Feldlerche

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Feldlerche

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Passeroidea
Familie: Lerchen (Alaudidae)
Gattung: Alauda
Art: Feldlerche
Wissenschaftlicher Name
Alauda arvensis
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Feldlerche (Alauda arvensis) zählt innerhalb der Familie der Lerchen (Alaudidae) zur Gattung Alauda. Im Englischen wird die Feldlerche eurasian skylark, skylark oder sky lark genannt. Die Feldlerche wurde zum Vogel des Jahres 1998 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Die Feldlerche erreicht eine Körperlänge von 17 bis 19 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 30 bis 36 Zentimeter sowie ein Gewicht von 20 bis 55 Gramm. Männchen werden ein wenig größer als Weibchen, das Gefieder ist jedoch völlig gleich gefärbt. Es ist üblicherweise gelblichbraun bis graubraun gefärbt, eine schwarzbraune Bänderung durchzieht das Obergefieder und die Flügel. Die Bauchseite ist mit Cremeweiß deutlich heller. Der Schnabel ist kurz und kräftig, er weist eine gelbliche Färbung auf. Auf dem Kopf hat die Feldlerche eine kleine, aufstellbare Federhaube. Die Federchen dieser Haube sind bräunlich gestreift. Die Beine und Füße sind grau bis gelblichbraun gefärbt. Drei Zehen zeigen nach vorne, eine Zehe zeigt nach hinten.

Verhalten

Die Feldlerche sucht ihre Nahrung am Boden. Dazu scharren sie mit den Füßen auf dem Boden und picken lokalisierte Beutetiere, Sämereien oder Körner auf. Feldlerchen sind insbesondere vor und während der Paarungszeit ausgesprochen territorial. Als Drohgebärde stellen Männchen ihre Federhaube auf. Auch wildes Flügelschlagen gehört dazu. Sie beanspruchen eine Revier von durchschnittlich 15 Quadratkilometer. Sie sind hauptsächlich als Einzelgänger zu sehen, im Winter sieht man sie gelegentlich auch in kleinen Gruppen. Zu den natürlichen Fressfeinden zählen insbesondere Falken und andere Greifvögel. Jungvögel in Nestern oder Eier werden auch von Füchsen, Schlangen und anderen Prädatoren gefressen.

Unterarten

Verbreitung

Die Feldlerche ist in weiten Teilen der Palärarktis verbreitet. Sie ist in ganz Europa, im nördlichen Afrika sowie in weiten Teilen Asiens verbreitet. In den USA, Kanada, Australien und Neuseeland wurde sie eingeführt und fühlt sich auch dort wohl. In kalten Gegenden ist sie ein Zugvogel, die entweder in den Mittelmeerraum oder nach Südostasien zieht. In gemäßigten Verbreitungsgebieten ist die Feldlerche ein Standvogel. Sie bevorzugt als Lebensraum offenes Gelände wie Kultur- und Ackerflächen, Feuchtwiesen und Sumpfgebiete. Geschlossene Wälder werden strikt gemieden.

Nahrung

Die Feldlerche gehört zu den Allesfressern unter den Vögeln. Sie ernährt sich sowohl von Insekten und deren Larven, Spinnentieren, Tausendfüssern und Regenwürmer als auch von Sämereien, Körnern und ähnlichem. Ihre Nahrung suchen sie scharrend am Boden. Die Jungvögel werden ausschließlich mit Insekten gefüttert.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt in den meisten Verbreitungsgebieten im April und endet im Juli. Feldlerchen leben monogam, führen in der Regel aber keine Dauereinehe. Feldlerchen gehören zu den Singvögeln. Daher sind die Balzgesänge der Männchen besonders während der Paarungszeit facettenreich. Der Gesang ist strophen- und abwechlungsreich. Männchen fliegen auf, stimmen ein Lied an und lassen sich von der Luft getragen meist aus einer Höhe von gut 100 Metern in Spiralen zu Boden gleiten. Dieses kann sich mehrmals wiederholen um ein Weibchen zu beeindrucken. Auch kleinere Verfolgungsjagten gehören zum Paarungsritual.

Das Nest wird in der dichten Vegetation am Boden errichtet. Beide Geschlechter beteiligen sich am Bau des Nestes. Eine flache Mulde dient dabei als Untergrund, eine Auspolsterung als Tierhaare, Federchen und anderen weichen Materialien runden das Nest ab. Das Weibchen legt zwischen drei und fünf Eier, die vom Weibchen über einen Zeitraum von zwölf bis vierzehn Tagen ausgebrütet werden. Beide Elternteile kümmern sich um die Aufzucht der Jungvögel, die mit Insekten gefüttert werden. Nach bereits 14 Tagen sind sie flügge. Je nach Verbreitungsgebiet kann es zu zwei bis drei Bruten im Jahr kommen. Eine Feldlerche kann ein Alter von bis zu acht Jahren erreichen.

Ökologie

Die Feldlerche ist zwar insgesamt noch nicht vom Aussterben bedroht, aber in weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete ist sie selten geworden. Die Zerstörung der natürlichen Habitate und der Wildfang für den Haustierhandel dürften die Hauptgründe für den Rückgang der Populationen sein. Die Vögel werden mit Netzen gefangen und im Handel angeboten. Dies hat in einigen Verbreitungsgebieten bereits zu einer deutlichen Abnahme der Populationen geführt oder sie gleich ausgerottet. Sie werden stellenweise auch gejagt, da sie hier und da von den Feldern Körner und andere Leckerreien holen. Auf der anderen Seite gelten sie als Nützling da sie Sämereien von Unkraut fressen und Insektenpopulationen in Schach halten.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

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