Gemeiner Steinkriecher

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Gemeiner Steinkriecher

Systematik
Klasse: Hundertfüßer (Chilopoda)
Ordnung: Steinläufer (Lithobiida)
Unterordnung: Lithobiidea
Überfamilie: Lithobioidea
Familie: Steinläufer (Lithobiidae)
Gattung: Lithobius
Art: Gemeiner Steinkriecher
Wissenschaftlicher Name
Lithobius forficatus
Linnaeus, 1758

Der Gemeine Steinkriecher (Lithobius forficatus), der auch Gemeiner Steinläufer genannt wird, gehört innerhalb der Familie der Steinläufer (Lithobiidae) zur Gattung Lithobius.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Gemeine Steinkriecher erreicht eine Körperlänge von 30 bis 32 Millimeter. Ihr Körper weist eine bräunliche Färbung auf und ist in meist fünfzehn Segmenten eingeteilt. Jedes Segment verfügt dabei über ein Beinpaar. Das letzte Beinpaar ist stark verlängert und dient zum Festhalten von Beutetieren. Die Fühler, die sogenannten Antennen, sind segmentiert, mittellang und bestehen aus zehn Teilen. Ihre Augen sind nicht sonderlich gut ausgeprägt und bestehen aus mehreren Punktaugen, den sogenannten Ocellen. Als Räuber verfügen sie über ausgesprochen kräftige Kiefer, mit denen sie ihre Beute packen, töten und zerteilen können. Trotz ihrer vielen Beine sind sie ausgesprochen flinke Läufer.

Verbreitung

Der Gemeine Steinkriecher ist in Europa, insbesondere in Mitteleuropa sehr weit verbreitet. Er lebt bevorzugt in offenem Gelände und ist meist unter modriger Rinde, in Komposthaufen oder unter Steinen zu finden. Dabei sind sie in der Regel an relativ feuchten Plätzen anzutreffen. Große Trockenheit vertragen die Tiere nicht.

Ernährung

Der Gemeine Steinkriecher ernährt sich räuberisch von kleinen Tieren wie Insekten, Spinnentieren und Asseln. Mit einem Biss gibt er ein Gift in die Wunde ab, das die Opfer lähmt.
Gemeiner Steinkriecher
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Gemeiner Steinkriecher
Mit den kräftigen Kieferklauen wird das Beutetier dann zerteilt und aufgefressen. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere nur in der Nacht. Beim ersten Kontakt mit der Beute geben sie ein für die Beute hochwirksames, lähmendes Gift über ihre Giftdrüsen ab. Bei einem Biss gegen einen Menschen können die Giftklauen die Haut gegebenenfalls durchschlagen und mehr oder weniger schmerzhaft zubeißen.

Fortpflanzung

Beim Gemeinen Steinkriecher erfolgt die Fortpflanzung meist im Frühjahr oder Frühsommer. Wie bei Arachniden, so erfolgt auch bei Chilopoden durch indirekte Befruchtung. Das Männchen formt dabei aus seinem Sperma kleine Spermapakete, die sogenannten Spermatophoren. Diese legt er an einer geeigneten Stelle ab. Die Befruchtung erfolgt, indem sich ein Weibchen über eines der Spermatophoren bewegt und die Spermien aufnimmt. Das Weibchen legt ihre Eier einzeln in kleine Löcher. Dies geschieht meist in feuchter Erde, moderndes Holz oder in Komposthaufen. Die geschlüpften Jungtiere weisen sieben Beinpaare auf, von denen das hinterste stark verlängert ist und zum Ergreifen von Beute verwendet wird. Mit jeder Häutung verlängert sich der Körper um ein Sepment und somit auch um ein Beinpaar. Mit 15 Beinpaaren sind sie dann ausgewachsen. Der Gemeine Steinkriecher hat ein Lebenserwartung von bis zu sechs Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der große Kosmos Tierführer - 1.000 Arten Mitteleuropas, Franckh Kosmos Verlag, ISBN 3-440-10093-6
  • Eisenreich, Handel und Zimmer: Tiere und Pflanzen; BLV Verlagsgesellschaft mbH, ISBN 3-405-16740-X
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