Doppelkamm-Beutelmaus

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Doppelkamm-Beutelmaus

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Teilordnung: Hystricognathi
Familie: Raubbeutler (Dasyuridae)
Unterfamilie: Dasyurinae
Gattung: Dasyuroides
Art: Doppelkamm-Beutelmaus
Wissenschaftlicher Name
Dasyuroides byrnei
Spencer, 1896

Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Die Doppelkamm-Beutelmaus (Dasyuroides byrnei) zählt innerhalb der Familie der Nashörner (Rhinocerotidae) zur Gattung Dasyuroides.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Doppelkamm-Beutelmaus erreicht eine Körperlänge von 16 bis 18 Zentimeter, eine Schwanzlänge von gut 14 Zentimeter sowie ein Gewicht von etwa 100 Gramm. Weibchen bleiben nur unwesentlich kleiner und leichter als Männchen, welche im Adultstadium etwa 30 Gramm schwehrer sind. Der lange Schwanz erscheint haarlos, ist jedoch mit einem sehr kurzen dichten Fell besetzt. Das letzte Drittel des Schwanzes trägt eine schwarze Standarte, die bei Gefahr oder agonistischem Verhalten flaschenbürstenartig aufstellt wird. Das wollige Fell weist eine gräuliche bis graubraune Färbung auf. Ventral ist das Fell überwiegend weißlich gefärbt. Auch die feine Unterwolle ist weißlich gefärbt. Die kurzen Extremitäten und die Unterseite des Schwanzes sind weißlich, die hinteren Extremitäten sind etwas länger und kräftiger als die vorderen. Der kleine Kopf ist zur Schnauze hin spitz zulaufend. Im Bereich der Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Sie dienen den Tieren der Orientierung. Die trichterförmigen Ohren sind ausgesprochen groß, gleiches gilt für die Augen, die ein Indiz für die Nachtaktivität sind.

Lebensweise

Doppelkamm-Beutelmäuse gehören als Fleischfresser zu den Raubbeutlern. Sie sind ausschließlich in der Nacht und im Morgengrauen aktiv und leben in kleineren Kolonien. Die Ruhephasen verbringen die Tiere in ihren unterirdischen Bauten. Die Bauten sind ausgesprochen komplex und verfügen über mehrere Ein- und Ausgänge.

Verbreitung

Doppelkamm-Beutelmäuse sind im nordöstlichen bis zentralen Australien endemisch. Ihr relativ kleines Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Lake Eyre und dem angrenzenden Lake Eyre Basins im westlichen Queensland bis ins nordöstliche Australien. Die Tiere bewohnen sehr trockene Habitate wie die Ufer von ausgetrockneten Flüssen, reinen Wüsten, Grassavannen und Halbwüsten.

Ernährung

Als Raubbeutler kann die Doppelkamm-Beutelmaus mit pflanzlicher Nahrung nichts anfangen. Sie ernährt sich ausschließlich von fleischlicher Kost. Zu ihrer bevorzugten Nahrung gehören beispielsweise Insekten und deren Larven, Amphibien, kleinere Reptilien und sogar kleinere Vögel und Säugetiere. Auf Trinkwasser ist sie nicht angewiesen, der Wasserbedarf wird ausschließlich über die Nahrung gedeckt. Auf Nahrungssuche geht die Doppelkamm-Beutelmaus ausschließlich in der Nacht.

Fortpflanzung

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Die Doppelkamm-Beutelmaus erreicht die Geschlechtsreife mit rund sieben Monaten. Die Paarungszeit beginnt in der Regel im April und kann sich über mehrere Monate, teilweise bis Jahresende erstrecken. Während dieser Zeit kann es zu zwei Würfen kommen. Nach einer Tragezeit von gut 30 bis 34 Tagen bringt ein Weibchen vier bis fünf Jungtiere zur Welt. Die Geburt erfolgt im weich ausgepolsterten Nest im Innern des Erdbaues. Die Jungtiere sind nur wenig entwickelt und kriechen nach der Geburt instinktiv in den Beutel der Mutter. Hier saugen sie sich an einer der Zitzen fest. Spätestens nach drei Monaten verlassen die Jungtiere den Beutel der Mutter und sind kurz darauf selbständig. Die Lebenserwartung in Gefangenschaft liegt bei fünf bis sechs Jahren. Das erreichbare Alter in Freiheit ist weitestgehend unbekannt, dürfte allerdings deutlich darunter liegen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

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Doppelkamm-Beutelmäuse gelten heute als gefährdet. Aufgrund dessen wird die Art in der Roten Liste der IUCN als gefährdet geführt. Die Gründe für die teils starke Gefährdung liegen auf der Hand. Eingeschleppte Kaninchen und die Viehwirtschaft nehmen den Doppelkamm-Beutelmäusen den Lebensraum. Auch eingeschleppte Raubtiere stellen den Tieren stark nach. Das Ökosystem in ihrem Lebensraum ist sehr sensibel und reagiert schnell auf die Eingriffe durch den Menschen. Darunter zu leiden haben in der Regel einheimische Tierarten. Ein weiterer Gefährdungspunkt ist die Zersiedelung der Lebensräume. Dies trifft insbesondere auf Straßen zu, auf denen viele Doppelkamm-Beutelmäuse im Straßenverkehr zu Tode kommen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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