Dunkle Kängurumaus

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Dunkle Kängurumaus

Taxonomie
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Heteromyinae
Tribus: Dipodomyini
Gattung: Kängurumäuse (Microdipodops)
Art: Dunkle Kängurumaus
Wissenschaftlicher Name
Microdipodops megacephalus
Merriam, 1891

Die Dunkle Kängurumaus (Microdipodops megacephalus) zählt innerhalb der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung der Kängurumäuse (Microdipodops). Im Englischen wird die Dunkle Kängurumaus dark kangaroo mouse oder owyhee river kangaroo mouse genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Dunkle Kängurumaus erreicht eine Gesamtlänge von etwa 140,0 bis 177,0 Millimeter. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt etwa 66,0 bis 77,0 Millimeter, die Schwanzlänge beträgt etwa 68,0 bis 103,0 Millimeter und die Hinterfußlänge beträgt etwa 23,0 bis 27,0 Millimeter. Aufgrund der aufgeblähten Gehörkapsel, die bis zum oberen Teil des Schädels reicht, wirkt der Kopf im Verhältnis zum Körper größer. Der Hals ist ziemlich kurz. Die Oberseite weist eine bräunliche bis gräulich-schwarze Färbung auf. Im Vergleich zu der ähnlich aussehenden Blassen Kängurumaus (Microdipodops pallidus) sind bei der Dunklen Kängurumaus die Haare der Unterseite an der Basis dunkel und an der Spitze weiß gefärbt. Das Schwanzende ist von einer schwärzlichen Farbe. Die distale Hälfte des Schwanzes ist dunkler als die proximale Hälfte. Ferner zeigt sich am Schwanzende auch keine Quaste, jedoch erscheint das Schwanzende dicker, weil dort Fett gespeichert wird. Das Fett dient als Quelle von Energie, das während der Ruhezeit verwendet wird. Das Fell ist relativ lang, seidig und locker. Die Hinterfüße sind an den Seiten mit borstenartigen Haaren versehen, die die Oberfläche der feinen und weichen Füße bedecken. Die Unterseite der Hinterfüße ist ebenfalls behaart. Die Füße funktionieren ähnlich wie ein Sand-Schuh in der Wüste. Die Kängurumäuse (Microdipodops) nutzen beim Laufen mehr ihre Vorderbeine als die Kängururatten (Dipodomys). Im Vergleich zu den Kängururatten (Dipodomys) wachsen die Backenzähne der Kängurumäuse (Microdipodops) nicht ständig nach. Des Weiteren ist die Basis des Jochbogen nicht vergrößert, was jedoch bei den Kängururatten (Dipodomys) der Fall ist. O'Farrell und Blaustein (1974), Nowak (1991), Grzimek (1990).

Lebensweise

Dunkle Kängurumaus
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Dunkle Kängurumaus

Die Dunkle Kängurumaus bewegt sich in erster Linie mit den großen, kräftigen Hinterbeinen fort. Die kleinen Vorderbeine werden kaum verwendet. Der Schwanz, wenn überhaupt eingesetzt, fungiert als Balance. Gemäß O'Farrell et al. (1974), ist die bipedale (aufrechte) Fortbewegung der Kängurumäuse wahrscheinlich das Ergebnis der Nahrungssuche. Die aufrechte Fortbewegung wird auch bei Verteidigung des Territoriums und bei Flucht aus dem Gefahrenbereich eingesetzt. Wenn die Weibchen das Nest verteidigen bzw. den Bau oder die Höhle, dann stoßen sie ein schrilles Kreischen aus. Die Kängurumäuse schlafen ausgestreckt auf dem Rücken, dabei legen sie die Vorderbeine über den Kopf und die Hinterbeine auf den Bauch. Sie sind nachtaktiv und extrem lichtempfindlich. Wenn sie dem Licht ausgesetzt sind, dann suchen sie einen dunklen Ort auf. Die Spitzenaktivität erfolgt in den ersten beiden Stunden nach Sonnenuntergang. Mondlicht und Temperaturen sind zusätzliche Faktoren, die die Aktivität der Kängurumäuse steigern. Die Aktivität erreicht den Höhepunkt unter teilweise bewölktem Himmel und hört bei Regen auf. Die Aktivität ist nur von März bis Oktober zu beobachten. Die Kängurumäuse können auch überwintern. Sie leben einzelgängerisch. Bei Gruppen handelt es sich ausschließlich um Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Zwischen einzelnen Individuen zeigt sich bei Aufeinandertreffen ein hohes Aggressionsverhalten. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Kommunikation untereinander erfolgt akustisch, über den Tastsinn und über den Geruchssinn. O'Farrell und Blaustein (1974), Nowak (1991), Grzimek (1990).

Unterarten

Dunkle Kängurumaus
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Dunkle Kängurumaus
  • Microdipodops megacephalus megacephalus - Merriam, 1891
  • Microdipodops megacephalus albiventer - Hall & Durrant, 1937
  • Microdipodops megacephalus ambiguus - Hall, 1941
  • Microdipodops megacephalus atrirelictus - Hafner, 1985
  • Microdipodops megacephalus californicus - Merriam, 1901
  • Microdipodops megacephalus leucotis - Hall & Durrant, 1941
  • Microdipodops megacephalus medius - Hall, 1941
  • Microdipodops megacephalus nasutus - Hall, 1941
  • Microdipodops megacephalus nexus - Hall, 1941
  • Microdipodops megacephalus oregonus - Merriam, 1901
  • Microdipodops megacephalus paululus - Hall & Durrant, 1941
  • Microdipodops megacephalus polionotus - Grinnell, 1914
  • Microdipodops megacephalus sabulonis - Hall, 1941

Verbreitung

Die Dunkle Kängurumaus kommt im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika vor, darunter zählen Oregon, Utah, Kalifornien und Nevada. Sie hält sich meist unter Büschen, die mit Kies bedeckt sind auf oder wird auch in Sanddünen gefunden. Die Dunkle Kängurumaus kommt auch in Höhen von etwa 1.190 bis 2.455 Meter über dem Meeresspiegel vor. Die Höhlen werden in weichem Boden mit einem Eingang in der Nähe eines Strauches angelegt. Die Höhlen sind einfache, unverzweigte Tunnels, jedoch sind die Nester und die Vorratslager reichlich aufwendig. Ein kleines Territorium befindet sich in der Nähe der Höhle, jedoch kann das Territorium mit mehreren anderen Individuen überlappen. Die durchschnittliche Reviergröße eines Männchens beträgt 6.613 Quadratkilometer, die Reviergröße eines Weibchens beträgt dagegen nur 3.932 Quadratkilometer.

Ernährung

Dunkle Kängurumäuse
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Dunkle Kängurumäuse

In der Regel ernährt sich die Dunkle Kängurumaus von Pflanzensamen. Jedoch kommt es vor, dass sie auch Insekten (Insecta) verzehrt, insbesondere im Sommer, wenn ihre Aktivitäten das Maximum erreichen. Für Zeiten mit unzureichendem Zugang zur Nahrung legt die Dunkle Kängurumaus in der Höhle Vorratslager an.

Fortpflanzung

Das Weibchen ist polyöstrisch, d. h. im Laufe eines Jahres in regelmäßigen Abständen auftretender Sexualzyklus. Die Tragzeit findet von März bis September statt und die Mehrheit der Jungtiere wird im Mai und im Juni geboren. Die Wurfgröße besteht aus zwei bis sieben Jungtieren mit einem Durchschnitt von 3,9 Jungtieren. Eine Studie im mittleren Westen von Nevada zeigte, dass die Population von 2:1 Geschlechtsverhältnis zugunsten der Männchen bestand. Ferner wurde eine erfolgreiche Reproduktion in Gefangenschaft aufgezeichnet. Die maximale Lebensdauer in der Wildnis unter günstigen Voraussetzungen beträgt fünf Jahre und fünf Monate. O'Farrell und Blaustein (1974), Nowak (1991), Grzimek (1990).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Dunkle Kängurumaus heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Dunkle Kängurumaus selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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