Dunkle Rotzahnspitzmaus

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Dunkle Rotzahnspitzmaus
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Rotzahnspitzmäuse (Soricinae)
Gattung: Waldspitzmäuse (Sorex)
Art: Dunkle Rotzahnspitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Sorex monticolus
Merriam, 1890

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Dunkle Rotzahnspitzmaus (Sorex monticolus) zählt innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur Gattung der Waldspitzmäuse (Sorex). Im Englischen wird die Art Dusky Shrew oder Montane Shrew genannt. Es sind zahlreiche Unterarten bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Die Dunkle Rotzahnspitzmaus steht verwandtschaftlich in enger Beziehung zu den Arten Sorex pacificus und Sorex vagrans. Sorex pacificus ist größer und hat morphologisch gesehen abweichende mediale Zahnkronen. Von Sorex vagrans kann die Dunkle Rotzahnspitzmaus aufgrund abweichende oberer Eckzähne und kranialer Daten unterschieden werden. Unterschiedlich ist auch die Pigmentierung der Zähner der 3 Arten. Insgesamt sind die Zähne der Dunklen Rotzahnspitzmaus härter und robuster gebaut als bei den beiden anderen Arten. Von anderen sympatrischen Arten wie Sorex arcticus, der Arizona-Spitzmaus (Sorex arizonae), der Amerikanischen Maskenspitzmaus (Sorex cinereus) und der Tundra-Rotzahnspitzmaus (Sorex tundrensis) kann die Dunkle Rotzahnspitzmaus aufgrund abweichender Zahnmorphologie unterschieden werden (Smith & Belk, 1996).

Fossile Funde

Aufgrund der geringen Größe der Knochen und Zähne ist der fossile Nachweis nur sehr schwer zu erbringen. Die ältesten fossilen Funde von Spitzmäuse der Gattung Donnia stammen aus späten eozänen Ablagerungen. Weitere Funde stammen aus dem Oligozän. Fossile FUnde der Dunklen Rotzahnspitzmaus wurden in Idaho und Montane gefunden und stammen aus dem späten Pleistozän und dem frühen Holozän (Smith & Belk, 1996).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Dunkle Rotzahnspitzmaus ist eine kleine bis mittelgroße Art der Waldspitzmäuse (Sorex). Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 86 bis 128 mm, eine Schwanzlänge von 46 bis 59 mm, eine Hinterfußlänge von 12 bis 15 mm, eine Condylobasallänge von 16,1 bis 17,7 mm, eine interorbitale Schädelbreite von 3,0 bis 3,6 mm sowie ein Gewicht von 5,5 bis 5,9 g. Die Fellfärbung variiiert lokal und je nach Unterart von grau bis dunkelbraun. Ventral zeigt sich eine gräuliche bis silbrige Färbung. Der Schwanz ist zweifarbig. Zweimal im Jahr kommt es zu einem Fellwechsel. Jungtiere wechseln ihr Fell zwischen September und Oktober. Adulte Weibchen zwischen spätem März und frühem April, Männchen zwischen spätem Mai und Anfang August. Die Zähne sind dunkel rotbraun pigmentiert (Smith & Belk, 1996).

Lebensweise

Die Dunkle Rotzahnspitzmaus lebt einzelgängerisch, die Geschlechter treffen für gewöhnlich nur während der Paarungszeit aufeinander. Das eigene Revier wird gegenüber Artgenossen erbittert verteidigt. Es handelt sich jedoch meist um agonistische Verhaltensweisen, insbesondere um Drohgebärden. Zu echten Kämpfen kommt es hingegen nur selten. Die Reviergrößen variieren je nach Jahreszeit und Verbreitungsgebiet. Weibchen leben in deutlich kleineren Revieren. Die Nester bestehen aus trockener Vegetation wie Blätter und Gräser sowie Haaren von Säugetieren. Nistmaterial nimmt die Dunkle Rotzahnspitzmaus mit dem Maul auf und transportiert es zum Zielort. Die Art ist sowohl in der Nacht als auch am Tage aktiv (Smith & Belk, 1996).

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder, 2005

  • Sorex monticolus monticolus - Merriam, 1890
  • Sorex monticolus alascensis - Merriam, 1895
  • Sorex monticolus calvertensis - Cowan, 1941
  • Sorex monticolus elassodon - Osgood, 1901
  • Sorex monticolus insularis - Cowan, 1941
  • Sorex monticolus isolatus - Jackson, 1922
  • Sorex monticolus longicaudus - Merriam, 1895
  • Sorex monticolus malitiosus - Jackson, 1919
  • Sorex monticolus obscurus - Merriam, 1891
  • Sorex monticolus parvidens - Jackson, 1921
  • Sorex monticolus prevostensis - Osgood, 1901
  • Sorex monticolus setosus - Elliot, 1899
  • Sorex monticolus shumaginensis - Merriam, 1900
  • Sorex monticolus soperi - Anderson & Rand, 1945

Verbreitung und Lebensraum

Die Dunkle Rotzahnspitzmaus ist im westlichen Nordamerika weit verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich über Kanada, Mexiko und die USA. In Kanada werden die Provinzen Alberta, British Columbia, Northwest Territories, Saskatchewan und Yukon besiedelt. In den USA ist die Art in den Bundesstaaten Alaska, Arizona, Kalifornien, Colorado, Idaho, Montana, Nevada, New Mexico, Utah, Washington und Wyoming verbreitet. In Mexiko wird nur der zentrale Norden des Landes besiedelt. Die Art besiedelt Feuchtwiesen, lichte Nadelwälder, alpines Hochland, die Tundra, Sümpfe und Moore, Grasland sowie die Ufer von Flüssen und Seen. Die Dunkle Rotzahnspitzmaus besiedelt das Flachland und ist im Hochland bis in Höhen von etwa 2.600 m über NN anzutreffen (IUCN, 2013; Smith & Belk, 1996). Der Lebensraum der Art ist durch zahlreiche Pflanzen geprägt. Dies sind insbesondere Douglasien (Pseudotsuga menziesii), Amerikanische Zitterpappeln (Populus tremuloides), Kiefern (Pinus), Tannen (Abies), Sauerklee (Oxalis), Schwertfarne (Polystichum munitum), Adlerfarne (Pteridium), Heidelbeeren (Vaccinium), Haseln (Corylus), Oregon-Ahorn (Acer macrophyllum), Weinblatt-Ahorn (Acer circinatum), Erlen (Alnus), Scheinbeeren (Gaultheria), Moosglöckchen (Linnaea borealis), Berberitzen (Berberis) (Smith & Belk, 1996).

Ernährung

Die Art ernährt sich von Gliederfüßern (Arthropoda), Sämereien, Pilzen (Fungi), Moose und Flechten. Fleischliche Kost stellt je nach Jahreszeit einen Anteil von 77 bis 99% dar. Rund 60% der fleischlichen Kost entfällt auf Larven von Insekten (Insecta) (Smith & Belk, 1996).

Fortpflanzung

Die Dunkle Rotzahnspitzmaus erreicht die Geschlechtsreife im Alter von 7 bis 10 Monaten. Zur ersten Paarung kommt es in der Regel jedoch erst im ersten Frühjahr nach der Geburt. Die Paarungszeit beginnt lokal abweichend zwischen März und April. Geburten können je nach Verbreitungsgebiet bis in den September hinein auftreten. Nach einer Tragezeit von gut 20 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Nest 2 bis 8 (6,4) Jungtiere zur Welt. In einer Saison kann ein Weibchen bis zu drei Würfen zur Welt bringen. Der Nachwuchs kommt nackt und blind zur Welt. Mit zwei Wochen stellt sich bereits das erste Fell ein. Die Augen öffnen sich im Alter von 2 bis 3 Wochen, die ersten Zähne brechen im Alter von 3 Wochen durch. Die Entwöhnung von der Muttermilch erfolgt im Alter von rund 21 Tagen. Spätestens in der fünften Lebenswoche erreicht der Nachwuchs die Selbständigkeit. Die Lebenserwartung liegt bei kaum 16 Monaten (Smith & Belk, 1996).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Dunkle Rotzahnspitzmaus gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Spitzmäusen (Soricidae). In den meisten Regionen kommt die Dunkle Rotzahnspitzmaus noch häufig vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Über Gefährdungsursachen ist nichts bekannt (IUCN, 2013).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder, 2005, ist die Art unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind durangae Jackson, 1928, melanogenys Hall, 1932, glacialis Merriam, 1900, longiquus Findley, 1955, obscuroides Findley, 1955, similis Merriam, 1891 und mixtus Hall, 1938.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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