Flunder

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Flunder

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung: Plattfische (Pleuronectiformes)
Familie: Schollen (Pleuronectidae)
Gattung: Flundern (Platichthys)
Art: Flunder
Wissenschaftlicher Name
Platichthys flesus
(Linnaeus, 1758)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Flunder (Platichthys flesus), auch unter der Bezeichnung Butt oder Elbbutt bekannt, zählt innerhalb der Familie der Schollen (Pleuronectidae) zur Gattung der Flundern (Platichthys). Im Englischen wird die Flunder baltic flounder, butt, european flounder, flounder, fluke, mud flounder, river flounder oder white fluke genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Flunder erreicht eine Körperlänge von etwa 50,0 bis 60,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 14,0 Kilogramm. Im Allgemeinen ist die Breite weniger als die Hälfte der Länge. Insgesamt ist der oval geformte Körper der Flunder extrem abgeflacht. Die Augen sind zu 70 Prozent auf der rechten Seite. Die Flunder ist zu 79 Prozent dextral orientiert. Die Flunder weist eine raue Haut auf, vor allem entlang der Seitenlinie und der Basis der Schwanzflosse und der Aftflosse. Ferner zeigen sich entlang der Seitenlinie kleine Schuppen mit warzigen Erhöhungen. Die Seitenlinie ist gerade und etwas mehr als die Brustmuskeln abgerundet. Die Rückenflosse reicht vom Auge bis zum Schwanzenstiel. Die Afterflosse erstreckt sich von der Position des Ansatzes der Brustflossen bis zum Schwanzstiel. Die Farbe ist grün-oliv bis grün-bräunlich und die Unterseite ist von einer weißen Färbung. Die Flunder kann sich der Farbe des Untergrundes anpassen. Des Weiteren zeigen sich unregelmäßige rötliche Flecken im Bereich der Augenseite. Die Flunder weist insgesamt 0 Rückenflossenstachel, insgesamt 0 Rückenflossen-Weichstrahlen, 53 bis 62 Afterflossenstacheln, 37 bis 46 Afterflossen-Weichstrahlen auf. Die Flunder kann unter günstigen Lebensbedingungen ein Alter von etwa acht bis neun Jahren erreichen.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Flunder um die Britischen Inseln verbreitet, wo sie in der Regel auf dem schlammigen Untergrund von Flussmündungen ruht. Die Flunder hält sich auch in Tiefen von etwa 100 Metern auf. In der Laichzeit wandert die Flunder in die offene See und verweilt dort von März bis Juni. Dabei kann die Flunder bis zu 300 Kilometer migrieren, obwohl sie öfter nur 30 Kilometer wandert.
Beutetier: Strandkrabbe (Carcinus maenas)
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Beutetier: Strandkrabbe (Carcinus maenas)
Die Larven ernähren sich von Kieselalgen (Bacillariophyta) und von Ruderfußkrebsen (Copepoda) und die Erwachsenen ernähren sich von Mysis (Mysis), Zehnfußkrebsen (Decapoda) und anderen Krebstieren (Crustacea), Vielborster (Polychaeta) und von Muscheln (Bivalvia). Die Jungfische halten sich mehr im Mündungswasser auf, wo sie sich, bis sie bereit zum Wandern und zum Laichen sind, überwiegend auf dem Boden aufhalten.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet der Flunder vom Weißen Meer bis zum Mittelmeer und bis zum Schwarzen Meer. Wegen der versehentlichen Einleitungen im Ballastwasser kann die Flunder auch um Nordamerika zu finden sein. Zusammengefaßt kommt die Flunder in folgenden Ländern vor: Albanien, Algerien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Dänemark, Ägypten, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Gibraltar, Griechenland, Irland, Israel, Italien, Lettland, Libanon, Libyen, Litauen, Malta, Marokko, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Slowenien, Spanien, Schweden, Arabische Republik Syrien, Tunesien, Türkei, Ukraine und Vereinigtes Königreich.

Ernährung

Laut der Roten Liste der IUCN ernähren sich die Larven von Kieselalgen (Bacillariophyta) und von Ruderfußkrebsen (Copepoda) und die Erwachsenen ernähren sich von Mysis (Mysis), Zehnfußkrebsen (Decapoda) und anderen Krebstieren, Vielborster (Polychaeta) und von Muscheln (Bivalvia).

Fortpflanzung

Beutetier: Gewöhnliche Herzmuschel (Cerastoderma edule)
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Beutetier: Gewöhnliche Herzmuschel (Cerastoderma edule)

Die Flunder ist im dritten Lebensjahr geschlechtsreif. Die Laichwanderung erfolgt im offenen Meer. Die Flunder kann einen hohen Salzgehalt und Temperaturen von 3 bis 7 Grad Celsius vertragen. Im Allgemeinen hält sich die Flunder in einer Tiefe von 30 bis 300 Metern auf. In der südlichen Ostsee beginnt ist die Laichzeit von März bis Mai. Das Weibchen legt etwa 100.000 bis 2.000.000 körnig aussehende Eier (Rogen). Nach fünf bis elf Tagen schlüpfen die Larven. Die Larven weisen nach dem Schlüpfen eine Körperlänge von etwa 2,0 bis 3,0 Millimeter auf. Wenn die Larven eine Körperlänge von etwa 7,0 Millimeter erreicht haben, beginnen sie sich in eine asymmetrische Form zu verwandeln. Wenn sie eine Körperlänge von etwa 1,0 Zentimeter erreicht haben, dann befinden sich die Augen in der Mitte des Kopfes. Einige Larven schwimmen zum Ufer, wo sie in einer mittleren Tiefe den Winter verbringen. Während dieser Zeit vollziehen sich weitere Änderungen der Körperform. In der südlichen Ostsee weisen die Flundern in einem Alter von acht Jahre eine durchschnittliche Körperlänge von etwa 35,0 Zentimeter auf. Unter günstigen Lebensbedingungen kann die Flunder ein Alter von etwa acht bis neun Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Flunder heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Flunder selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt. Aufgrund der engen Verbindung der Flunder mit Mündungs-Gewässern und der benthischen wirbellosen Fauna innerhalb der Lebensräume ist die durch die chemische Verbindung innerhalb dieser Sedimente betroffen. Insbesondere haben Xenoöstrogenen, die in häuslichen, industriellen und in landwirtschaftlichen Abfällen auftreten, einen negativen Effekt auf diese Art, wodurch intersexuelle Probleme auftreten. Die intersexuellen Individuen wurden in geringen, aber konstanten Mengen gefangen. Die Auswirkungen der Xenoöstrogen finden sich in geringer Entfernung vor den Küsten. Darüber hinaus ist die Flunder ein kommerzieller wichtiger Speisefisch, insbesondere für die Fischereien, die in der Ostsee und in den dänischen Gewässern bestehen. Die Fangmenge betrug im Jahr 1999 etwa 11.879 Tonnen. Die größten Fangmengen weisen Dänemark und die Niederlande mit 3.528 Tonnen und 3.159 Tonnen auf. Es gibt keine bekannten spezifischen Erhaltungs-Maßnahmen an Ort und Stelle für die Flunder. Sie kann jedoch in einer Reihe von geschützten Meeresgebieten auftreten, wo sie einen gewissen Schutz vor dem Fang und vor den hohen Belastungen von chemischen Abfällen genießt. Es wird empfohlen, systematische Überwachungen durchzuführen.

Weitere Synonyme

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  • Flesus vulgaris - (Moreau, 1881)
  • Platessa carnaria - (Brown, 1830)
  • Platessa glabra - (Rathke, 1837)
  • Platichthys flesus bogdanovi - (Sandeberg, 1878)
  • Platichthys flesus flesus - (Linnaeus, 1758)
  • Platichthys flesus luscus - (Pallas, 1814)
  • Platichthys flesus marmorata - (Nordmann, 1840)
  • Platichthys flesus trachurus - (Duncker, 1892)
  • Pleuronectes bogdanovii - (Sandeberg, 1878)
  • Pleuronectes flesoides - (Pontoppidan, 1766)
  • Pleuronectes flesus - (Linnaeus, 1758)
  • Pleuronectes flesus baltica - (Suvorov, 1925)
  • Pleuronectes flesus caninensis - (Suvorov, 1929)
  • Pleuronectes flesus leiurus - (Duncker, 1892)
  • Pleuronectes flesus luscus - (Pallas, 1814)
  • Pleuronectes flesus septentrionalis - (Surorov, 1925)
  • Pleuronectes flesus septentrionalis - (Berg, 1949)
  • Pleuronectes flesus trachurus - (Duncker, 1892)
  • Pleuronectes italicus - (Günther, 1862)
  • Pleuronectes luscus - (Pallas, 1814)
  • Pleuronectes passer - (Linnaeus, 1758)
  • Pleuronectes roseus - (Shaw, 1796)

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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