ist in Habitaten mit reicher Vegetation anzutreffen. Dabei werden offene Landschaften wie Wegränder, Wiesen und Gärten sowie Trockenrasen bevorzugt. Die Tiere halten sich meist in den höhere Regionen der Vegetation auf, wo sie meist auf Blüten sitzen. Als scheue Nachttiere halten sich Weberknechte tagsüber in ihren Unterschlüpfen oder auf geschützten Blättern verborgen.

Ernährung

Der Gemeine Weberknecht ernährt sich von kleinen Insekten, Spinnentieren und anderen kleinen Gliederfüßern. Die Beutetiere werden nicht durch Gift oder ähnliches getötet, sondern lebend erbeutet und verspeist. Meist sieht man sie auf Blättern oder Pflanzenstengeln bei der Nahrungssuche. Seltener auch auf dem Boden.

Gemeiner Weberknecht - Weibchen
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Gemeiner Weberknecht - Weibchen

Fortpflanzung

Anders als bei anderen Spinnentieren, pflanzen sich Gemeine Weberknechte durch innere Befruchtung fort. Das Männchen führt dabei sein Geschlechtsteil direkt in die Genitalöffnung des Weibchens ein. Die Geschlechtsöffnung beim Weibchen liegt gleich hinter dem Mundraum. Die Eier legt das Weibchen in den Boden ab. Eine Brutpflege wird nicht weiter betrieben.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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