Dreifarbenreiher

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

(Unterschied zwischen Versionen)
Version vom 10:17, 25. Mai 2007
Wilfried Berns (Diskussion | Beiträge)
Gefährdung und Schutz
← Previous diff
Aktuelle Version
Wilfried Berns (Diskussion | Beiträge)
Literatur und Quellen
Zeile 1: Zeile 1:
-{{Bearbeitung}}+{{Lesenswert}}
{{taxobox7-IUCN|Dreifarbenreiher {{taxobox7-IUCN|Dreifarbenreiher
| [[Bild:Dreifarbenreiher-0435.jpg|250px|center]] | [[Bild:Dreifarbenreiher-0435.jpg|250px|center]]
Zeile 18: Zeile 18:
Der [[Dreifarbenreiher]] (''Egretta tricolor'') zählt innerhalb der {{familia}} der [[Reiher]] (''Ardeidae'') zur {{genus}} ''[[Egretta]]''. Der [[Dreifarbenreiher]] (''Egretta tricolor'') zählt innerhalb der {{familia}} der [[Reiher]] (''Ardeidae'') zur {{genus}} ''[[Egretta]]''.
-Der Dreifarbenreiher kann leicht mit dem [[Blaureiher]] (''Egretta caerulea'') und dem [[Kanadareiher]] (''Ardea herodias'') verwechselt werden. Der [[Blaureiher]] ist jedoch deutlich kleiner und ist im Bereich des Bauches nicht weiß sondern blaugrau bis schiefergrau gefärbt. Ähnliches gilt für den [[Kanadareiher]], nur ist er größer als der Dreifarbenreiher.+Der Dreifarbenreiher kann leicht mit dem [[Blaureiher]] (''Egretta caerulea'') und dem [[Kanadareiher]] (''Ardea herodias'') verwechselt werden. Der [[Blaureiher]] ist jedoch deutlich kleiner und ist im Bereich des Bauches nicht weiß, sondern blaugrau bis schiefergrau gefärbt. Ähnliches gilt für den [[Kanadareiher]], nur ist er größer als der Dreifarbenreiher.
==Beschreibung== ==Beschreibung==
====Aussehen und Maße==== ====Aussehen und Maße====
-Der Dreifarbenreiher ist ein mittelgroßer Vertreter der [[Reiher]] und erreicht je nach Geschlecht und Unterart eine Körperlänge von 60 bis 68 Zentimeter, eine Flügelspannweite von rund 90 bis 100 Zentimeter sowie ein Gewicht von 340 bis 410 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen, ansonsten weisen die Geschlechter keinen Dimorphismus auf. Auch juvenile Vögeln weisen im Kopf- und Halsbereich mit einem leicht rötlichen Touch nur einen kleinen Unterschied zu den adulten Vögel auf. Das Gefieder ist überwiegend blaugrau bis schiefergrau gefärbt, wobei die Bauchseite rein weiß gefärbt ist. Im oberen Bereich des Halses zeigt sich eine leicht rosafarbene Färbung die nach unten in ein weiß übergeht. Der Hals ist wie bei alles Reihern ausgesprochen lang und dünn. Der Schnabel ist lang und dolchartig spitz zulaufend. Der obere Teil des Schnabels ist gräulich gefärbt, der untere Teil des Schnabels weist wie die Wachshaut im Gesichtsfeld eine gelbliche Färbung auf. Die Beine sind lang und schlank gebaut, sie sind während der Paarungszeit gelblichgrün, außerhalb der Paarungszeit rosafarben gefärbt. Die Zehen enden in kleine schwarz gefärbte Krallen. Markant ist die gelb gefärbte Iris, die Pupille weist eine dunkle Färbung auf. Im Ruhezustand und auch im Flug hält der Dreifarbenreiher seinen Hals in einer leichten S-Form. Die Extremitäten werden im Flug gestreckt nach hinten gehalten.+Der Dreifarbenreiher ist ein mittelgroßer Vertreter der [[Reiher]] und erreicht je nach Geschlecht und Unterart eine Körperlänge von 60 bis 68 Zentimeter, eine Flügelspannweite von rund 90 bis 100 Zentimeter sowie ein Gewicht von 340 bis 410 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen, ansonsten weisen die Geschlechter keinen Dimorphismus auf. Auch juvenile Vögel weisen im Kopf- und Halsbereich mit einem leicht rötlichen Touch nur einen kleinen Unterschied zu den adulten Vögeln auf. Das Gefieder ist überwiegend blaugrau bis schiefergrau gefärbt, wobei die Bauchseite rein weiß gefärbt ist. Im oberen Bereich des Halses zeigt sich eine leicht rosafarbene Färbung, die nach unten in ein Weiß übergeht. Der Hals ist wie bei allen Reihern ausgesprochen lang und dünn. Der Schnabel ist lang und dolchartig spitz zulaufend. Der obere Teil des Schnabels ist gräulich gefärbt, der untere Teil des Schnabels weist wie die Wachshaut im Gesichtsfeld eine gelbliche Färbung auf. Die Beine sind lang und schlank gebaut, sie sind während der Paarungszeit gelblichgrün, außerhalb der Paarungszeit rosafarben gefärbt. Die Zehen enden in kleine schwarz gefärbte Krallen. Markant ist die gelb gefärbte Iris, die Pupille weist eine dunkle Färbung auf. Im Ruhezustand und auch im Flug hält der Dreifarbenreiher seinen Hals in einer leichten S-Form. Die Extremitäten werden im Flug gestreckt nach hinten gehalten.
====Lebensweise==== ====Lebensweise====
-Dreifarbenreiher gelten wie alle Reiher als gute und ausdauernde Flieger. Im Flug halten die Vögel ihre Beine nach hinten gestreckt, in einer Linie zum Körper. Die nördlichen Populationen gelten als Zugvögel, die im nördlichen Südamerika, insbesondere in Kolumbien und Venezuela, den Winter verbringen. Dreifarbenreiher zeichnen sich durch eine elegante Gestalt aus und gehen am Boden ausgesprochen aufrecht. Die Flügel werden dabei dicht am Körper gehalten. Dreifarbenreiher leben in kleinen Kolonien, in denen sie auch brüten. Sie gelten dennoch aus ausgesprochen territorial, die ihr kleines Revier vehement verteidigen. Auf Nahrungssuche sind Dreifarbenreiher nur einzelgängerisch zu beobachten. Während der Nahrungssuche schreiten sie bedächtig und aufmerksam durch seinen Lebensraum. Sie sind überwiegend tag- bis dämmerungsaktiv und gehen zumeist erst in den Abendstunden im Flachwasser oder an Land auf Nahrungssuche.+Dreifarbenreiher gelten wie alle Reiher als gute und ausdauernde Flieger. Im Flug halten die Vögel ihre Beine nach hinten gestreckt, in einer Linie zum Körper. Die nördlichen Populationen gelten als Zugvögel, die im nördlichen Südamerika, insbesondere in Kolumbien und Venezuela, den Winter verbringen. Dreifarbenreiher zeichnen sich durch eine elegante Gestalt aus und gehen am Boden ausgesprochen aufrecht. Die Flügel werden dabei dicht am Körper gehalten. Dreifarbenreiher leben in kleinen Kolonien, in denen sie auch brüten. Sie gelten dennoch als ausgesprochen territorial, die ihr kleines Revier vehement verteidigen. Auf Nahrungssuche sind Dreifarbenreiher nur einzelgängerisch zu beobachten. Während der Nahrungssuche schreiten sie bedächtig und aufmerksam durch ihren Lebensraum. Sie sind überwiegend tag- bis dämmerungsaktiv und gehen zumeist erst in den Abendstunden im Flachwasser oder an Land auf Nahrungssuche.
==Unterarten== ==Unterarten==
Zeile 52: Zeile 52:
==Verbreitung== ==Verbreitung==
-Dreifarbenreiher kommen im Küstenbereich der südlichen und südöstlichen USA, in der Karibik, in Mexiko und Mittelamerika sowie im nördlichen Südamerika vor. In Südamerika liegen vor allen die Winterquartiere sowie die Brutgebiete der Nominalform. Hier sind sie insbesondere in Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana und dem nordöstlichen Brasilien anzutreffen. In Hinterland sind Dreifarbenreiher nur selten an Seen und Teichen anzutreffen. Sie leben hauptsächlich an den Küsten in ihren Lebensräumen sowie in küstennahen Sumpfgebieten, Mangrovenwäldern und an Flussmündungen. Sie leben dabei sowohl an Süßgewässern als auch im Brackwasserbereich.+Dreifarbenreiher kommen im Küstenbereich der südlichen und südöstlichen USA, in der Karibik, in Mexiko und Mittelamerika sowie im nördlichen Südamerika vor. In Südamerika liegen vor allem die Winterquartiere sowie die Brutgebiete der Nominalform. Hier sind sie insbesondere in Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana und dem nordöstlichen Brasilien anzutreffen. In Hinterland sind Dreifarbenreiher nur selten an Seen und Teichen anzutreffen. Sie leben hauptsächlich an den Küsten in ihren Lebensräumen sowie in küstennahen Sumpfgebieten, Mangrovenwäldern und an Flussmündungen. Sie leben dabei sowohl an Süßgewässern als auch im Brackwasserbereich.
==Prädatoren== ==Prädatoren==
Zeile 58: Zeile 58:
==Ernährung== ==Ernährung==
-Dreifarbenreiher ernähren sich als opportunistische Fleischfresser überwiegend von [[Fische]]n (''Pisces'') in passender Größe. Zu etwa zehn Prozent stehen aber auch [[Amphibien]] (''Amphibia''), kleine wirbellose Tieren, [[Krebstiere]] (''Crustacea''), [[Schnecken]] (''Gastropoda'') sowie größeren [[Insekten]] (''Insecta'') und [[Spinnentiere]]n (''Arachnida''). Während der Nahrungssuche schreitet der Dreifarbenreiher bedächtig und aufmerksam durch seinen Lebensraum. In der Regel ist dies im Flachwasser der Fall. Beutetiere werden durch den scharf ausgeprägten Sehsinn lokalisiert. Ist ein Beutetier in unmittelbarer und erreichbarer Nähe, stößt er mit seinem Schnabel zu und packt das Beutetier. Die Beute wird grundsätzlich im Ganzen verschlungen. Der Dreifarbenreiher kann sowohl in Süß- als auch in Brackgewässern auf Nahrungssuche gehen.+Dreifarbenreiher ernähren sich als opportunistische Fleischfresser überwiegend von [[Fische]]n (''Pisces'') in passender Größe. Zu etwa zehn Prozent stehen aber auch [[Amphibien]] (''Amphibia''), kleine wirbellose Tiere, [[Krebstiere]] (''Crustacea''), [[Schnecken]] (''Gastropoda'') sowie größere [[Insekten]] (''Insecta'') und [[Spinnentiere]] (''Arachnida'') auf der Speisekarte. Während der Nahrungssuche schreitet der Dreifarbenreiher bedächtig und aufmerksam durch seinen Lebensraum. In der Regel ist dies im Flachwasser der Fall. Beutetiere werden durch den scharf ausgeprägten Sehsinn lokalisiert. Ist ein Beutetier in unmittelbarer und erreichbarer Nähe, stößt er mit seinem Schnabel zu und packt das Beutetier. Die Beute wird grundsätzlich im Ganzen verschlungen. Der Dreifarbenreiher kann sowohl in Süß- als auch in Brackgewässern auf Nahrungssuche gehen.
==Fortpflanzung== ==Fortpflanzung==
-Die Geschlechtsreife erreicht der Dreifarbenreiher mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit der Dreifarbenreiher beginnt in den meisten Verbreitungsgebieten Mitte bis Ende März oder Anfang April. Während der Paarungszeit kommt es seitens des Männchens zu kunstvollen Balzflügen und -tänzen. Dies ist im übrigens bei allen Reiherarten der Fall. Dabei spreizt er seine Flügel und reckt seinen Hals in die Höhe. Hat sich ein Paar gefunden, so wird zugleich mit dem Bau des Nestes begonnen, wobei das Männchen den Nistplatz auswählt. Dreifarbenreiher leben in einer monogamen Einehe. Die Nester werden in Wassernähe in hohen Bäumen in kleinen Kolonien errichtet. Sie befinden sich meist in Höhen von bis zu fünf Metern. Sie werden überwiegend aus kleinen Ästen und Reisig gebaut. Eher selten entstehen die Nester auch am Boden inmitten dichter Schilfvegetation. Gelegentlich werden auch alte Nester übernommen und nur ausgebessert. Einzelne Nester können durchaus nah beieinander liegen, da Dreifarbenreiher reine Kolonienbrüter sind. Ist das Nest fertig, so erfolgt in ihm die eigentliche Kopulation. Die Kopulation dauert in der Regel nur wenige Sekunden. +Die Geschlechtsreife erreicht der Dreifarbenreiher mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit der Dreifarbenreiher beginnt in den meisten Verbreitungsgebieten Mitte bis Ende März oder Anfang April. Während der Paarungszeit kommt es seitens des Männchens zu kunstvollen Balzflügen und -tänzen. Dies ist übrigens bei allen Reiherarten der Fall. Dabei spreizt er seine Flügel und reckt seinen Hals in die Höhe. Hat sich ein Paar gefunden, so wird zugleich mit dem Bau des Nestes begonnen, wobei das Männchen den Nistplatz auswählt. Dreifarbenreiher leben in einer monogamen Einehe. Die Nester werden in Wassernähe in hohen Bäumen in kleinen Kolonien errichtet. Sie befinden sich meist in Höhen von bis zu fünf Metern. Sie werden überwiegend aus kleinen Ästen und Reisig gebaut. Eher selten entstehen die Nester auch am Boden inmitten dichter Schilfvegetation. Gelegentlich werden auch alte Nester übernommen und nur ausgebessert. Einzelne Nester können durchaus nah beieinander liegen, da Dreifarbenreiher reine Kolonienbrüter sind. Ist das Nest fertig, so erfolgt in ihm die eigentliche Kopulation. Die Kopulation dauert in der Regel nur wenige Sekunden.
-Nach einiger Zeit legt das Weibchen zwischen drei und vier Eier, die eine bläuliche Färbung aufweisen und über einen Zeitraum von knapp einer Woche gelegt werden. In der Regel legt das Weibchen pro Tag ein Ei. Die Eier werden von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von etwa 23 bis 24 Tagen gewärmt. Pro Saison kommt es lediglich zu einem Gelege. Die Küken schlüpfen über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen. Unmittelbar nach dem Schlupf werden die Eierschalen von den Altvögeln aus dem Nest entfernt. In den Brutpausen des Männchens wird das Gelege von ihm beschützt. Auch die Versorgung der Jungvögel mit Nahrung wird von beiden Elternteilen übernommen. Dazu wird vorverdaute Nahrung hochgewürgt und im Nest fallen gelassen. Feste Nahrung in Form von ganzen Tiere wie kleinen Fischen bekommen die Jungvögel ab der dritten Lebenswoche. Nach etwa fünf Wochen sind die Jungvögel dann flügge. Die Selbständigkeit wenige Tage später erreicht. Die besten Überlebenschancen hat das zuerst geschlüpfte Küken. Die Nahrungskonkurrenz unter den Küken ist sehr groß. Nicht selten überlebt nur das zuerst geborene. In Freiheit können Dreifarbenreiher ein Alter von 15 bis 17 Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch deutlich mehr.+Nach einiger Zeit legt das Weibchen zwischen drei und vier Eier, die eine bläuliche Färbung aufweisen und über einen Zeitraum von knapp einer Woche gelegt werden. In der Regel legt das Weibchen pro Tag ein Ei. Die Eier werden von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von etwa 23 bis 24 Tagen gewärmt. Pro Saison kommt es lediglich zu einem Gelege. Die Küken schlüpfen über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen. Unmittelbar nach dem Schlupf werden die Eierschalen von den Altvögeln aus dem Nest entfernt. In den Brutpausen des Männchens wird das Gelege von ihm beschützt. Auch die Versorgung der Jungvögel mit Nahrung wird von beiden Elternteilen übernommen. Dazu wird vorverdaute Nahrung hochgewürgt und im Nest fallen gelassen. Feste Nahrung in Form von ganzen Tiere wie kleinen Fischen bekommen die Jungvögel ab der dritten Lebenswoche. Nach etwa fünf Wochen sind die Jungvögel dann flügge. Die Selbständigkeit haben sie wenige Tage später erreicht. Die besten Überlebenschancen hat das zuerst geschlüpfte Küken. Die Nahrungskonkurrenz unter den Küken ist sehr groß. Nicht selten überlebt nur das zuerst geborene Küken. In Freiheit können Dreifarbenreiher ein Alter von 15 bis 17 Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch deutlich mehr.
- +
-==Ökologie==+
-xxx+
==Gefährdung und Schutz== ==Gefährdung und Schutz==
-Dreifarbenreiher gehören global gesehen noch nicht zudem bedrohten Arten. Jedoch ist in weiten Teilen der Verbreitungsgebiete, insbesondere im südlichen Nordamerika der Verlust von Sumpf- und Überschwemmungsgebieten zu beobachten. Sümpfe werden zumeist zu Gunsten von Agrarflächen oder Siedlungsraum entwässert und trockengelegt. Dadurch gehen dem Dreifarbenreiher kostbare Brutplätze unwiederbringlich verloren. Ähnliche Tendenzen sind mittlerweile auch im nördlichen Südamerika und in weiten Teilen der Karibik zu beobachten. Aber auch der weitreichende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie DDT und andere Pestizide schädigen die Art nachhaltig, da die Gifte über die Nahrung aufgenommen werden. In der Roten Liste der IUCN wird der Dreifarbenreiher als nicht gefährdet geführt.+Dreifarbenreiher gehören global gesehen noch nicht zu den bedrohten Arten. Jedoch ist in weiten Teilen der Verbreitungsgebiete, insbesondere im südlichen Nordamerika der Verlust von Sumpf- und Überschwemmungsgebieten zu beobachten. Sümpfe werden zumeist zu Gunsten von Agrarflächen oder Siedlungsraum entwässert und trockengelegt. Dadurch gehen dem Dreifarbenreiher kostbare Brutplätze unwiederbringlich verloren. Ähnliche Tendenzen sind mittlerweile auch im nördlichen Südamerika und in weiten Teilen der Karibik zu beobachten. Aber auch der weitreichende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie DDT und andere Pestizide schädigen die Art nachhaltig, da die Gifte über die Nahrung aufgenommen werden. Durch die Giftstoffe kann es zu Mißbildungen bei der Brut kommen, oder die Eier zerbrechen aufgrund zu dünner Schalen beim Wärmen durch die Altvögel. In der Roten Liste der [[IUCN]] wird der Dreifarbenreiher als nicht gefährdet geführt.
==Anhang== ==Anhang==
====Literatur und Quellen==== ====Literatur und Quellen====
-xxx+*Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: ''Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel''. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) <small>ISBN 3-423-05970-2 </small>
 +*Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: ''Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel''.Urania, Stuttgart (1995) <small>ISBN 3423032049 </small>
 +*Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: ''Ornithologie'', Utb, 1990, <small>ISBN 3800125978</small>
 +*Hans-Heiner Bergmann: ''Die Biologie des Vogels''. Aula, 1987, <small>ISBN 389104447X</small>
====Links==== ====Links====

Aktuelle Version

Dreifarbenreiher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Stelz- und Schreitvögel (Ciconiiformes)
Familie: Reiher (Ardeidae)
Unterfamilie: Tagreiher (Ardeinae)
Gattung: Egretta
Art: Dreifarbenreiher
Wissenschaftlicher Name
Egretta tricolor
Statius Müller, 1776

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Dreifarbenreiher (Egretta tricolor) zählt innerhalb der Familie der Reiher (Ardeidae) zur Gattung Egretta.

Der Dreifarbenreiher kann leicht mit dem Blaureiher (Egretta caerulea) und dem Kanadareiher (Ardea herodias) verwechselt werden. Der Blaureiher ist jedoch deutlich kleiner und ist im Bereich des Bauches nicht weiß, sondern blaugrau bis schiefergrau gefärbt. Ähnliches gilt für den Kanadareiher, nur ist er größer als der Dreifarbenreiher.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Dreifarbenreiher ist ein mittelgroßer Vertreter der Reiher und erreicht je nach Geschlecht und Unterart eine Körperlänge von 60 bis 68 Zentimeter, eine Flügelspannweite von rund 90 bis 100 Zentimeter sowie ein Gewicht von 340 bis 410 Gramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen, ansonsten weisen die Geschlechter keinen Dimorphismus auf. Auch juvenile Vögel weisen im Kopf- und Halsbereich mit einem leicht rötlichen Touch nur einen kleinen Unterschied zu den adulten Vögeln auf. Das Gefieder ist überwiegend blaugrau bis schiefergrau gefärbt, wobei die Bauchseite rein weiß gefärbt ist. Im oberen Bereich des Halses zeigt sich eine leicht rosafarbene Färbung, die nach unten in ein Weiß übergeht. Der Hals ist wie bei allen Reihern ausgesprochen lang und dünn. Der Schnabel ist lang und dolchartig spitz zulaufend. Der obere Teil des Schnabels ist gräulich gefärbt, der untere Teil des Schnabels weist wie die Wachshaut im Gesichtsfeld eine gelbliche Färbung auf. Die Beine sind lang und schlank gebaut, sie sind während der Paarungszeit gelblichgrün, außerhalb der Paarungszeit rosafarben gefärbt. Die Zehen enden in kleine schwarz gefärbte Krallen. Markant ist die gelb gefärbte Iris, die Pupille weist eine dunkle Färbung auf. Im Ruhezustand und auch im Flug hält der Dreifarbenreiher seinen Hals in einer leichten S-Form. Die Extremitäten werden im Flug gestreckt nach hinten gehalten.

Lebensweise

Dreifarbenreiher gelten wie alle Reiher als gute und ausdauernde Flieger. Im Flug halten die Vögel ihre Beine nach hinten gestreckt, in einer Linie zum Körper. Die nördlichen Populationen gelten als Zugvögel, die im nördlichen Südamerika, insbesondere in Kolumbien und Venezuela, den Winter verbringen. Dreifarbenreiher zeichnen sich durch eine elegante Gestalt aus und gehen am Boden ausgesprochen aufrecht. Die Flügel werden dabei dicht am Körper gehalten. Dreifarbenreiher leben in kleinen Kolonien, in denen sie auch brüten. Sie gelten dennoch als ausgesprochen territorial, die ihr kleines Revier vehement verteidigen. Auf Nahrungssuche sind Dreifarbenreiher nur einzelgängerisch zu beobachten. Während der Nahrungssuche schreiten sie bedächtig und aufmerksam durch ihren Lebensraum. Sie sind überwiegend tag- bis dämmerungsaktiv und gehen zumeist erst in den Abendstunden im Flachwasser oder an Land auf Nahrungssuche.

Unterarten

Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
Egretta tricolor tricolor Statius Müller, 1776 - südliche Karibik, Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam
Französisch-Guayana und Brasilien
Egretta tricolor ruficollis Gosse, 1847 - Großen und kleinen Antillen, Haiti, Antigua und Barbuda,
Antigua, St. Lucia und Barbados
Egretta tricolor occidentalis Huey, 1927 - Baja California, Mexiko

Verbreitung

Dreifarbenreiher kommen im Küstenbereich der südlichen und südöstlichen USA, in der Karibik, in Mexiko und Mittelamerika sowie im nördlichen Südamerika vor. In Südamerika liegen vor allem die Winterquartiere sowie die Brutgebiete der Nominalform. Hier sind sie insbesondere in Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch-Guayana und dem nordöstlichen Brasilien anzutreffen. In Hinterland sind Dreifarbenreiher nur selten an Seen und Teichen anzutreffen. Sie leben hauptsächlich an den Küsten in ihren Lebensräumen sowie in küstennahen Sumpfgebieten, Mangrovenwäldern und an Flussmündungen. Sie leben dabei sowohl an Süßgewässern als auch im Brackwasserbereich.

Prädatoren

Ausgewachsene Dreifarbenreiher haben aufgrund ihrer Größe kaum natürliche Feinde. Jedoch stehen die Eier und die Jungvögel auf der Speisekarte einiger räuberisch lebender Säugetiere und Vögel. Neben dem Nordamerikanischen Waschbären (Procyon lotor) gehören vor allem Vögel wie Kolkraben (Corvus corax), Amerikanerkrähen (Corvus brachyrhynchos), Truthahngeier (Cathartes aura) und Virginia-Uhus (Bubo virginianus). Auch wenn Dreifarbenreiher ihr Gelege vehement gegenüber Feinden verteidigen, fallen oftmals vor allem die Eier und frisch geschlüpfte Küken Fleischfressern zum Opfer.

Ernährung

Dreifarbenreiher ernähren sich als opportunistische Fleischfresser überwiegend von Fischen (Pisces) in passender Größe. Zu etwa zehn Prozent stehen aber auch Amphibien (Amphibia), kleine wirbellose Tiere, Krebstiere (Crustacea), Schnecken (Gastropoda) sowie größere Insekten (Insecta) und Spinnentiere (Arachnida) auf der Speisekarte. Während der Nahrungssuche schreitet der Dreifarbenreiher bedächtig und aufmerksam durch seinen Lebensraum. In der Regel ist dies im Flachwasser der Fall. Beutetiere werden durch den scharf ausgeprägten Sehsinn lokalisiert. Ist ein Beutetier in unmittelbarer und erreichbarer Nähe, stößt er mit seinem Schnabel zu und packt das Beutetier. Die Beute wird grundsätzlich im Ganzen verschlungen. Der Dreifarbenreiher kann sowohl in Süß- als auch in Brackgewässern auf Nahrungssuche gehen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Dreifarbenreiher mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit der Dreifarbenreiher beginnt in den meisten Verbreitungsgebieten Mitte bis Ende März oder Anfang April. Während der Paarungszeit kommt es seitens des Männchens zu kunstvollen Balzflügen und -tänzen. Dies ist übrigens bei allen Reiherarten der Fall. Dabei spreizt er seine Flügel und reckt seinen Hals in die Höhe. Hat sich ein Paar gefunden, so wird zugleich mit dem Bau des Nestes begonnen, wobei das Männchen den Nistplatz auswählt. Dreifarbenreiher leben in einer monogamen Einehe. Die Nester werden in Wassernähe in hohen Bäumen in kleinen Kolonien errichtet. Sie befinden sich meist in Höhen von bis zu fünf Metern. Sie werden überwiegend aus kleinen Ästen und Reisig gebaut. Eher selten entstehen die Nester auch am Boden inmitten dichter Schilfvegetation. Gelegentlich werden auch alte Nester übernommen und nur ausgebessert. Einzelne Nester können durchaus nah beieinander liegen, da Dreifarbenreiher reine Kolonienbrüter sind. Ist das Nest fertig, so erfolgt in ihm die eigentliche Kopulation. Die Kopulation dauert in der Regel nur wenige Sekunden.

Nach einiger Zeit legt das Weibchen zwischen drei und vier Eier, die eine bläuliche Färbung aufweisen und über einen Zeitraum von knapp einer Woche gelegt werden. In der Regel legt das Weibchen pro Tag ein Ei. Die Eier werden von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von etwa 23 bis 24 Tagen gewärmt. Pro Saison kommt es lediglich zu einem Gelege. Die Küken schlüpfen über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen. Unmittelbar nach dem Schlupf werden die Eierschalen von den Altvögeln aus dem Nest entfernt. In den Brutpausen des Männchens wird das Gelege von ihm beschützt. Auch die Versorgung der Jungvögel mit Nahrung wird von beiden Elternteilen übernommen. Dazu wird vorverdaute Nahrung hochgewürgt und im Nest fallen gelassen. Feste Nahrung in Form von ganzen Tiere wie kleinen Fischen bekommen die Jungvögel ab der dritten Lebenswoche. Nach etwa fünf Wochen sind die Jungvögel dann flügge. Die Selbständigkeit haben sie wenige Tage später erreicht. Die besten Überlebenschancen hat das zuerst geschlüpfte Küken. Die Nahrungskonkurrenz unter den Küken ist sehr groß. Nicht selten überlebt nur das zuerst geborene Küken. In Freiheit können Dreifarbenreiher ein Alter von 15 bis 17 Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch deutlich mehr.

Gefährdung und Schutz

Dreifarbenreiher gehören global gesehen noch nicht zu den bedrohten Arten. Jedoch ist in weiten Teilen der Verbreitungsgebiete, insbesondere im südlichen Nordamerika der Verlust von Sumpf- und Überschwemmungsgebieten zu beobachten. Sümpfe werden zumeist zu Gunsten von Agrarflächen oder Siedlungsraum entwässert und trockengelegt. Dadurch gehen dem Dreifarbenreiher kostbare Brutplätze unwiederbringlich verloren. Ähnliche Tendenzen sind mittlerweile auch im nördlichen Südamerika und in weiten Teilen der Karibik zu beobachten. Aber auch der weitreichende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie DDT und andere Pestizide schädigen die Art nachhaltig, da die Gifte über die Nahrung aufgenommen werden. Durch die Giftstoffe kann es zu Mißbildungen bei der Brut kommen, oder die Eier zerbrechen aufgrund zu dünner Schalen beim Wärmen durch die Altvögel. In der Roten Liste der IUCN wird der Dreifarbenreiher als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

'Persönliche Werkzeuge