Europäische Wanderheuschrecke

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Europäische Wanderheuschrecke

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Geradflügler (Orthoptera)
Unterordnung: Kurzfühlerschrecken (Caelifera)
Familie: Feldheuschrecken (Acrididae)
Gattung: Locusta
Art: Europäische Wanderheuschrecke
Wissenschaftlicher Name
Locusta migratoria
Linnaeus, 1758

Die Europäische Wanderheuschrecke (Locusta migratoria) gehört innerhalb der Familie der Feldheuschrecken (Acrididae) zur Gattung der Locusta.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Europäische Wanderheuschrecke erreicht eine Körperlänge von bis zu 6 cm sowie ein Gewicht von zwei bis drei Gramm. Die Grundfärbung ist ein helles Braun mit einer dunkelbraunen Zeichnung. Die Flügel sind ebenfalls dunkelbraun. Die Nymphen weisen eine orangene bis schwarze Färbung auf. Diese Heuschrecke hat sehr lange Hinterbeine und ist insgesamt kräftig gebaut. Das Flugverhalten ist ausgezeichnet, große Strecken können mühelos zurückgelegt werden. Sie erreicht dabei Geschwindigkeiten von 16 km/h. Wanderheuschrecken leben normalerweise einzelgängerisch. Die Phase als Einzelgänger wird auch als solitäre Phase bezeichnet. Allerdings kann es auch zu großen Wanderphasen, der sogenannten gregären Phase, kommen. Während der gregären Phase schließen sich die Tiere in zum Teil riesigen Schwärmen zusammen und fressen ganze Landstriche kahl. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde am Roten Meer ein Schwarm gesichtet, in dem sich schätzungsweise 250 Milliarden Tiere zusammengeschlossen hatten. Wie es letztlich zu dieser gregären Phase kommt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Ost- und Südeuropa. Die Europäische Wanderheuschrecke bevorzugt neben Äckern und Wiesen auch sandige Feuchtgebiete und offenes Land. Sie lebt auf dem Boden oder in niedrigen Sträuchern.

Europäische Wanderheuschrecke
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Europäische Wanderheuschrecke

Ernährung

Die Europäische Wanderheuschrecke ernährt sich ausschließlich von Pflanzen. Bevorzugt werden Gräser und Kräuter. Mit ihren Tast- und Geschmacksorganen, den Palpen, prüfen sie potentielle Nahrung, bevor sie gefressen wird. Neben den Blättern fressen sie in der Regel auch gleich den ganzen Stängel. Während ihres kurzen Lebens frisst eine Europäische Wanderheuschrecke zwischen 30 und 45 Gramm an Pflanzenmasse. Dabei setzen sie aber nur rund 10% der Pflanzenmasse in Energie um, der Rest wird ausgeschieden.

Fortpflanzung

Wanderheuschrecken erreichen die Geschlechtsreife nach rund vier bis fünf Wochen. Das Weibchen legt über ihren Hinterleib Eipakete in den Erdboden. Die Eier sind von ovaler Form und weisen eine Abmessung von 8 x 3 mm auf. Die Eipakete umfassen zwischen 50 und 150 Eier. Während einer Brutsaison kann es zu bis zu zehn Gelegen kommen. Nach etwa 20 bis 25 Tagen schlüpfen die Jungtiere, die eine Schlupflänge von bis zu 10 mm aufweisen. Die Jungtiere häuten sich alle vier bis fünf Tage. Insgesamt kommt es zu fünf Häutungen. Nach der fünften und letzten Häutung sind die Wanderheuschrecken ausgewachsen und geschlechtsreif. Die Lebensdauer der adulten Tiere beträgt rund zehn Wochen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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