Dodo

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Dodo

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Raphus
Art: Dodo
Wissenschaftlicher Name
Raphus cucullatus
(Linnaeus, 1758)

IUCN-Status
Extinct (EX)

Der Dodo (Raphus cucullatus) oder auch die Dronte genannt, gehört innerhalb der Familie der Tauben (Columbidae) zur Gattung Raphus.

Inhaltsverzeichnis

Entdeckung

Entdeckt wurde der Dodo im Zuge einer niederländischen Expedition im Jahre 1598 (Fuller et al., 2000). Weitere Sichtungen der Dodos sind aus den Jahren 1601, 1602, 1606, 1607, 1611 usw. dokumentiert. Die ältesten Zeichnungen stammen aus dem Jahre 1627 (Fuller, 2002b). Andere Forscher wie Hume et al. (2004) gehen davon aus, dass der Dodo erst zwischen 1690 und 1700 entdeckt wurde. Diese Annahme kollidiert jedoch mit der Tatsache, dass die Art nachweislich schon früher ausgestorben ist. Die dokumentierten Sichtungen hörten nur wenige Jahrzehnte nach der Endeckung auf. Es ist somit sehr wahrscheinlich, dass der Dodo zwischen 1628 und 1638 ausstarb, also nur 30-40 Jahre nach seiner Entdeckung. <3> Anderen Zeitzeugen nach, soll der letzte Dodo im Jahre 1681 erschlagen worden sein.

Fossile Belege

Fossile Funde des Dodo liegen nur wenige vor. Ein komplettes Skelett wurde bislang nicht gefunden. Im Jahre 2006 fand der niederländische Geologe Kenneth Rijsdijk in einem Moor zahlreiche Knochen. Darunter waren nicht nur gut erhaltene Schädel, sondern auch komplette Füße.

Systematik und Verwandtschaft

Verwandte Art: die Kragentaube (Caloenas nicobarica)
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Verwandte Art: die Kragentaube (Caloenas nicobarica)

Ein naher Verwandter der Dodos ist der Rodrigues-Solitär (Pezophaps solitaria), der auf der Insel Rodrigues endemisch war. Auch mit der Kragentaube (Caloenas nicobarica) zeigt sich eine Verwandtschaft. Dies ergaben DNA-Analysen, die Shapiro et al. im Jahre 2002 an der Oxford-Universität durchführten. Neueste Studien der mtDNA Cytochrom-b und 12S rRNA-Sequenzen haben ergeben, dass der Dodo den modernen Tauben zuzurechnen ist (Shapiro et al., 2002). Die Trennung vom Rodrigues-Solitär erfolgte wahrscheinlich vor rund 23 Millionen Jahren während des Übergangs vom Paläogen zu Neogen (Cracraft, 1981).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Dodos waren große und plump wirkende Vögel. Sie erreichten ein Gewicht von 13 bis 23 Kilogramm, der Schnabel wies eine Länge von bis zu 23 Zentimeter auf. Das weich wirkende Gefieder wies eine gräuliche Färbung auf, der Kopf war dunkelgrau gefärbt. Andere Berichte gehen von einer graubraunen Färbung aus. Die Spitzen der Schwanzfedern waren weißlich gefärbt. Die Flügel waren klein und nur schwach entwickelt. Die kurzen Beine waren kräftig entwickelt und leicht gelblich gefärbt. Die Füße endeten in 4 Zehen, wovon eine Zehe nach hinten wies. Die Zehen endeten jeweils in kräftige, dunkel gefärbten Krallen. Der relativ große Kopf war durch einen mächtigen Schnabel geprägt, die Augen waren eher klein. Der Schnabel wies eine grünliche bis olivgrüne Färbung auf.

Lebensweise

Dodos waren flugunfähige Vögel, die sich ausschließlich am Boden bipedal fortbewegten. Durch den plumpen Körperbau bewegten sich Dodos nur langsam durch ihren Lebensraum. Da die Vögel ursprünglich keine natürlichen Feinde hatten, mussten sie auch nicht schnell laufen können. Der mächtige Schnabel bot die einige Verteidigungsmöglichkeit.

Verbreitung

Der Dodo war auf Mauritius und einigen umliegenden Inseln wie Rodrigues endemisch. Mauritius ist ein kleiner Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans und liegt östlich von Madagaskar. Die Fläche beträgt rund 2.040 km². Die Tiere lebten hauptsächlich in lichten Wäldern, sowohl in der Ebene als auch in den Wäldern des Hügellandes nahe der Küste. Eher selten traf man die Vögel in offenen Savannen und im Grünland an.

Prädatoren

Neozoon: die Hausratte (Rattus rattus)
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Neozoon: die Hausratte (Rattus rattus)

Natürliche Feinde hatte der Dodo auf Mauritius ursprünglich nicht. Dies erklärt auch die Flugunfähigkeit der Vögel, wobei zahlreiche endemische Inselpopulationen anderer Arten eine ähnliche Entwicklung durchliefen. Aufgrund dieser Tatsache entwickelte die Art auch kein Flucht- oder Verteidigungsverhalten. Flugunfähige Vögel zeichnen sich vor allem durch eine schwach entwickelte Brustmuskulatur aus. Erst durch die Besiedelung durch den Menschen kamen Neozoa auf die Insel. Hier sind insbesondere Ratten (Rattus) wie die Hausratte (Rattus rattus) zu nennen, die es zwar nicht auf die Vögel selbst abgesehen hatten, jedoch auf die Eier und wahrscheinlich auch auf die Küken. Im Zuge der Besiedlung von Mauritius wurde auch das Wildschwein (Sus scrofa) eingeführt, das seinerseits die Gelege der Dodos nicht verschmähte.

Ernährung

Der Dodo ernährte sich wahrscheinlich von vergorenen Früchten. Am Ende der Regenzeit fraß er sich eine dicke Fettschicht an, um die Trockenzeit zu überleben. Untersuchungen ergaben, dass der Dodo wie Strauße (Struthio) Steine zur Zerkleinerung der Nahrung im Magen schluckte. Weit oben auf der Speisekarte der Dodos standen die Früchte von verschiedenen Palmengewächse (Arecaceae) wie Dictyosperma album, Flaschenpalmen (Hyophorbe lagenicaulis), Acanthophoenix rubra und Latania lodigesii sowie die Früchte von Schraubenbäumen (Pandanus) wie Pandanus vandermeerschii. Die leichte Verfügbarkeit der Nahrung in Verbindung mit fehlenden natürlichen Feinden kann mit der Rückbildung der Flugunfähigkeit in Verbindung stehen. <2>

Fortpflanzung

Rekonstruktion des Kopfes
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Rekonstruktion des Kopfes
Rekonstruktion eines Fußes
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Rekonstruktion eines Fußes

Über das Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten ist nichts bekannt. Nur wenige historische Beobachtungen belegen, dass Dodos Bodenbrüter waren und die weißlichen Eier in grasige Nester legten. Die Bruthabitate lagen meist in Wäldern. Man geht davon aus, dass nur ein Ei gelegt wurde. Historische Aufzeichnungen belegen eine Eigröße von 92 x 60 mm. <1>

Aussterben

Mit der Kolonisierung der Insel Mauritius im 16. und 17. Jahrhundert durch die ersten portugiesischen Seefahrer begann der Niedergang des Dodo. Für die ersten Seefahrer stellten Dodos nach einer langen Seefahrt eine willkommene Abwechslung auf dem Speisezettel dar. Die Vögel waren für die Seefahrer leicht zu erbeuten und wurden für gewöhnlich mit Knüppeln erschlagen. Das Fleisch soll nicht sonderlich schmackhaft gewesen sein. Historische Aufzeichnungen belegen, dass der letzte Dodo um 1681 getötet wurde. Der Mensch hat demnach keine 100 Jahre gebraucht, um die Art auszurotten.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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