Braunfilzige Furchenbiene

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Braunfilzige Furchenbiene
Weibchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Bienen und Grabwespen (Apoidea)
Familie: Schmal- und Furchenbienen (Halictidae)
Unterfamilie: Halictinae
Tribus: Halictini
Gattung: Halictus
Art: Braunfilzige Furchenbiene
Wissenschaftlicher Name
Halictus scabiosae
(Rossi, 1790)

Die Braunfilzige Furchenbiene (Halictus scabiosae), auch unter der Bezeichnung Gelbbindige Furchenbiene bekannt, zählt innerhalb der Familie der Schmal- und Furchenbienen (Halictidae) zur Gattung Halictus. Im Englischen wird die Braunfilzige Furchenbiene halicte sweat bee genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Braunfilzige Furchenbiene ist eine verhältnismäßig große Wildbiene. Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 12,0 bis 14,0 Millimeter und das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 13,0 bis 14,0 Millimeter. Der Hinterleib wirkt ziemlich lang und ist mit gelblichen Streifen und einem Doppelband auf den Tergiten zwei und drei versehen. Des Weiteren zeigt sich eine leichte Behaarung an der Basis der Tergiten. Die Beine sind ihrer Farbe veränderlich, meist sind diese aber gelb gefärbt. Die Antennen sind von einer schwarzen Tönung und an der Spitze leicht gebogen. Die transparenten Flügel liegen im Ruhezustand auf dem Abdomen überkreuzt. Die Fühler sind recht kurz und bestehen aus zwei Elementen. Die Extremitäten sind arttypisch am Thorax angebracht.

Lebensweise

Die Braunfilzige Furchenbiene findet man häufig auf der Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), daher auch die wissenschaftliche Bezeichnung Halictus scabiosae. Die Braunfilzige Furchenbiene bevorzugt trockenwarme Habitate wie Sand- und Lehmgruben, Waldränder, Hochwasser-Dämme und im Siedlungsbereich die Ruderalflächen.

Verbreitung

Braunfilzige Furchenbiene - Männchen
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Braunfilzige Furchenbiene - Männchen

Die Braunfilzige Furchenbiene ist von Marokko bis Belgien und bis zum Bosporus verbreitet. Ferner findet man die Braunfilzige Furchenbiene in Südeuropa, im südlichen Zentraleuropa und nördlich nur an vereinzelten Standorten. Sie ist auch in Süddeutschland anzutreffen. Sie wurde aber auch schon im Frankfurter Wald gesichtet. Die Braunfilzige Furchenbiene bevorzugt trockenwarme Habitate wie Sand- und Lehmgruben, Waldränder, Hochwasser-Dämme und im Siedlungsbereich die Ruderalflächen.

Ernährung

Die Braunfilzige Furchenbiene erkennt die Futterpflanzen ähnlich wie die Honigbienen (Apis), d. h. der Anflug ist optisch gerichtet, während chemische Faktoren (Geruch) den Besuch bedingen. Die Braunfilzige Furchenbiene ernährt sich hauptsächlich von Pollen und Nektar, darunter Flockenblumen, Kratzdistel und Kornblumen. Sie besucht häufig die Blüten der Korbblütler (Asteraceae), der Windengewächse (Convolvulaceae) und der Kardengewächse (Dipsacaceae). Über die Aufnahme von Pollen decken sie ihren Eiweißbedarf. Sie weisen dabei ein polylektisches (unspezialisiertes) Pollensammelverhalten auf.

Fortpflanzung

Braunfilzige Furchenbiene - Männchen
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Braunfilzige Furchenbiene - Männchen

Bei dieser Art kommt es zu mehreren Generationen im Jahr. Die neue Generation der Weibchen trifft man ab Ende April und die neue Generation der Männchen ab Mitte Juli an. Die Braunfilzige Furchenbiene gräbt selbst Nester in vegetationsarmen Ebenen und in schwach geneigten Böden. Im Frühling sind die Nester 13,0 bis 20,0 Zentimeter tief und im Sommer etwa 20,0 bis 33,0 Zentimeter tief. Aber es kommt auch vor, dass sie einen fakultativen Parasitismus führt und fremde Nester besetzt. Das Bienenvolk setzt sich aus Haupt- und Hilfsweibchen sowie aus Arbeiterinnen zusammen. Die begatteten Weibchen überwintern zusammen im Geburtsnest. Das Nest besteht aus einem senkrechten Gang mit kurze Seitengängen, an die sich die Brutzellen anschließen. Nach der Überwinterung übernimmt eines der Weibchen die Rolle der Königin, d. h., dass sie die Eier legt, während die übrigen Weibchen zu Hilfsweibchen werden, die jedoch keine Eier legen. Diese Gemeinschaft löst sich dann im Frühjahr auf und die Hilfsweibchen graben dann ihre eigenen Nester.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Halictus scabiosae
  • Furchenbienen: Halictus scabiosae
  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
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