Gelbtupfen-Höckerschildkröte

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Gelbtupfen-Höckerschildkröte

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)
Gattung: Höckerschildkröten (Graptemys)
Art: Gelbtupfen-Höckerschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Graptemys flavimaculata
Cagle, 1954

IUCN-Status
Endangered (EN) - IUCN

Die Gelbtupfen-Höckerschildkröte (Graptemys flavimaculata), die auch Zwerg-Höckerschildkröte genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae) zur Gattung der Höckerschildkröten (Graptemys).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Weibchen der Gelbtupfen-Höckerschildkröte erreicht eine Carapax-Länge von fünfzehn bis achtzehn cm. Die Männchen bleiben mit sieben bis elf cm deutlich kleiner als die Weibchen. Der Carapax ist überwiegend hellbraun bis olivgrün. Die äußeren Hornplatten weisen orangefarbene Flecken auf, die von unregelmäßiger Form sein können. Der hintere Rand des insgesamt rundlichen und flachen Carapax ist gezackt. Die Mitte des Carapax weist einen charakteristisch gesägten Mittelkiel auf. Der Plastron ist gelblich bis cremefarben und weist eine unregelmäßig schwarze Fleckung auf. Diese schwarzen Markierungen verblassen mit zunehmendem Alter.

Der Kopf der Gelbtupfen-Höckerschildkröte ist recht klein und weist nicht die typischen Haken und Kerben im Oberkiefer auf. Die Haut ist olivgrün und mit gelben Streifen durchsetzt. Die Streifung setzt sich über die gesamte Haut fort, also Kopf, Hals, Extremitäten und Schwanz. Hinter den Augen hat die Gelbtupfen-Höckerschildkröte jeweils einen gelben Punkt, an der sie leicht identifiziert werden kann.

Sie verbringt die meiste Zeit des Tages und kommt nur zum Sonnenbaden und zur Eiablage an Land. Bei Temperaturen von dauerhaft unter 20 Grad halten die Gelbtupfen-Höckerschildkröten eine Winterruhe, die mehrere Monate dauern kann. Die Schildkröte ist aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes heute stark gefährdet. In der Roten Liste des IUCN wird die Gelbtupfen-Höckerschildkröten seit 1988 als bedrohte Art geführt.

Verbreitung

Diese Schildkrötenart ist nur in einem kleinen Gebiet im US-Bundesstaat Mississippi zu finden. Sie lebt in den Flüssen Pascagoula River und Chickasawhay River im Süden von Mississippi. Sie bevorzugt Flußsysteme mit mäßiger bis starker Strömung und reichlicher Vegetation. Sandige bis lehmige Uferböschungen werden gerne angenommen. Während des Tages ist sie oft auf Steinen oder Baumstämmen oberhalb der Wasserlinie beim Sonnenbaden zu finden. Bei Gefahr springt sie rasch ins Wasser. Insgesamt gilt die Gelbtupfen-Höckerschildkröte als sehr scheu.

Nahrung

Gelbtupfen-Höckerschildkröten sind opportunistische Allesfresser. Neben pflanzlicher Kost fressen sie vor allem Schnecken, Krebstiere und Fische. Auch Aas wird nicht verschmäht.

Fortpflanzung

Die Gelbtupfen-Höckerschildkröte erreicht die Geschlechtsreife je nach Geschlecht nach sechs bis neun Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über die Jahreszeiten Herbst und Frühjahr. Die Paarung wird für gewöhnlich auf sandigem Boden wie Sandbänken oder Uferböschungen vollzogen. Das Weibchen legt zwischen fünf und sieben Eier in eine selbstgegrabene Grube, die nach erfolgter Eiablage sorgsam verschlossen wird. Innerhalb eines Jahres kann es zu drei bis vier Eiablagen kommen. Die Inkubationszeit beträgt rund 90 bis 100 Tage. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen mehr Weibchen oder mehr Männchen. Eine Temperatur von über 28 Grad bringt vorwiegend Weibchen hervor. Eine Gelbtupfen-Höckerschildkröte kann rund 30 Jahre alt werden.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ignaz A. Basile: Faszinierende Schildkröten. Sumpfschildkröten. Naglschmid, 1995 ISBN 3927913812
  • Andreas S. Hennig: Haltung von Wasserschildkröten. Natur und Tier-Verlag; Auflage 1, Dez. 2004. ISBN 3931587959

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