Fettschwanzbeutelmaus

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Fettschwanzbeutelmaus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Familie: Raubbeutler (Dasyuridae)
Unterfamilie: Dasyurinae
Tribus: Dasyurini
Gattung: Fettschwanz-Beutelmäuse (Pseudantechinus)
Art: Fettschwanzbeutelmaus
Wissenschaftlicher Name
Pseudantechinus macdonnellensis
Spencer, 1896

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Fettschwanzbeutelmaus (Pseudantechinus macdonnellensis), auch Fettschwanz-Breitfußbeutelmaus genannt, zählt innerhalb der Familie der Raubbeutler (Dasyuridae) zur Gattung der Fettschwanz-Beutelmäuse (Pseudantechinus). Im Englischen wird die Fettschwanzbeutelmaus Fat-tailed False Antechinus, Fat-tailed Pseudantechinus oder Red-eared Antechinus genannt.

Die Fettschwanzbeutelmaus wurde im Jahre 1896 erstmals von Walter Baldwin Spencer beschrieben, der die Fettschwanzbeutelmaus in die Gattung Pinselschwanzbeutler (Phascogale) einordnete. Lange Zeit war sie in der Gattung Breitfuß-Beutelmäuse (Antechinus) zu finden. Das Art-Epitheton macdonellensis bezieht sich auf die Gebirgskette MacDonnell Ranges. Die MacDonnell Ranges sind eine 644 km lange Gebirgskette in Northern Territory, Australiens. Sie bestehen aus parallel laufenden Bergkämmen aus rotem Sandstein, die westlich und östlich von Alice Springs verlaufen, wo auch die Fettschwanzbeutelmaus zum ersten Mal entdeckt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Fettschwanzbeutelmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 9,5 bis 10,5 Zentimeter. Die Schwanzlänge beträgt etwa 7,5 bis 8,5 Zentimeter und das Gewicht etwa 20 bis 45 Gramm. Die typische Körpertemperatur beträgt 34,2 Grad Celsius. Die Fettschwanzbeutelmaus verdankt ihren Namen wegen des an der Basis verdickten Schwanzes, der als Fettspeicher und damit als Energiespeicher dient. Zwischen den Geschlechtern besteht in Größe und Aussehen kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Das Fell weist eine graubraune Färbung auf, während die Unterseite wesentlich heller getönt ist. Die Schnauze ist wie bei allen Beutelmäusen lang und spitz zulaufend. Hinter den extrem großen Ohren zeigen sich deutlich rote Flecken. Die Fettschwanzbeutelmaus ist vergleichbar mit Pseudantechinus ningbing, jedoch weisen die Weibchen im Gegensatz zu den Weibchen der Fettschwanzbeutelmaus vier Zitzen und nicht sechs Zitzen auf. Ferner besitzt Pseudantechinus ningbing einen längeren Schwanz, wobei die Schwanzwurzel lange Haare aufweist und der Rest des Schwanzes leicht schuppig erscheint.

Lebensweise

Die Fettschwanzbeutelmaus bevorzugt trockene und gebirgige Regionen. Sie ist überwiegend nachtaktiv. Am Tage zieht sie sich in Felsspalten und zwischen Geröll zurück. Hin und wieder nimmt die Fettschwanzbeutelmaus auch ein Sonnenbad. Manchmal hält sie sich auch in aufgebrochenen Termitenhügeln auf.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Fettschwanzbeutelmaus erstreckt sich von Zentral-Australien einschließlich Süd-Australien und Northern Territory bis nach West-Australien. Eine Population lebt im abgelegenen Küstenbereich von West-Australien, die als eine eigenständige Art Pseudantechinus roryi angesehen wird und erst im Jahr 2000 wissenschaftlich beschrieben wurde. Die Art hält sich in felsigen Hängen und Ebenen auf.

Ernährung

Die Fettschwanzbeutelmaus jagt vorwiegend in der Nacht und ernährt sich von Insekten wie zum Beispiel Termiten (Isoptera), Käfer (Coleoptera), Zweiflügler (Diptera), Gottesanbeterinnen (Mantodea) und Springschrecken (Orthoptera). Gelegentlich werden auch Spinnentiere (Arachnida), Asseln (Isopoda), Lungenschnecken (Pulmonata) sowie Nagetiere (Rodentia) verspeist. In nahrungsarmen Zeiten zehrt sie von ihrem Fettdepot im Schwanz. Im heißen Klima behindert das Fettdepot nicht die Wärmeabgabe. Jüngste Fäkalien- und Gewölle-Untersuchungen in einer Studie haben ergeben, dass die Fettschwanzbeutelmaus auch Nagetiere (Rodentia) zu sich nimmt, wie zum Beispiel die Hausmaus (Mus musculus) oder die Wüstenmaus (Pseudomys desertor). Man spekuliert, dass die Fettschwanzbeutelmaus die letztgenannten als Aas verzehrt hat, da beide Arten viel größer und schwerer sind, um diese zu jagen <1> .

Fortpflanzung

Beide Geschlechter erreichen die Geschlechtsreife mit gut einem Jahr. Das Weibchen bringt etwa zwischen Juli und September fünf bis sechs Jungtiere zur Welt, die im Beutel aufwachsen. Die Tragzeit beträgt etwa 45bis 55 Tage. Im westlichen Gebiet erfolgt die Geburt der Jungtiere etwas später. Nach 14 bis 16 Wochen verlassen die Jungtiere den Beutel. Das Geburtsgewicht beträgt etwa 0,0123 Gramm. In der Regel kommt es bei den Beutelmäusen nach der Paarung meistens zu einem Massensterben der Männchen, das aber bei der Fettschwanzbeutelmaus nicht eintritt. Beide Geschlechter können in der Natur ein Alter von drei bis vier Jahren erreichen. In der Gefangenschaft kann die Fettschwanzbeutelmaus sogar ein Alter von etwa sieben Jahren erreichen.

Gefährdung und Schutz

Die Fettschwanzbeutelmaus zählt heute noch nicht zu den bedrohten Arten und die Population scheint stabil zu sein. In der Roten Liste der IUCN wird die Fettschwanzbeutelmaus daher als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

Links

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