Dictyna arundinacea

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Dictyna arundinacea

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Dictynoidea
Familie: Kräuselspinnen (Dictynidae)
Gattung: Dictyna
Art: Dictyna arundinacea
Wissenschaftlicher Name
Dictyna arundinacea
(Linnaeus, 1758)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:022255]

Die Spinnenart Dictyna arundinacea zählt innerhalb der Familie der Kräuselspinnen (Dictynidae) zur Gattung Dictyna. Mehrere Arten der Gattung Dictyna, zum Beispiel Dictyna uncinata, können leicht mit Dictyna arundinacea verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diese Kräuselspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 2,5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 3 Millimeter. Ihr Körper ist dunkelbraun und weißgrau behaart. Der Rückenschild ist dunkelbraun und der Kopf ist mit rauhen, weißlichen Härchen bedeckt, die fünf Längszeilen bilden. Auf dem Hinterkörper ist vorn ein dunkler, länglicher Fleck zu erkennen, dahinter liegen mehrere breite Winkelflecke. Der Hinterleib ist ebenfalls mit kurzen, rauhen, weißlichen Härchen bedeckt, die jedoch zwei Bereiche (Herzgegend und eine Region am Ende des Hinterleibes) freilassen. Die braunen Beine sind andeutungsweise geringelt und mit gelbem Flaum bedeckt. Das Cribellum (Spinnsieb) ist ungeteilt. Das Muster ist aus vielen kleinen, leicht zerbrechlichen Härchen zusammengesetzt, so dass eine Bestimmung recht schwierig ist, da die feinen Härchen leicht abgerieben werden und das Muster dann verwischt oder ganz verschwindet. Die adulten Tiere sind im Mai und im Juni zu finden.

Lebensweise

Die Spinne baut ihr unordentlich wirkendes Netz, das an das Gewebe mancher Haubennetzspinnen (Theridiidae) erinnert, vorzugsweise auf abgestorbenen, vorjährigen Pflanzen (zum Beispiel in Blüten von Umbelliferen (Sellerie, Karotte)), die etwas über die Umgebung hinausragen. Sie überzieht die oberen Pflanzenteile mit einem lockeren Fadengeflecht, das streckenweise mit cribellaten Fangfäden ausgerüstet ist. Etwa in der Mitte, meist an einer Verzweigungsstelle der Pflanze, konzentriert sich das Netz zu einem dichter gewobenen Schlupfwinkel, in dem sich die Spinne aufhält. In diesem Schlupfwinkel werden auch die linsenförmigen, weißen Eikokons deponiert, von denen die Spinne vier bis sechs Eikokons herstellen kann.

Verbreitung

Dictyna arundinacea lebt vorzugsweise auf sonnigem, trockenem Ödland und an Wegrändern, auch auf Feuchtwiesen und Trockenrasen. Des Weiteren hält sich die Spinne auch an niederen Pflanzen auf, vor allem an trockenem, abgestorbenem Schilf sowie in Blüten von Umbelliferen. In Mitteleuropa ist die Art überall sehr häufig zu finden, wohl die häufigste aller cribellaten Spinnen.

Ernährung

Dictyna arundinacea ernährt sich von kleinen bis mittelgroßen Insekten (Insecta), die mit der Fangwolle erbeutet werden. Es handelt sich meist um Fliegen (Brachycera), Mücken (Nematocera), Libellen (Odonata) und andere Geflügelte Insekten (Pterygota) ähnlicher Größe. Hat sich ein Beutetier im Netz verfangen, so wird es umgehend eingesponnen und mit einem Biss gelähmt. Zeitgleich wird ein Verdauungsenzym injiziert, das die Beute von innen her verflüssigt. Später wird das Beutetier ausgesaugt, zurück bleibt letztlich nur die leere Hülle.

Fortpflanzung

In Mitteleuropa erstreckt sich die Paarungszeit für gewöhnlich über den Sommer, in nördlichen Regionen später, in südlichen Regionen entsprechend früher. Um die Paarungsbereitschaft eines Weibchens zu prüfen, zupft das Männchen vorsichtig am Netz eines Weibchens. Dies ist auch notwendig, denn bei einem paarungsunwilligen Weibchen wird ein Männchen schnell zu einem Beutetier. Eine ausgiebige Balz ist nicht zu erkennen. Während der Kopulation hält das Männchen die Cheliceren des Weibchens mit den eigenen hoch. Im Zuge der eigentlichen Kopulationen führt ein Männchen seine Pedipalpen in die Epigyne (Geschlechtsöffnung) des Weibchens abwechselnd ein. Das Weibchen deponiert nach der Paarung in dem dicht gewobenen Schlupfwinkel linsenförmige, weiße Eikokons, von denen das Weibchen vier bis sechs Eikokons herstellen kann. Das Männchen stirbt kurze Zeit nach der Paarung. Die Lebenserwartung des Männchens ist nach der Reifehäutung demnach sehr gering.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juni 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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