Feldwinkelspinne

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Feldwinkelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Agelenoidea
Familie: Trichterspinnen (Agelenidae)
Gattung: Winkelspinnen (Tegenaria)
Art: Feldwinkelspinne
Wissenschaftlicher Name
Tegenaria agrestis
Walckenaer, 1802

Die Feldwinkelspinne (Tegenaria agrestis) zählt innerhalb der Familie der Trichterspinnen (Agelenidae) zur Gattung der Winkelspinnen (Tegenaria).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Feldwinkelspinne erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von elf bis fünfzehn Millimeter. Sie ist damit eine mittelgroße Art der etwa 70 in Mitteleuropa vorkommenden Winkelspinnen. Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Die Grundfärbung ist schwarzbraun. Charakteristische Winkelmuster in bräunlicher Farbe zieren dabei den Opisthosoma (Hinterleib). Insgesamt ist der Opisthosoma deutlich dunkler als der Cephalothorax (Brustbereich). Die Extremitäten weisen eine bräunliche Färbung auf und sind ausgesprochen lang. Der gesamte Körper ist mit feinen, kaum sichtbaren Härchen besetzt. Die Feldwinkelspinne ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Während dieser Zeit geht sie auch auf die Jagd. Das Gift der Feldwinkelspinne soll beim Menschen schmerzhafte Wunden hervorrufen, die schlecht abheilen und eine nekrotisierende Wirkung haben. Dies ist aber weitestgehend nicht bestätigt. Nur vereinzeln sind bisher aus den USA solche Fälle bekannt geworden. Fakt ist, daß die Cheliceren kaum kräftig genug sind, um die menschliche Haut zu durchdringen. In der Regel spürt man nur einen leichten Schmerz, selten auch eine deutliche Schwellung. Beide Symptome gehen aber schnell wieder zurück.

Verbreitung

Die Feldwinkelspinne ist in weiten Teilen Mittel- und Südeuropas sowie in Nordamerika verbreitet. Sie leben bevorzugt in Gärten, auf Ackerflächen, Wiesen und an Heckenrainen. Insgesamt nehmen sie insbesondere warme und sonnenbeschienene Habitate an. Hier kommen sie in Bodennähe in der untersten Krautschicht vor. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von rund 800 Metern anzutreffen.

Nahrung

Als Lauerjägerin wartet die Feldwinkelspinne auf ihre Beute und fängt sie dann mit einer raschen Bewegung. Gefangene Beutetiere werden mit einem Giftbiss getötet. Das verabreichte Gift enthält Enzyme und Eiweiße, die die Beutetiere vorverdauen.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Feldwinkelspinne erstreckt sich für gewöhnlich über den Spätsommer oder den Herbst. Männchliche Spinnen bauen nach Erreichen der Geschlechtsreife kein eigenes Netz mehr. Sie weben ein letztes Netz, um auf diesem eigenen Sperma zu lagern. Dieses Sperma nimmt das Männchen dann mit den Begattungshifsorganen auf, um es später einem Weibchen zu überreichen. Diese Begattungshilfsorgane liegen an den Pedipalpen. Ist ein Weibchen ausgemacht, so nähert sich das Männchen mit Bewegungen der Pedipalpen. Diese Bewegungen sollen das Weibchen beschwichtigen. Nicht paarungsbereite Weibchen sehen ein Männchen als Beutetier. Das Paarungsritual mit anschließender Paarung kann sich über mehrere Stunden hinziehen. Die Geschlechtsorgane liegen beim Weibchen ventral im hinteren Bereich des Hinterleibes. Wenn das Weibchen dem Partner ihr Geschlechtsteil darbietet, springt das Männchen auf ihren Bauch und übergibt die Samenpakete. Danach entfernt sich das Männchen rasch vom Netz, da es sonst Gefahr läuft, als nächste Mahlzeit zu enden.

Wenige Wochen nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen in einem Gespinnst aus Seite ihre Eier ab. Meist sind es 40 oder 50 Eiern. Die Gespinnste werden aus einem gelblichen Faden ihrer Spinndrüse gewoben. Sie werden an einer nicht einsehbaren Stelle abgelegt und befestigt. Die Eier haben eine gelbliche Färbung. Die Jungspinnen entsteigen dem Gespinnst noch vor der Überwinterung. Im April oder Mai erwachen sie aus ihrer Überwinterung und bleiben einige Wochen zusammen. Weibchen können ein Alter von sechs bis acht Jahren erreichen. Männchen sterben oftmals kurz nach der Paarung.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
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