Eigentliche Wolfspinne

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Eigentliche Wolfspinne

Systematik
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Unterklasse: Micrura
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Teilordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
Gattung: Pardosa
Art: Eigentliche Wolfspinne
Wissenschaftlicher Name
Pardosa lugubris
Walckenaer, 1802

Die Eigentliche Wolfspinne (Pardosa lugubris), auch Waldwolfspinne genannt und unter dem Synonym Xerolycosa nemoralis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Wolfspinnen (Lycosidae) zur Gattung der Pardosa.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Eigentliche Wolfspinne erreicht je nach Geschlecht eine Körpergröße von fünf bis sieben Millimeter. Weibchen sind größer als Männchen. Die Körperoberfläche ist braun bis dunkelbraun. Männchen sind dabei deutlich dunkler gefärbt. Die Extremitäten sind bei beiden Geschlechtern helldunkel gebändert. Auffällig sind ihre acht Augen, die in drei Reihen auf dem Kopf liegen. Die erste Reihe besteht aus vier kleinen Nebenaugen. Die beiden anderen Reihen aus jeweils zwei großen Augen. Eigentliche Wolfspinnen sind reine Bodenbewohner, die sich tagsüber meist in Erdhöhlen oder in anderen Verstecken zurückziehen. Am aktivsten sind sie in der Nacht, tagsüber sind sie relativ selten zu sehen. Meist kann man sie von April bis Oktober beobachten.

Verbreitung

Eigentliche Wolfspinnen sind in weiten Teilen des gemäßigten Mitteleuropas verbreitet. Sie bevorzugen sonnigen trockenen Untergrund und sind oft an Waldrändern oder auf Lichtungen anzutreffen.

Nahrung

Die Eigentliche Wolfspinne ist ein Lauerjäger, die an exponierter Stelle auf ein Beutetier wartet. Kommt ein Insekt in erreichbarer Nähe vorbei, so schießt sie schnell hervor und überwältigt das Insekt. Es wird an Ort und Stelle verspeist. Für ihre Jagd nutzen sie keine Netze. Zudem jagen sie nur auf dem Erdboden.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Eigentlichen Wolfspinne beginnt meist im zeitigen April. Das Männchen nähert sich dabei dem wesentlich größeren Weibchen und bewegt dabei seine Taster auf und ab. Das paarungsbereite Weibchen verhält sich passiv und abwartend. Das Männchen kann nun das Weibchen besteigen und bringt mit seinen Pedipalpen die Samenpakete an das Begattungsorgan des Weibchens. Dieser Vorgang kann durchaus einige Stunden dauern. Danach verläßt das Männchen seine Partnerin und kümmert sich auch nicht um die Aufzucht. Die Eier werden in einen Kokon abgelegt und an die Spinnwarzen geheftet. Das Weibchen trägt diesen Kokon immer mit sich. Meist schlüpfen die Jungspinnen im Juni. Das Weibchen ist ihrem Nachwuchs behilflich und öffnet den Kokon. Die Jungspinnen, das können durchaus einige hundert sein, begeben sich sofort auf den Rücken ihrer Mutter. In der ersten Zeit ernähren sie sich vom Eidotter. Selbständig sind sie meist nach der ersten Häutung.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
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