Geierschildkröte

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Geierschildkröte

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Alligatorschildkröten (Chelydridae)
Gattung: Macrochelys
Art: Geierschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Macrochelys temminckii
Troost & Harlan, 1835

Die Geierschildkröte (Macrochelys temminckii) gehört innerhalb der Unterordnung der Halsberger-Schildkröten (Cryptodira) zur Familie der Alligatorschildkröten (Cehlydriae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Geierschildkröte erreicht eine Panzerlänge von 60 bis 70 Zentimeter und ein Gewicht von rund 100 Kilogramm. Sie gilt als die größte Frischwasserschildkröte der Welt. Der Rückenpanzer der Geierschildkröte ist braun bis grau, der Bauchpanzer weist eine gelbliche bis bräunliche Färbung auf und besteht aus höckerartigen Schilden. Der Schwanz ist mit über 50 Zentimeter sehr lang und der kräftige Kiefer ist hakenförmig gekrümmt - daher auch der Name "Geierschildkröte". Zwischen den Krallen hat die Schildkröte Schwimmhäute, sie ist dennoch kein guter Schwimmer und bewegt sich fast ausschließlich auf dem Gewässergrund fort. Die Geierschildkröte verbringt fast ihr ganzes Leben im Wasser. Die Weibchen gehen lediglich zur Eiablage an Land. Die Tauchzeiten können sich über 40 bis 50 Minuten erstrecken. Danach holen sie kurz Luft und gehen gleich wieder unter Wasser. Sie lebt einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Ansonsten kennen sie keine soziale Interaktion. Auch eine Brutpflege wird nicht betrieben.

Verbreitung

Die Geierschildkröte findet ihre Verbreitung in größeren Gewässern mit Frischwasser wie Flüsse, Kanäle, Entwässerungsgräben, Teiche und Seen mit schlammigem Bodengrund im Südosten der USA. Eine dichte Uferbewachsung gibt der Geierschildkröte den nötigen Schutz.

Nahrung

Auf dem Speiseplan der Geierschildkröte steht fast überwiegend Fisch, aber auch Muscheln, Schlangen, Frösche, Krebstiere und Schnecken werden nicht verschmäht. Dabei liegt sie regungslos mit weit aufgerissenem Maul auf dem Boden des Gewässers und wartet auf Beute. Die Zunge dient dabei als Köder. Bei Gelegenheit wird auch Aas gefressen. Die aktive Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt in der Regel während der Nacht. Am Tage liegt sie zumeist regungslos am Gewässergrund und wartet auf Beute.

Fortpflanzung

Geierschildkröte aus einem italienischen Zoo
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Geierschildkröte aus einem italienischen Zoo
Die Geierschildkröte erreicht die Geschlechtsreife erst sehr spät mit 11 bis 13 Jahren. Die Paarungs- und Brutzeit beginnt in der Regel im zeitigen Frühjahr. Bei der Paarung besteigt das Männchen ein Weibchen und schiebt sein Geschlechtsorgan an dem Schwanz vorbei in die Kloake ein. Sein konkav geformter Plastron erleichtert im das Aufreiten. Mit den langen Krallen hält sich das Männchen am Panzer des Weibchens fest. Die Schildkröte verlässt lediglich zur Eiablage das Wasser. In eine flachen Grube werden im lockeren Sand an sonnenexponierter Stelle zwischen 10 und 50 Eier abgelegt. Die Nester befinden sich meist 30 bis 50 Meter vom Gewässerrand entfernt. Der Eiablage ging eine Trächtigkeit von 100 bis 120 Tagen voraus. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach 100 bis 120 Tagen. Mit dem Eizahn durchbrechen die Jungtiere dann die Eischale und begeben sich direkt ins Wasser.
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