Ephemerella ignita

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Ephemerella ignita

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Altflügler (Palaeoptera)
Ordnung: Eintagsfliegen (Ephemeroptera)
Unterordnung: Furcatergalia
Teilordnung: Pannota
Überfamilie: Ephemerelloidea
Familie: Ephemerellidae
Gattung: Ephemerella
Art: Ephemerella ignita
Wissenschaftlicher Name
Ephemerella ignita
Poda von Neuhaus, 1761

Ephemerella ignita ist eine kleine Eintagsfliege aus der Familie Ephemerellidae.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die adulte Ephemerella ignita erreicht eine Flügelspannweite von 15 bis 24 mm. Sie ist meist ziemlich dunkel gefärbt und trägt am Abdomenende drei Hinterleibsanhänge, auch Schwanzfäden oder Cerci genannt. In der Färbung ist sie sehr variabel, z. B. dunkelbraun mit gelben Beinen oder gelblich mit braunen Beinen. Die Hinterflügel dieser Eintagsfliege sind etwa ein Viertel so lang wie die Vorderflügel und dicht geädert. Durch eine deutliche Querfurche sind die Augen des Männchens in zwei Abschnitte unterteilt. Der obere Abschnitt ist in gröbere, der untere in feinere Facetten unterteilt. Außerdem ist der obere Abschnitt kugelförmig aufgewölbt, leuchtend rot gefärbt und vom viel unscheinbareren, gelblichen unteren Abschnitt deutlich abgehoben.

Weitere sehr ähnliche Arten aus der Gattung Ephemerella kommen wesentlich seltener vor.

Vorkommen

Ephemerella ignita kommt von Mai bis September vorwiegend an fließenden, seltener an stehenden Gewässern vor. Man findet sie sowohl an kleinen Wassergräben als auch an großen Flüssen und turbulenten Bergbächen. Sie ist eine der häufigsten heimischen Eintagsfliegen.

Ernährung

Die Subimagines und Imagines der Eintagsfliegen fressen nichts. Aufgrund ihrer verkümmerten Mundwerkzeuge sind sie dazu nicht in der Lage. Die Larven ernähren sich von allerlei im Gewässer treibendem oder am Gewässergrund liegendem organischen Material. Auch Aas wird nicht verschmäht.

Fortpflanzung und Entwicklung

Ephemerella ignita vollzieht die Paarung entweder morgens oder abends im Flug. Beim Weibchen quellen anschließend die Eier als dichter, kugelförmiger Klumpen am Abdomenende hervor und wird dort noch etwa einen Tag lang getragen. Mit dem Eiklumpen kann man die Weibchen abends oft an Lichtquellen sitzend entdecken. Schließlich wirft das Weibchen den Eiklumpen über einem Gewässer ab. Dort fallen die grünlichen Eier auseinander und heften sich mit besonderen Anheftungsorganen an Wasserpflanzen oder Steinen fest.

Die lichtscheuen Larven, die man regelmäßig an Wasserpflanzen oder an der Unterseite größerer Steine findet, sind untersetzt gebaut. Sie tragen auf der Oberseite des Hinterleibs kleine Kiemenblättchen und besitzen drei Paar einfache Schreitbeine, mit denen sie sich unter anderem auch auf Moosrasen und faulendem Geäst fortbewegen können. Sollten sie in einen Wasserwirbel geraten, versuchen sie, unbeholfen schwimmend einen festen Gegenstand zu erreichen.

Nach etwa einem Jahr im Larvenstadium findet die Häutung zur Subimago (letztes vor dem Adultstadium) meist abends an der Wasseroberfläche statt, auch in stark strömenden Gewässern. Die Flügel der Subimago sind grau getönt, sie fliegen gern Straßenlaternen oder erleuchtete Fensterscheiben an. Schon am folgenden Morgen häuten sie sich zur Imago.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bellmann, Heiko: Insekten. Mosaik, München 2002. ISBN 3576114769
  • Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos-Insektenführer. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1999. ISBN 3440076822
  • Chinery, Michael et al.: Pareys Buch der Insekten. Parey, Hamburg 1978. ISBN 3490141180
  • Gleiß, Horst: Die Eintagsfliegen. vol. 136 Die neue Brehm-Bücherei.
  • Günther, Kurt: Urania Tierreich, Insekten. Deutsch, Frankfurt 1990. ISBN 387144944X
  • Reichholf-Riehm, Helgard et al.: Insekten. Mosaik & Bertelsmann, München, Gütersloh 1984. ISBN 3570011879
  • Sandhall, Åke: Insekten + Weichtiere. BLV, München 1974-84. ISBN 3405113903
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