Feldskorpion

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Feldskorpion

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Skorpione (Scorpiones)
Familie: Buthidae
Gattung: Buthus
Art: Feldskorpion
Wissenschaftlicher Name
Buthus occitanus
Amoreux, 1789

Der Feldskorpion (Buthus occitanus), auch als Gelber Skorpion bezeichnet, zählt innerhalb der Familie der Buthidae zur Gattung Buthus. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde die Art im Jahre 1789 von dem französischen Arzt und ein Naturforscher Pierre-Joseph Amoreux.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Feldskorpion erreicht eine Länge von bis zu zehn Zentimeter, wobei die europäische Form meist nur 45 bis 70 Millimeter erreicht. Der Panzer und die Extremitäten sind gelblich bis orange gefärbt, wobei der Rückenschild und der Schwanz wesentlich intensiver gefärbt sind. Der Rückenschild, Schwanz und Kopfschild sind stark gekörnt. Auf dem Kopfschild bildet sich von dem Augenhügel bis zu den Mundwerkzeugen eine U-förmige gekörnte Linie. Der Feldskorpion weist keinen Geschlechtsdismorphismus auf und kann daher nur an der Anzahl der Kammzähne der Pectines unterschieden werden. Die Weibchen haben 25 bis 30 Kammzähne, dagegen haben die männlichen Tiere 29 bis 36 Kammzähne. Durch die erhöhte Zahl ragen die Tastorgane über das erste Beinsegment hinaus. Die Scheren sind sehr schmal, dies weist nach landläufiger Meinung auf einen giftigen Skorpion hin. Dies trifft auch für das afrikanische Verbreitungsgebiet zu. In Algerien und Jordanien sind Todesfälle mit diesem Skorpion bekannt.
Giftstachel
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Giftstachel

Unterarten

Verbreitung

Die Feldskorpione sind sehr weit verbreitet. Im südlichen Europa kommt er in Spanien, Südfrankreich, Portugal, Balkan, Griechenland und Zypern vor. Dort leben sie im Flachland, im Küstengebiet und auch in den Bergen bis zur Schneegrenze. Außerdem kommt es immer häufiger vor, dass man sie in Städten antrifft. Dort leben sie in Kakteenhecken und Büschen, oder in Naturstein-Mauerritzen. In ihrem eigentlichen Lebensraum findet man sie aber eher unter Steinen und in sandigen sowie lehmigen Hängen.

Weibchen bevorzugen dabei dem Süden zugeneigte Hänge, in denen sie bis zu 40 Zentimeter lange Höhlen graben. Die Öffnung bildet einen Halbkreis, von da an geht die Röhre ein Stück gerade hinein, dann biegt sie nach rechts und wieder nach links ab,
Erdhöhle eines Feldskorpions
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Erdhöhle eines Feldskorpions
bis dann der eigentliche Ruhebereich kommt. Jungtiere bilden in solchen Hängen Kolonien, wobei die einzelnen Behausungen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sind. Die Männchen findet man eher unter Steinen am Fuße dieser Hänge. Dort kommt es auch vor, dass diese einen Gang unter den Stein graben. Dieser ist aber nicht so lang wie bei den Weibchen und biegt auch nur einmal rechts ab. Skorpione sind sehr lichtscheu und kommen daher nur in der Dämmerung und nachts aus ihren Behausungen um zu jagen oder um sich zu paaren.

Nahrung

Der Feldskorpion frisst alle Insekten (Insecta), die er überwältigen kann. Dazu gehören Heuschrecken (Orthoptera), Käfer (Coleoptera) und Grillen (Gryllus). Auch Webspinnen (Araneae) werden gefressen. Sie werden mit den Scheren gefasst und mit einem gezielten Stich des Stachels betäubt. Dann zieht er sich in seine Höhle zurück und beginnt erst dann mit der Mahlzeit. Jungtiere können bis zur letzten juvenilen Häutung kannibalistisch sein. Im allgemeinen leben aber die Feldskorpione friedlich nebeneinander.

Gift

Die Symptomatik einer Vergiftung durch den Stich des Feldskorpions steigt von harmlos in Südeuropa, bis hin zu gefährlich mit Todesfällen in Afrika, Algerien und Jordanien. In Europa werden nur lokale Symptome festgestellt, die sich in Schmerzen und Schwellungen äußern. In Einzelfällen kann es zu Erbrechen, Schweißausbrüchen, erhötem Blutdruck und Unruhe kommen. Dann ist eine symptomatische Therapie ausreichend.
Ansicht des Vorderkörpers
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Ansicht des Vorderkörpers

Fortpflanzung

Nach einer Winterruhe nimmt das Männchen mit den Pectines die Pheromone des Weibchens auf. Das Männchen deponiert auf einem flachen Stein einen Spermatropfen. Daraufhin nimmt das Männchen das Weibchen an den Scheren und vollzieht eine Art Tanz mit dem Weibchen. Dabei wird das Weibchen über den flachen Stein geführt, dort nimmt sie das Spermapaket auf. Nach drei bis vier Monaten werden 20 bis 40 Jungtiere geboren, die sofort auf den Rücken der Mutter klettern. Dort häuten sie sich nach etwa einer Woche das erste Mal. Nach und nach verlassen sie den Rücken und bauen sich in kleinen Kolonien eigene Höhlen.

Anhang

Literatur

  • Barbara und Martin Baehr: Kosmos Naturführer -Welche Spinne ist das?, Franckh Kosmos Verlag, ISBN 3-440-09210-1
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